Leader: Impulse für Bad Laasphe
Belebte Altstadt soll Abwärtsspirale stoppen

Die Bad Laaspher Altstadt könnte ein anderes Gesicht bekommen. Die verloren gegangenen Geschäfte wird man sicher nicht zurückholen, dafür aber vielleicht eine neue Wohnqualität schaffen.
  • Die Bad Laaspher Altstadt könnte ein anderes Gesicht bekommen. Die verloren gegangenen Geschäfte wird man sicher nicht zurückholen, dafür aber vielleicht eine neue Wohnqualität schaffen.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

Bad Berleburg/Bad Laasphe. Angesichts überaus spannender Ideen, die am Montagabend im Rahmen einer Videokonferenz unter erschwerten Corona-Bedingungen präsentiert wurden, bleibt aus Wittgensteiner Sicht nur zu hoffen, dass das Leader-Förderprogramm auch über das Jahr 2023 hinaus eine Zukunft hat. Denn: Zu den bislang bewilligten Projekten mit einer Fördersumme von rund 1,5 Millionen Euro dürften gerne noch einige dazu kommen. Einen deutlichen Fingerzeig erwartet die Leader-Region Wittgenstein von der Veranstaltung am Dienstag, 15. Juni, zu der das Land Nordrhein-Westfalen unter Beteiligung von Umweltministerin Ursula Heinen-Esser eingeladen hat.
Jens Steinhoff kündigte an, dass er in Kürze mit der Bewilligung der beantragten Projekte für den Erndtebrücker Bahnhof unter dem Titel „Alter Bahnhof – neues Umfeld“ und die Klima-Kleinprojekte in den Bad Berleburger Ortschaften rechnen. Vorsitzender Holger Saßmannshausen freute sich über „einige spannende Ideen“, wobei der Schwerpunkt am Montag in der Stadt Bad Laasphe lag. Mit Leader könnte die Lahnstadt an zentralen Orten durchaus neuen Schwung entwickeln.

Wohnraum schaffen

Der Blick in einige der Projekte:
„Altstadt neu belebt“: Ziel des Projektes sei es, so Martin Achatzi, eine Machbarkeitsstudie für die Altstadt auf die Beine zu stellen. Denn: Vor 30 oder 35 Jahren sei es gelungen, viele Gebäude im Stadtkern zu sanieren. „Mittlerweile stellen wir aber fest, dass es an vielen Stellen bröckelt.“ Die Leerstandsquote sei hoch, die Königstraße habe die Bedeutung als Einkaufsstraße schlechthin leider verloren. Einige Gebäude seien regelrecht dem Verfall preisgegeben. Neue Nutzungsmöglichkeiten seien zu prüfen, so Martin Achatzi, außerdem müsse darüber nachgedacht werden, wie der Verfall zu stoppen sei. „Es ist utopisch, dass wir die Königstraße als Einkaufsstraße zurückbekommen.“ Stattdessen gehe es darum, guten, preiswerten und interessanten Wohnraum zu schaffen. Unter dem Strich stehe ein großes Ziel: „Wichtig ist, dass wir die Abwärtsspirale beenden, in der sich Bad Laasphe seit Jahren befindet.“ Einbinden wolle man in jedem Fall die Bürger-Aktionsgemeinschaft „Schöne Altstadt“.

Kulturellen Mittelpunkt schaffen

„Analog trifft digital“: Das Haus des Gastes mit der Touristik-Information solle kultureller Mittel- und Anziehungspunkt in Bad Laasphe werden, kündigte TKS-Geschäftsführerin Signe Friedreich an. Dafür wolle man unter anderem einen digitalen Erlebnisraum schaffen, Besucher sollten sich analog und digital informieren können. Mit ins Boot holen wolle man den Kulturring und das Pilzmuseum.

Beleuchtung im Kurpark

„Es werde Licht“: Und noch ein Bad Laaspher Projekt. Signe Friedreich skizzierte den Kurpark als weitläufiges Areal mit hoher Aufenthaltsqualität. – und zwar für Menschen aller Altersklassen. Das Problem: Die Beleuchtung sei nicht mehr existent. „Im Kurpark leuchtet gar nichts mehr.“ Ziel sei es, die Aufenthaltszeiten der Menschen im Kurpark zu verlängern – und dies möglichst mit Investitionen in Beleuchtung, die aufgrund eines niedrigen Stromverbrauchs klimafreundlich seien.

Mehr Verständnis für Holz

„Auf dem Holzweg in die Zukunft – Bauen mit regionalem Holz“: Colette Siebert präsentierte für die Stadt Bad Berleburg die Zielsetzung der Odebornstadt, mehr denn je über die Nutzungsmöglichkeiten von heimischem Holz zu werben. Dass dabei die riesigen Mengen von Kalamitätenholz eine Rolle spielten, ließ die Frau aus der Stadtverwaltung nicht unerwähnt: „Wir können die Situation nicht gravierend ändern, aber wir können ihr aktiv begegnen.“ Es gehe um mehr Verständnis für den Baustoff Holz. Beispiele wie die geplante Halle des Jugendfördervereins, die Ludwigsburg-Brücke oder Wander-Ruhebänke machten deutlich, was möglich sei. Nachgedacht werde, so Colette Siebert, über eine Kunstfigur als Trägermedium. „Regionales Holz rückt mehr in den Fokus.“

Digitalisierung aller Bereiche

„Digital Guides Wittgenstein“: Die Stadt Bad Berleburg will verschiedenen Wirtschaftszweigen – darunter Handwerk, Gastronomie, Tourismus und Einzelhandel – digitale Hilfestellungen ermöglichen. Im besten Fall solle das über einen „digitalen Kümmerer“ gelingen. Zielsetzung sei, so Colette Siebert, eine zukunftsfähige Stadtgesellschaft. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, dass die Digitalisierung mit einem Tempo vorangeschritten sei, das man so nicht vermutet habe. „Große Konzerne schreiben Rekordumsätze, andere bekommen dagegen Probleme.“ Bad Berleburg wolle, dass sich unterschiedliche Bereiche auf den Weg machten – gern auch in Zusammenarbeit mit den Nachbarn.
Weitere Projekte werden werden mit der Leader-Nachbarregion Hochsauerland angestoßen.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

7 folgen diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen