Neubaugebiete und Straßenplanungen
Berghausen plant 850-jähiges Jubiläum

Blick vom Dorfbrunnen zum Dorfladen, dazwischen die arg in Mitleidenschaft gezogene Landesstraße, die durch Berghausen führt. In diesem Bereich wird in naher Zukunft kostenloses W-LAN angeboten.
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  • Blick vom Dorfbrunnen zum Dorfladen, dazwischen die arg in Mitleidenschaft gezogene Landesstraße, die durch Berghausen führt. In diesem Bereich wird in naher Zukunft kostenloses W-LAN angeboten.
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vc Berghausen. Charlotte Linde-Reber ist nun fast 20 Jahre Ortsvorsteherin in Berghausen. 2002 trat sie das Amt an. „Heute weiß ich, dass es kein Job ist, nach dem sich jeder umschaut“, meint die Berghäuserin lachend und fügt an, dass sie damals wohl etwas blauäugig an die Sache herangegangen sei. „Es ist seit 2002 vielfältiger geworden. Dazu trägt auch die Digitalisierung bei. Früher war es ruhiger.“ Es gebe aber noch die Klassiker wie Alters- und Ehejubiläen. „Sowas macht Freude. Und die Vereine im Ort unterstützen einen. Ich selbst bin noch Vorsitzende im Trägerverein der Kulturhalle.“

Freies WLAN an der digitalen Dorfmitte

Die Berghäuserin setzt sich immer noch mit Elan für den Ort ein. „Ich freue mich auf die künftige digitale Dorfmitte.“ Hier gibt es dann unter anderem freies WLAN im Bereich des Dorfladens und des Dorfbrunnens. „Und wir haben hier in Berghausen ja noch andere Einzelhändler, einen Friseur, eine Tankstelle und andere Serviceanbieter.“

Ortsvorsteherin Charlotte Linde-Reber ist seid 2002 im Amt.
  • Ortsvorsteherin Charlotte Linde-Reber ist seid 2002 im Amt.
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Vieles sei durch Corona nicht einfacher geworden, auch der Kontakt zu den Berghäusern nicht. „Wenn mal Probleme auftreten, fühle ich mich wirklich nicht als Prellbock. Dann wäre ich hier falsch. Ich fühle mich dann eher als Vermittler zwischen den Bürgern und der Stadt. Wenn es hier oder an anderen Stellen zu Reibereien kommt, suche ich lieber das Gespräch mit den Bürgern.“ Was Charlotte-Linde-Reber Sorgen bereitet, sind Aktionen wie etwa die Kriegsgräbersammlung im Ort. „Hier habe ich Angst, dass es durch Corona weniger wird und schließlich einschlafen könnte. Man muss dafür auch Leute finden.“ Das treffe übrigens auch für die Wahlhelfer zu. Im September werde man noch mit einer treuen Stammmannschaft die Bundestagswahl stemmen. Aber dann müssten auch hier die jüngeren Berghäuser ran.

Jubiläums-Planung wegen Corona ausgebremst

Was gut funktioniere, sei die Zusammenarbeit mit der Stadt. „Das ging die letzten Monate über Zoom-Konferenzen und hat dann auch funktioniert. Es bleibt dabei: Wenn ich ein Anliegen habe, wird das umgesetzt, die Zusammenarbeit mit Bauhof und Verwaltung funktioniert. Manchmal zeigt es sich halt, dass ein Wunsch nicht zu realisieren ist. Damit muss ich dann leben.“

Die Berghäuser bereiten das große Dorfjubiläum im Jahr 2023 vor.
  • Die Berghäuser bereiten das große Dorfjubiläum im Jahr 2023 vor.
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Was wohl zu 100 Prozent funktionieren wird, ist das Jubiläum des Ortes. Nicht umsonst sind die Berghäuser berühmt für ihr Organisationstalent. „2023 soll es soweit sein. Dann feiert Berghausen das 850-jährige Jubiläum. Leider wurden die Planungen durch die Pandemie ausgebremst. Wir konnten uns nicht mehr so gut treffen.“ Natürlich seien schon ein Ausschuss und einige Projektgruppen gegründet worden.

Sanierung der Ortsdurchfahrt geplant

Nun hofft die Ortsvorsteherin, dass Planungstreffen künftig wieder normal stattfinden können. „Das treibt uns schon um. Und natürlich gibt es schon Ideen. Wir wollen in das Jubiläumsjahr hinein feiern und im Frühjahr 2023 einen Frühschoppen für das Dorf organisieren. Dann denken wir noch an eine Art ,Berghausen tafelt’ zwischen dem alten Dorf, der Struth und der Kirche.“ Es gibt Themen für eine Ortsvorsteherin, die müssen tagtäglich gelöst werden – wie etwa die Koordination mit der Stadt mit Blick auf städtische Gebäude oder den Friedhof.

„Und da gibt es mein Lieblingsthema, das mich seit Paul Breuers Zeiten umtreibt: unsere Ortsdurchfahrt“, betont Charlotte Linde-Reber. „Da habe ich schon mit dem ehemaligen Berghäuser Landrat diskutiert“, sagt sie und wirft einem Lkw einen finsteren Blick zu, der über die arg mitgenommene Landesstraße fährt. „Die Straße ist in einem schlechten Zustand. Ab 5 Uhr morgens rollt hier der Verkehr unablässig durch. Doch hier bewegt sich was.“ Die Berghäuser Ortsvorsteherin bezieht sich damit auf die Ankündigung der Stadt Bad Berleburg im Bauausschuss, der Landesbetrieb werde noch in diesem Jahr die Oberbauerneuerung ausschreiben und durchführen.

Es fehlen Neubaugebiete

Was die Berghäuserin auch im Blick hat, sind die Wirtschaftswege, die durch die intensive Holzabfuhr stark in Mitleidenschaft gezogen werden. Das sei aber überall das Gleiche. Ein Thema, das der Berghäuserin die Sorgenfalten in die Stirn treibt, ist die abnehmende Bevölkerung in Berghausen. „Wir kommen von 1500. Aktuell sind wir noch rund 1350 Berghäuser“, sagt die Ortsvorsteherin.

„Wir haben eine gute Infrastruktur, vom Dorf ist es nicht weit bis Bad Berleburg und Berghausen ist verkehrsgünstig gelegen. Im Ort gibt es auch eine Schule und einen Kindergarten. Was uns fehlt, ist ein Neubaugebiet!“ Mit den zwei bis drei aktuell freien Grundstücken in Berghausen sei kein Staat zu machen. Da müsse sich unbedingt etwas tun, findet Charlotte Linde-Reber.

Autor:

Christian Völkel

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