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Parkhaus aus Holz?
Bad Berleburg will Bauwerk mit Pilotcharakter schaffen

Das Käferholz wird seit Monaten in riesigen Mengen aus den Bad Berleburger Wäldern abgefahren. Erklärte Zielsetzung der Stadt Bad Berleburg ist es, den Rohstoff verstärkt bei Bauvorhaben vor der eigenen Haustür zum Einsatz zu bringen. Aktuelle Idee: ein Parkhaus aus Holz.
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  • Das Käferholz wird seit Monaten in riesigen Mengen aus den Bad Berleburger Wäldern abgefahren. Erklärte Zielsetzung der Stadt Bad Berleburg ist es, den Rohstoff verstärkt bei Bauvorhaben vor der eigenen Haustür zum Einsatz zu bringen. Aktuelle Idee: ein Parkhaus aus Holz.
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vö Bad Berleburg. Es ist erst wenige Tage her, dass die Bad Berleburger CDU im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung in Arfeld mehrere Kernthemen für die nächsten Monate benannte. Eines davon: die Entwicklung des ehemaligen Eins-A-Geländes an der Schulstraße „Wir müssen da mehr aufs Tempo drücken“, sagte Fraktions-Chef Martin Schneider. Ansätze wie der Wettbewerb mit den Architekturstudenten seien gut gewesen, allerdings müsse jetzt der nächste Schritt folgen. Zuletzt sei zu viel Stagnation in der Thematik gewesen.

Den nächsten Schritt bietet Bürgermeister Bernd Fuhrmann an – zumindest für einen Teilbereich des riesigen Grundstücks. Und: Die Idee steht aktuell noch im Konjunktiv.

Bad Berleburg. Es ist erst wenige Tage her, dass die Bad Berleburger CDU im Rahmen ihrer Mitgliederversammlung in Arfeld mehrere Kernthemen für die nächsten Monate benannte. Eines davon: die Entwicklung des ehemaligen Eins-A-Geländes an der Schulstraße „Wir müssen da mehr aufs Tempo drücken“, sagte Fraktions-Chef Martin Schneider. Ansätze wie der Wettbewerb mit den Architekturstudenten seien gut gewesen, allerdings müsse jetzt der nächste Schritt folgen. Zuletzt sei zu viel Stagnation in der Thematik gewesen.

Den nächsten Schritt bietet Bürgermeister Bernd Fuhrmann an – zumindest für einen Teilbereich des riesigen Grundstücks. Und: Die Idee steht aktuell noch im Konjunktiv. In einem aktuellen Beitrag des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ kündigt der Rathaus-Chef allerdings sehr konkrete Planungen für ein Parkhaus aus Käferholz an. In dem Bericht, der sich inhaltlich mit dem Zustand des Waldes beschäftigt, ist von 350 Stellplätzen die Rede, bei Bedarf solle das vierstöckige Gebäude in Büroräume umgebaut werden können. Bernd Fuhrmann bestätigt dem „Spiegel“ die Finanzierungszusage einer Machbarkeitsstudie, die dem Bau vorausgehen müsse.

Die kommunale Holz-Agenda ist ein weiterer wichtiger Baustein der nachhaltigen Stadtentwicklung – und spielt deshalb auch im Kontext der Eins-A-Thematik eine tragende Rolle.
Timo Karl
Pressesprecher der Stadt

Zumindest in der öffentlichen Diskussion ist das Thema völlig neu: „Die kommunale Holz-Agenda ist ein weiterer wichtiger Baustein der nachhaltigen Stadtentwicklung – und spielt deshalb auch im Kontext der Eins-A-Thematik eine tragende Rolle“, erklärt Timo Karl, Pressesprecher der Stadt, auf SZ-Anfrage.

Eine neue Stufe der Eskalation: Im Parkhaus des früheren Eins-A-Marktes an der Schulstraße wird in großen Mengen Sperrmüll abgeladen.
  • Eine neue Stufe der Eskalation: Im Parkhaus des früheren Eins-A-Marktes an der Schulstraße wird in großen Mengen Sperrmüll abgeladen.
  • Foto: Martin Völkel
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Die Stadtverordnetenversammlung habe die Holz-Agenda in ihrer jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen – nicht zuletzt, um den klimatischen Veränderungen Rechnung zu tragen, eine gemeinsame politische Haltung auszudrücken und sich den gemeinsamen Zielen des Akteursnetzwerks Holz sowie der Verwaltung anzuschließen. Die Stadt habe die Planungen für ein Parkhaus aus Holz aufgenommen, für das nun zunächst eine „Machbarkeitsstudie zur Errichtung eines multifunktionalen Parkhauses aus Holz“ durchgeführt werden solle.

