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Lange Schlange am Bürgerhaus
Berleburger Blutspende reißt die Rekordmarke

Die Helfer des DRK-Ortsvereins Bad Berleburg waren in Zeiten von „Corona“ mit einem erhöhten Sicherheitsaufwand am Start – und machten ihre Sache mit Bravour.  Foto: Martin Völkel
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  • Die Helfer des DRK-Ortsvereins Bad Berleburg waren in Zeiten von „Corona“ mit einem erhöhten Sicherheitsaufwand am Start – und machten ihre Sache mit Bravour. Foto: Martin Völkel
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vö Bad Berleburg. An dieses Bild musste man sich erst gewöhnen: Ungewohnt viele Menschen bevölkerten am Freitagabend den Bad Berleburger Marktplatz – das Kontrastprogramm zu den vergangenen Wochen, in denen das Areal an der Odeborn zumeist menschenleer blieb. Im gebotenen Sicherheitsabstand reihten sich die Leute vom Eingang des Bürgerhauses an der Pizzeria „Roma“ entlang, vorbei an der Massage-Praxis Reddemann und über den Bürgersteig wieder zurück zum Bürgerhaus. Zu Spitzenzeiten warteten hier 70 Menschen auf das, was kommen sollte. „Es ist alles mit Gemütlichkeit“, fasste es einer der geduldigen Berleburger gegenüber der Siegener Zeitung treffend zusammen. Der Grund für die Warteschlange: Blut spenden im Bürgerhaus.

Bad Berleburg. An dieses Bild musste man sich erst gewöhnen: Ungewohnt viele Menschen bevölkerten am Freitagabend den Bad Berleburger Marktplatz – das Kontrastprogramm zu den vergangenen Wochen, in denen das Areal an der Odeborn zumeist menschenleer blieb. Im gebotenen Sicherheitsabstand reihten sich die Leute vom Eingang des Bürgerhauses an der Pizzeria „Roma“ entlang, vorbei an der Massage-Praxis Reddemann und über den Bürgersteig wieder zurück zum Bürgerhaus. Zu Spitzenzeiten warteten hier 70 Menschen auf das, was kommen sollte. „Es ist alles mit Gemütlichkeit“, fasste es einer der geduldigen Berleburger gegenüber der Siegener Zeitung treffend zusammen. Der Grund für die Warteschlange: Blut spenden im Bürgerhaus.

Der Ortsverein Bad Berleburg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) hatte im Vorfeld kräftig die Werbetrommel gerührt, um auch in Zeiten von „Corona“ diese so lebenswichtige Angelegenheit nicht aus den Augen zu verlieren. Mit Erfolg. „Wir liegen über den Zahlen, die wir sonst in Bad Berleburg so haben. Normalerweise sind es zwischen 160 und 180 Spender“, sagte Roland Dornhöfer, im Ortsverein Bad Berleburg für den Bereich Blutspenden verantwortlich. Eine genau Marke gebe es zwar noch nicht, doch diese Prognose könne er definitiv abgeben. Leider sei es diesmal sogar so, dass man einige potenzielle Spender abweisen müsse, weil das dreistündige Zeitfenster nicht ausgereicht habe, um alle Freiwilligen zu betreuen. „Wir hoffen, dass die Leute beim nächsten Mal trotzdem wieder kommen.“

Für das DRK in der Odebornstadt war es der erste Termin in den Zeiten von „Corona“. Dazu gehörten selbstverständlich besondere Sicherheitsvorkehrungen. Alle Teilnehmer wurden am Eingang dazu aufgefordert, sich die Hände zu desinfizieren. Wer keine Schutzmaske dabei hatte, erhielt umgehend eine. Zudem fand eine Temperaturmessung statt. Wer diese drei „Hürden“ genommen hatte, konnte den Weg in Richtung Erfassung und danach zur eigentlichen Spende antreten. Roland Dornhöfer machte im SZ-Gespräch deutlich, dass die Annahme falsch sei, dass in Zeiten von weniger Operationen auch weniger Blutspenden benötigt würden: „Krebspatienten oder Menschen mit chronischen Erkrankungen sind permanent auf Blutkonserven angewiesen.“

Von der Resonanz im Bürgerhaus sei er beeindruckt, „das hatte ich so nicht erwartet“. Dennoch hätten auch die Termine zuletzt in anderen Regionen eine ähnliche Sprache gesprochen. Warum ist das so? Die Menschen hätten in Zeiten von „Corona“ – teilweise natürlich auch durch Kurzarbeit oder ein stark reduziertes Freizeitprogramm – einen Gang zurückschalten müssen und damit mehr Zeit zur Verfügung. Schule falle aus, die Universität bleibe geschlossen. „Und man spürt, dass es ihnen wichtig ist, etwas zu tun. Das Bedürfnis ist da.“ Das war am Freitagabend offenkundig bei sehr vielen jungen Menschen der Fall. Unter den Spendern befanden sich nämlich auch einige Premieren-Besucher. Das macht Mut für die Zukunft.

Dagegen blieben einige Stammgäste – vorwiegend aus der älteren Generation – dem Termin im Bürgerhaus fern. Da spielte sicherlich die Sorge vor einer Ansteckung eine Rolle – trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, die die Helfer des DRK-Ortsvereins und DRK-Blutspendedienstes gemeinsam in die Wege geleitet hatten. „Das ist aber völlig in Ordnung so. Wir hoffen, dass die Menschen dann beim nächsten Mal wieder dabei sind.“ Reibungslos funktionierte das Prozedere am Freitag. Warten im Außenbereich, Registrierung kontaktfrei und zur Spende dann sprichwörtlich im Einbahnstraßenverkehr. Die Menschen betraten das Bürgerhaus durch den Haupteingang und verließen das Gebäude durch den Nebeneingang. „Natürlich ist das sonst bei uns etwas persönlicher. Aber wir setzen die Anordnungen so um, wie sie uns abverlangt werden“, erklärte Roland Dornhöfer.

• Der nächste Blutspendetermin in der Region lässt nicht lange auf sich warten und findet bereits am kommenden Mittwoch, 29. April, von 17 bis 20.30 Uhr in der Schwarzenauer Mehrzweckhalle statt. „Gleiches Prinzip wie heute, wir freuen uns darauf“, so der Blutspendebeauftragte abschließend.

Die Helfer des DRK-Ortsvereins Bad Berleburg waren in Zeiten von „Corona“ mit einem erhöhten Sicherheitsaufwand am Start – und machten ihre Sache mit Bravour.  Foto: Martin Völkel
Vor dem Bürgerhaus bildete sich am Freitag eine lange Schlange. Foto: Martin Völkel
Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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