Bestehende Strafen wurden für Laaspher aufgestockt

Der Ältere muss nun für sechs Monate ins Gefängnis

JG Bad Berleburg. Die zwei Laaspher, die gestern im Berleburger Amtsgericht angeklagt waren, kannten den Weg zum dortigen Sünderbänkchen bereits aus dem Eff-Eff. Staatsanwalt Wolfgang Nau hatte mal zusammengezählt: Der 41-Jährige habe bereits über 60 Aktenzeichen bei der Staatsanwaltschaft gesammelt, beim 24-Jährigen seien es auch schon um die 20. Erschwerend kam hinzu, dass die beiden auch noch Strafen hatten, die ins gestrige Urteil miteinbezogen werden mussten. Bei dem Älteren war es für eine zweifache Trunkenheitsfahrt sowie eine Beleidigung eine viermonatige Haftstrafe ohne Bewährung, bei dem Jüngeren eine zehnmonatige Freiheitsstrafe mit Bewährung für gemeinschaftlichen Diebstahl.

Um gemeinschaftlichen schweren Diebstahl ging es auch gestern wieder. Dem Jüngeren allein wurden zwei Einbrüche und Diebstähle bei einer Holz-Firma und einer Videothek in der Lahnstadt im März vorgeworfen, zusammen mit dem Älteren sollte er im gleichen Monat auch noch in einem Laaspher Hotel gestohlen haben. Die nächtlichen Diebstähle in der Holz-Firma mit einem geklauten Laptop und etwa 50 e Beute sowie der Videotheken-Einbruch mit 30 gestohlenen DVDs war unumstritten.

Und auch bei der Tat im Hotel räumte der Jüngere seine Rolle als Ideengeber ein. Hier waren 15 CDs, ein Laptop und 500 e Bargeld abhanden gekommen. Lediglich die Rolle des Älteren musste gestern genauer bestimmt werden. Die Frage dabei war, ob der 41-Jährige Schmiere gestanden hatte oder nur so auf die zwei Diebe gewartet und auf ihre Biere aufgepasst hatte. Unstrittig war dann wieder, dass er ein Drittel der Bargeld-Beute – 130 e oder so – abbekam und den Computer für die Knie zertrümmerte: »Den Laptop wollte ich zuklappen, aber leider hab' ich ihn verkehrt'rum zugeklappt.«

Die Angeklagten waren zumindest bei der letzten Tat keinesfalls nüchtern. Die Polizei – bei der sich beide nach eigenen Angaben selbst stellten – ließ sie blasen: Der Jüngere hatte knapp über ein Promille, der Ältere brachte es immerhin auf 1,77 Promille. Weshalb er das Geld genommen habe, wenn er doch gar nichts mit dem Einbruch zu tun hatte, wollte der Staatsanwalt wissen. »Was sollte ich großartig dagegen sagen«, kommentierte der 41-Jährige seinen vermeintlich unerwarteten Geldsegen. Als Zeuge war gestern der dritte Mann des Einbruchs geladen, er war für die Tat bereits verurteilt. Nachdem er den Älteren zunächst ein bisschen belastet hatte, entlastete er ihn schließlich doch noch mit seiner Aussage.

Deshalb sah der Staatsanwalt nicht, dass dem Älteren eine direkte Mittäterschaft nachzuweisen sei. Weil er aber vom Geld genommen hatte, griff nach Naus Ermessen der Tatvorwurf einer nachgelagerten Mittäterschaft, aufgefangen in dem Paragraphen zur Hehlerei. Unter Einbeziehung des bereits bestehenden Urteils forderte er eine sechsmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung. Für den Jüngeren forderte er eine einjährige Haftstrafe, diese könne zur Bewährung ausgesetzt werden, weil der junge Mann mit seiner Lebensgefährtin und einer festen Arbeit offenbar zum ersten Mal im Leben wirklich Fuß gefasst habe. An diesen Anträgen hatten nicht mal die Verteidiger Wolfgang Bojer und Fritz Bosch etwas auszusetzen.

Und während sich das Schöffengericht um Richter Torsten Hoffmann in seinem Urteil bei dem Älteren dem Staatsanwalt anschließen konnte, fiel das Urteil für den 24-Jährigen etwas gesalzener aus: Statt eines Jahres bekam er eine 18-monatige Bewährungsstrafe, außerdem soll er eine 500-e-Geldbuße zahlen. Torsten Hoffmann hoffte, dass die abschreckende Wirkung der rund drei Monate Untersuchungshaft, die der Jüngere nach dem Einbruch im März erlebte, diesen davor bewahren, die Bewährungsstrafe durch neue Taten aufs Spiel zu setzen.

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