Medienentwicklungsplan für die Schulen
Bad Berleburg will Weg ins digitale Zeitalter ebnen

Die Zukunft in den Schulen ist digital. Sie ist allerdings auch von Unwägbarkeiten und offenen Fragen geprägt. Foto: Archiv
  • Die Zukunft in den Schulen ist digital. Sie ist allerdings auch von Unwägbarkeiten und offenen Fragen geprägt. Foto: Archiv
  • hochgeladen von Timo Karl (Redakteur)

tika Bad Berleburg. Der Erneuerungsbedarf ist enorm, der Betreuungsbedarf ebenso: „Wir gehen einen Schritt in die richtige Richtung. Und wir gehen nicht einfach los, sondern wir gehen strukturiert los“, lobte Andreas Lückel am Mittwochabend den Entwurf des Medienentwicklungsplans für die Schulen der Stadt Bad Berleburg für die Jahre 2019 bis 2023. Der Vorsitzende des Ausschusses für Soziales, Bildung, Sport und Kultur spiegelte damit das allgemeine Stimmungsbild des Gremiums in der Aula des Johannes-Althusius-Gymnasiums in Bad Berleburg wider, obgleich die Mitglieder wie auch die anwesenden Schulleiter durchaus einige Fragen hatten. Unter dem Strich stand aber: Der Plan hat eine wichtige Hürde genommen, das Gremium stimmte einstimmig dafür – das letzte Wort hat nun noch die Stadtverordnetenversammlung.

Insgesamt 1 004 702 Euro Investitionsvolumen umfasst der Plan, der in drei Abschnitte untergliedert ist: Im kommenden Schuljahr soll die Infrastruktur in den Schulen eine Erneuerung erfahren, um die Basis für die Modernisierung zu legen. Noch in diesem Jahr soll zugleich der Austausch der veralteten Endgeräte über die Bühne gehen. Bis 2023 soll dann die vollständige Umsetzung geschehen – also die Erweiterung des Gerätepools und die vollständige Umrüstung, wie Markus Göke von der Südwestfalen-IT erläuterte, die den Plan erstellt hatte. Dieser legt den in den Schulen direkt eruierten Bedarf dar.

De facto benötigen alle Schulen einen Austausch beziehungsweise Aufbau der Verkabelung, höhere Bandbreiten für das Internet, einen flächendeckenden WLAN-Zugang für mobile Endgeräte und die Anschaffung von Präsentationstechnik in unterschiedlicher Ausprägung.

Käme der Plan zur Umsetzung, dann würden sich künftig durchschnittlich drei Schüler statt bisher fünf ein Endgerät teilen – und diese wären wohl mobil statt wie bisher stationär. Tablets statt Computer lautet das Credo. „Das wäre ein Verhältnis, hinter dem sich die Stadt Bad Berleburg nicht verstecken müsste“, erklärte Markus Göke, der allerdings finanzielle Unwägbarkeiten bei der Umsetzung zu bedenken gab, etwa im Hinblick auf die notwendigen Baumaßnahmen und die Kostenentwicklung für selbige. Noch nicht definiert sind die Förderrichtlinien für den bundesweit beschlossenen „Digital-Pakt Schule“, der dann ebenfalls eine Rolle spielt. „Wir investieren eine Menge Geld, aber es geht in die richtige Richtung. Wir müssen ein Loch füllen und sind damit schneller als die Förderrichtlinien es sind. Das zeigt, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben“, konstatierte Andreas Lückel.

Zu der Investitionssumme kommen derweil laufende Kosten, die der Plan mit 390 470 Euro kalkuliert. Diese fließen letztlich in Wartung und Pflege der IT. „Der Support ist das, was allen Schulen am meisten unter den Nägeln brennt“, erklärte Bad Berleburgs Realschulleiter Manfred Müller – und erntete die Zustimmung seiner Kollegen. Bislang übernehmen Lehrkräfte weit mehr Aufgaben als nur den sogenannten First-Level-Support, also einfache Arbeiten, wie etwa die Installation von Software oder eine erste Problemdefinition bei Defekten. Für den Second-Level-Support zeichnet der Schulträger verantwortlich – in der Theorie. In der Praxis sieht dies vielerorts anders aus.

„Fakt ist, dass dies so nicht weitergeht. Die Lehrer machen jetzt viel mehr als sie machen müssten“, erklärte Regina Linde. Die Abteilungsleiterin Bürgerdienste der Stadt Bad Berleburg stellte eine Neuordnung der Verantwortlichkeiten in Aussicht – entweder durch die Schaffung einer zusätzliche Stelle oder die Beauftragung eines externen Dienstleister wie es die Südwestfalen-IT ist, die unter anderem für den Support in sämtlichen Berufskollegs im Kreisgebiet verantwortlich zeichnet.

In der Theorie wäre mit einem solchen Dienstleister ein permanenter Support gewährleistet, in der Praxis fehlen Fachkräfte. Die Fachabteilung von Südwestfalen-IT etwa hat ihren Sitz in Hemer, vor Ort – in Siegen und Kreuztal – leben fünf Mitarbeiter. Letztlich zu wenig, um dem Aufwand Rechnung zu tragen. „Uns fehlen Mitarbeiter“, gab Markus Göke frank und frei zu. Wie schnell ein Support also im Bedarfsfall in der Praxis erfolgen könne, sei offen. „Eine Entscheidung, wie wir darüber vorgehen, ist noch nicht gefallen. Wir diskutieren intensiv in der Verwaltung“, betonte Regina Linde. Im Hinblick auf einen externen Dienstleister wäre die Stadtverwaltung nicht festgelegt, diese Aufgabe könnte auch ein solcher vor Ort übernehmen. Fraglich allerdings, ob es einen Dienstleister vor Ort gibt, der dann auch tatsächlich ins Anforderungsprofil passt.

Entscheidend ist, dass die Pädagogen in den Schulen, die mit der IT befasst sind, künftig wieder mehr ihren Aufgaben als Pädagogen nachkommen können sollen – und nicht ihre Freizeit opfern müssen.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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