Hochwasserschutz in Bad Berleburg
Bei 200 Liter Regen Probleme wie im Ahrtal

Bilder der Zerstörung verursachte die Flutkatastrophe in zwei Bundesländern. Die Stadt Bad Berleburg beschäftigt sich mit der Hochwasser-Thematik – in einem kontinuierlichen Prozess.
  • Bilder der Zerstörung verursachte die Flutkatastrophe in zwei Bundesländern. Die Stadt Bad Berleburg beschäftigt sich mit der Hochwasser-Thematik – in einem kontinuierlichen Prozess.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Christian Völkel

Bad Berleburg. Die vielen Wittgensteiner Helfer, die sich in den vergangenen Wochen an den Aufräumarbeiten beispielsweise im Ahrtal beteiligten, kennen die Kraft des Wassers: Die Flutkatastrophe hat unfassbare Schäden angerichtet. Die Frage, die aktuell in vielen Kommunen diskutiert wird, ist die, ob das Schicksal von Dernau oder Ahrweiler auch andernorts zuschlagen könnte. In Bad Berleburg reagierten Grüne und SPD mit eigenen Anfragen auf die aktuellen Ereignisse. Die mündeten am Dienstagabend im Ausschuss für Bauen, Wohnen, Planen und Umwelt in eine intensive Diskussion, wenngleich noch keine vollständigen Antworten zu erwarten waren. Vielleicht aber die: Eine 100-Prozent-Sicherheit gibt es nicht.

Risikomanagement vorhanden

Wolfgang Grund, Abteilungsleiter Infrastruktur und Erholung, machte deutlich, dass das Thema Hochwasserschutz in Bad Berleburg schon im vergangenen Jahrtausend präsent gewesen sei. Es gebe Überschwemmungsgebiete, ein Frühwarnsystem – und auch ein Hochwasser-Risikomanagement. „Aber angesichts der aktuellen Ereignisse brennt das Thema natürlich unter den Nägeln.“
Wichtig sei, so Wolfgang Grund, dass man aus den aktuellen Ereignissen die richtigen Schlüsse ziehe. Und: Es gehe darum, gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen nach Lösungen zu suchen. Eines stellte der Mann aus der Stadtverwaltung aber auch heraus: Bad Berleburg habe in der Vergangenheit Überschwemmungen gehabt, die allerdings nicht im Ansatz mit dem zu vergleichen seien, was beispielsweise im Ahrtal passiert sei. „Aber über eines sollten wir uns im Klaren sein: Wenn in unserer Region 200 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter in so kurzer Zeit fallen, hätten wir die gleichen Probleme wie im Ahrtal.“ Letztlich gehe es um einen Spagat. Zum einen müsse alles unternommen werden, um auf Extremhochwasser zu reagieren, zum anderen könne man einfach nicht für alle Eventualitäten gerüstet sein. Dass es in der Odebornstadt durchaus kritische Punkte gebe, wolle er überhaupt nicht verheimlichen.

Aber über eines sollten wir uns im Klaren sein: Wenn in unserer Region 200 Liter Niederschlag auf den Quadratmeter in so kurzer Zeit fallen, hätten wir die gleichen Probleme wie im Ahrtal.
Wolfgang Grund
Abteilungsleiter Infrastruktur

Bernd Weide (SPD) war sich ebenfalls sicher, dass die hiesige Region einfach nur Glück hatte, dass der Regen weitergezogen sei. Grundsätzlich habe sich aber etwas geändert: Die Frequenz von Hochwasser-Situationen habe zugenommen. Für die Sozialdemokraten sei wichtig, dass man sich grundsätzlich und nachhaltig auf die veränderten Klimabedingungen einstelle: „Das kann kein Schnellschuss sein.“ Ähnlich die Einschätzung von Susanne Bald (Grüne). Der Schutz vor Klimakatastrophen sei – auch in Bad Berleburg – ein Prozess: „Wir sind alle wach geworden.“ Dass vor Wochen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen so viele Menschen zu Schaden gekommen seien, könne man nur schwer nachvollziehen, weil der Wetterdienst sehr zeitig gewarnt habe: „Aber ich sehe das als eine Frage der Sensibilität.“

Weiter an Konzepten arbeiten

Werner Wegener (CDU) forderte, dass man in Bad Berleburg mit Kontinuität an Konzepten arbeiten müsse – und auch andere Bereiche mit einbeziehe. „Bei uns kommt erschwerend hinzu, dass es noch andere schlimme Schadensereignisse gibt. Der Borkenkäfer hat ganze Hänge freigemacht.“
Ulrich Dienst (SPD) wollte die Bemühungen der Stadt nicht in Abrede stellen, allerdings vermisste er die Kontrollen von Schächten, Kanälen und Regenüberlaufbecken. Das seien im Ernstfall die Mosaiksteine, auf die es ankomme. Außerdem plädiere er dafür, bei Gelegenheit einen Fachmann des Wetterdienstes in den Ausschuss einzuladen.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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