Bekommen sich Beatrice und Benedict?

Literaturkurs des Berleburger Gymnasiums begeisterte mit Shakespeares „Viel Lärmen um Nichts”

Bad Berleburg. Otto Marburger, Lehrer am Bad Berleburger Johannes-Althusius-Gymnasium und Regisseur des dort einstudierten „Viel Lärmen um Nichts”, widmete sich in seinen Grußworten zur Premiere des Stückes vielen Problemen: Wie bekommt ein Theaterwerk 18 Hauptrollen? Was passiert, wenn beim Losverfahren den besten Talenten eine Rolle versagt bleibt? Wie bekommt man einen Bart in ein glattes Mädchengesicht? Wie störend kann ein wohlgeformter Busen sein und wie lässt man diesen am besten ganz verschwinden? Den Beweis, dass all diese Fragen geklärt wurden, lieferte jetzt die Aufführung des Stückes.

Am Ende bis zu 16 Stunden täglich geprobt

Kurz nach Jahresanfang begannen die Schüler langsam mit dem Einstudieren der Texte, allerdings entstand Zeitdruck in den vergangenen Wochen vor dem Aufführungstermin. Dieser wurde nicht zuletzt durch die Vorbereitungen der Abiturfeier verstärkt, wobei der Literaturkurs eigentlich geschont werden sollte. Die Darsteller ebenso wie auch die beiden Regisseure, Otto Marburger und Walter Pieschl, ließen bei den täglichen Proben – laut eigener dramatischer Darstellung – Blut, Schweiß, Tränen und Nerven. Geprobt wurde an zahlreichen Abenden, Wochenenden und sogar Ferien- sowie Feiertage wurden geopfert, um täglich bis zu 16 Probestunden zu gewinnen.

28 Schüler waren mit Leib und Seele dabei

Die vielen Mühen haben sich allerdings bezahlt gemacht, denn der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 des Johannes-Althusius-Gymnasium Bad Berleburg begeisterte seine Gäste in der völlig ausverkauften Aula der Schule mit dem Stück „Viel Lärmen um Nichts” von William Shakespeare. Die insgesamt 28 Schauspieler, Choreographen, Techniker und Maskenbildner lieferten durchweg eine gute Arbeit ab. Sie verkörperten, fast wie professionelle Darsteller, ihre Rollen, die von der lieblichen Hero bis zum hinterlistigen Don Juan reichten.

Es ist Liebe auf den ersten Blick

Das Werk von William Shakespeare spielt in Messina und befasst sich damit, dass sich im Haus Leonatos (Tobias Demuth) hoher Besuch angekündigt hat. Don Pedro (Andrea Rompel), der siegreich aus dem Krieg zurückgekehrt ist, will bei ihm einige Zeit verweilen. Claudio (Radek Orawski), einer seiner Gefährten, verliebt sich schon beim ersten Zusammentreffen in Leonatos Tochter Hero (Margitta Stremmel). Der überzeugte Junggeselle Benedict, der von Christoph Lange sehr ausdrucksstark verkörpert wurde, begegnet Heros Cousine Beatrice, die perfekt von Kathi Saßmannshausen in Szene gesetzt wurde.

Don Juan schmiedet arglistiges Komplott

Doch dieses Zusammentreffen ist alles andere als harmonisch. Im Gegenteil, bei jeder Gelegenheit wetteifern sie um den besten Witz und machen sich das Leben schwer, indem sie den Anderen ununterbrochen kritisieren. Auf einem Maskenball wirbt Don Pedro für Claudio um Hero und gewinnt sowohl ihre als auch die Zustimmung ihres Vaters. Don Juan (Desireè Linde), der verbitterte Halbbruder des Prinzen Pedro, gehört ebenfalls zu dieser Gesellschaft. Er nutzt die Gelegenheit aus, um seinem Bruder Schaden zuzufügen und versucht Claudio einzureden, der Prinz habe für sich selbst geworben. Aber dieses Missverständnis wird durch ein klärendes Gespräch schnell beseitigt.

Heute Abend noch einmal eine Vorstellung

Nachdem Hero und Claudio glücklich vereint sind, wird das Komplott geschmiedet, Benedict und Beatrice zu einem Paar zu machen. Um diese schwere Aufgabe zu meistern, benötigt man allerdings eine ausgefeilte List. Ob dieser von Don Pedro, Leonato und Claudio geschmiedete Plan aufgeht und Benedict und Beatrice zum Traualtar führt, diese Frage wird heute Abend noch einmal beantwortet. Ab 20 Uhr bringt der Literaturkurs ein zweites Mal „Viel Lärmen um Nichts” mit viel Witz auf die Aula-Bühne des Gymnasiums. Als kleiner Augenschmaus neben den zum Teil extra für die Vorführung genähten Kostümen wartete am Ende der Vorstellung – nach rund drei Stunden Spiel – ein atemberaubender Kuss zweier Hauptdarsteller auf die Zuschauer.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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