Beigeordneter heißt Andreas Reinéry

Berleburger Rat stimmte gestern Abend für SPD-Mann / Freude in Morsbach: »Kaufe Sekt ein«

howe Bad Berleburg. Einer emotionslosen Beigeordneten-Wahl folgte gestern Abend im Rat der Stadt Bad Berleburg die erste öffentliche Auseinandersetzung zwischen den beiden Zählgemeinschafts-Partnern CDU und UWG (siehe neben stehenden Bericht). 20 Stimmen musste der neue Beigeordnete erhalten, um das Amt ausüben zu können, erläuterte Bernd Julius von der Verwaltung. Dann die mit Spannung erwartete geheime Wahl: Am Ende setzte sich der von der Unabhängigen Wählergemeinschaft favorisierte SPD-Mann Andreas Reinéry aus Morsbach mit exakt 20 Stimmen durch.

Reinéry erhielt neben den beiden UWG-Männern und den geschlossenen 17 Stimmen der Sozialdemokraten offenbar auch das Votum von Bürgermeister Hans-Werner Braun. Jürgen Weber, Bauamtsleiter im Bad Berleburger Rathaus und Kandidat der Christdemokraten, erhielt 18 Stimmen – jene 17 der CDU-Fraktion sowie eine Stimme der Grünen. Zu Diskussionen oder Stellungnahmen der Fraktionen im Vorfeld der Wahl kam es nicht. Nahezu emotionslos schritten die Ratsmitglieder zur Wahlurne, lediglich die CDU drückte den Medien eine Erklärung in die Hand. Man habe sich »einstimmig« für Jürgen Weber entschieden, weil dieser einer der fähigsten Verwaltungsbeamten sei, die es in Bad Berleburg gebe. Er habe die erforderliche Akzeptanz bei den Mitarbeitern im Haus, sei parteilos und loyal zu allen politischen Mehrheiten. Nicht ganz ohne Bedeutung für die CDU: die haushaltspolitische Situation. Es hätte eine erhebliche Einsparung bei den Personalkosten gegeben. Wie dem auch sei: Aus dem Kandidaten der CDU wurde nichts. SPD und UWG verfügten über die Mehrheit der Stimmen, am Ende war sogar pikanterweise Hans-Werner Braun, Bürgermeister der Stadt und Sozialdemokrat, so etwas wie das Zünglein an der Waage. Denn nachdem SPD-Ratsmitglied Brigitte Schrenk wegen Krankheit nicht anwesend sein konnte, erhielt seine 20. Stimme ein besonderes Gewicht. Ein Umstand, der den Christdemokraten um CDU-Chef Eberhard Friedrich übel aufgestoßen sein dürfte. Die Siegener Zeitung erreichte den neuen Beigeordneten Andreas Reinery, fünffacher Vater aus Morsbach und Beisitzer im SPD-Unterbezirk Oberberg, gestern Abend nach der Wahl am Handy. »Das kommt nicht jeden Tag vor, das ist eine klasse Sache. Ich bin von den Socken«, freute sich der Noch-Beamte beim Bundesrechnungshof in Köln. Ob er denn jetzt ein wenig feiern wolle? – Darum stehe er gerade an der Kasse und kaufe Sekt, lachte Andreas Reinéry. Am späten Nachmittag, kurz vor der Ratssitzung, hatte bereits ein Jouralistenkollege aus dem Oberbergischen für die SZ mit Andreas Reinéry Kontakt aufgenommen.

Er habe bei der Vorstellung in Bad Berleburg betont, so Reinery, dass Parteipolitik im Amt eines Beigeordneten nichts zu suchen habe. Er stehe für Objektivität und Neutralität. Er glaube, dass er insbesondere die UWG mit seiner Bewerbung überzeugt habe. Nur eines mache ihn stutzig: Wann er sein Amt in Bad Berleburg antrete. Das wisse er nämlich nicht. Die SZ verriet ihm dann am späten Abend das Datum: ab 1. November.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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