Eins-A-Areal: Machbarkeitsstudie soll Erkenntnisse liefern

Timo Karl geht in die Einzelheiten: Geplant sei dabei ein Bau aus heimischem Fichtenholz, die Wertschöpfung solle direkt vor Ort geschehen. Im Rahmen der Studie solle die architektonische, städtebauliche und technisch-konstruktive Machbarkeit des Bauvorhabens entwickelt werden. Zudem stehe das Thema Zweit- und Umnutzungsmöglichkeiten im Fokus, um auch hierbei dem Nachhaltigkeitsgedanken Rechnung zu tragen. „Damit wollen wir – mit Blick auf die Mobilitätskonzepte der Zukunft – das Parkhaus so flexibel errichten, dass es den künftigen Bedarfen jederzeit intelligent angepasst werden kann, etwa durch Umnutzung in Wohnraum oder Co-Working-Spaces. Die Machbarkeitsstudie soll auch Erkenntnisse darüber liefern, ob ein Bau auf dem Gelände des ehemaligen Eins-A-Areals in Frage kommt. Ziel ist es, ein Bauwerk mit Pilotcharakter zu schaffen und damit Impulsgeber für andere Kommunen in ganz Nordrhein-Westfalen zu sein.“

Dem Vandalismus folgt das Sperrmüll-Problem im Parkhaus

Als wäre der Vandalismus der vergangenen Jahre im Parkhaus des früheren Eins-A-Marktes an der Bad Berleburger Schulstraße nicht schon ärgerlich genug: Seit einigen Tagen wird das zweite Parkdeck offenbar auch als Abladestelle für Sperrmüll genutzt. Und dabei handelt es sich nicht um kleine Mengen: Teppichreste, Bauschutt, aussortierte Möbel, dazu Scherben und Plastiksplitter.

Ein Teilbereich des Parkhauses, das unter anderem Besuchern des Bürgerhauses zur Verfügung steht, ist nicht befahrbar. Hinter dem Parkhaus wurden offenkundig die Hinterlassenschaften aus Haushaltsauflösungen entsorgt. Es sieht aus wie auf einer Deponie. Der Baubetriebshof fahre im Rahmen der „Stadtrunde“ jeden Freitag die markanten Stellen für Müll – somit auch vor dem Eins A-Komplex – ab und entsorge dort befindlichen Abfall, erklärt Timo Karl, Pressesprecher der Stadt, auf SZ-Anfrage.

Allerdings: „Für den Sperrmüll im Parkhaus ist in erster Linie der Eigentümer im Rahmen seiner Unterhaltungspflicht verantwortlich. Dieser wird regelmäßig durch den Kreis auf seine Obliegenheiten aufmerksam gemacht.“ Der wiederum war allerdings am Freitag nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Fakt, dass sich die Probleme auf dem Grundstück ausweiten.

Nach den Bushaltestellen aus Käferholz und den Feuerwehrgerätehäusern im Stadtgebiet in Holzbauweise wäre das Parkhaus sprichwörtlich die nächste Etage der Bemühungen um die Verwendung des Rohstoffes vor der Haustür. Ob letztlich das Eins-A-Gelände für ein derartiges Projekt in Frage kommt, hängt vor allem davon ab, ob mit dem Eigentümer grundsätzlich Einigkeit über die weitere Vorgehensweise erzielt werden kann. Das war in der Vergangenheit nicht der Fall – Investor und Kommune lagen mit ihren Vorstellungen weit auseinander. Allerdings sollte auch der Eigentümer ein Interesse daran haben, dass das Vandalismus- und Verschmutzungsproblem an der Schulstraße langfristig gelöst wird. Das wäre ein Anfang.

Das Käferholz wird seit Monaten in riesigen Mengen aus den Bad Berleburger Wäldern abgefahren. Erklärte Zielsetzung der Stadt Bad Berleburg ist es, den Rohstoff verstärkt bei Bauvorhaben vor der eigenen Haustür zum Einsatz zu bringen. Aktuelle Idee: ein Parkhaus aus Holz.
Eine neue Stufe der Eskalation: Im Parkhaus des früheren Eins-A-Marktes an der Schulstraße wird in großen Mengen Sperrmüll abgeladen.
Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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