»Ausraster« im Vollrausch: Bad Berleburger verurteilt

22-Jähriger will nach Therapie nicht nach Wittgenstein zurück

Bad Berleburg. Selbstkritik ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung. Sollte das tatsächlich richtig sein, dann hat der 22-Jährige Bad Berleburger nun offenbar einen besseren Weg eingeschlagen als dies vielleicht vorher der Fall war. Doch an der Vergangenheit wird der derzeit Arbeitslose noch einige Zeit zu knabbern haben, jetzt musste er sich wegen Beleidigung, Bedrohung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte vor dem Berleburger Amtsgericht verantworten.

Den Weg in den Gerichtssaal kannte der 22-Jährige gut, wie der Blick in das Vorstrafenregister des Berleburgers bewies. Körperverletzung, schwerer Raub, fahrlässige Rauschtat, Sachbeschädigung – der Angeklagte war auch in der Vergangenheit kein Kind von Traurigkeit, dies brachte ihm nicht zuletzt einige Jahre im Gefängnis ein. Diesmal ging es um einen »Ausraster« nach dem Bad Laaspher Altstadtfest 2003. Nachdem seine Verhandlungen über eine Taxifahrt aus der Lahnstadt nach Bad Berleburg gescheitert waren, beleidigte er die Taxifahrerin auf übelste Weise. Handfeste Drohungen ließ der 23-Jährige folgen. Dies passierte bei einem zweiten Taxi ebenfalls, so dass schließlich die Polizei eingeschaltet wurde. Der Berleburger wurde mit zur Wache genommen, die fällige Blutprobe gelang jedoch nur, weil letztlich vier Beamte zupackten.

Auf Nachfrage von Richter Torsten Hoffmann legte der Beschuldigte ein Geständnis ab – zumindest, soweit ihm das möglich war: »Ich will das nicht abstreiten. Wenn die Leute das so sagen, muss es wohl so gewesen sein.« Er habe zu diesem Zeitpunkt extrem unter Drogen gestanden, neben Alkohol auch Pillen und Haschisch konsumiert. »Sie haben sich alles eingeworfen, was gerade so greifbar war«, fand der Richter.

Mit dem Fehlverhalten im Drogenrausch soll nun Schluss sein. Der 23-Jährige sagte vor Gericht, dass er sich seit drei Monaten einer Drogentherapie unterziehe, die noch drei weitere Monate andauere. Er wisse zwar noch nicht konkret, wie es danach weitergehe, »aber eine Rückkehr nach Bad Berleburg schließe ich aus«. Dies befürwortete auch Richter Torsten Hoffmann: »Bad Berleburg wäre mit Sicherheit nicht glücklich, dafür haben Sie hier zu viele Dinger gedreht.« Bewährungshelferin Nicole Münker bezeichnete »die Drogenabhängigkeit als eigentliches Problem« des Angeklagten. Vorausgesetzt, er mache seine Ankündigung war, Bad Berleburg den Rücken zu kehren, »hat er durchaus gute Chancen, stabil zu bleiben«.

Diese positive Perspektive dürfte es gewesen sein, die Staatsanwalt Wolfgang Nau dazu bewog, trotz laufender Bewährung »ausnahmsweise« auf eine weitere Bewährungsstrafe – in einer Größenordnung von zehn Monaten – zu plädieren. Verteidiger Norbert Hartmann wollte sich da anschließen, es sei angemessen, seinem Mandanten die Chance zu geben, sein künftiges Leben in den Griff zu bekommen. Richter Torsten Hoffmann verurteilte den 23-Jährigen zu zehn Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung, knüpfte daran aber die Auflage, dass der Angeklagte seine Drogentherapie bis zum Ende durchstehe. »Es ist jetzt an der Zeit, dass Sie die Kurve kriegen«, sagte er zu dem Beschuldigten.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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