Betrachter decodiert Burholts Holzschnitte ganz allein

Laaspher Künstler zeigt »Wittgenschnitt« in der Sparkasse

wette Bad Berleburg. Wenn jeder Mensch voreilig das zum Ausdruck bringe, was er denke, dann falle er ziemlich sicher und sehr schnell auf die Nase – »Deshalb versteckt man diese Gedanken ganz einfach. Geschieht dies im Bild, nennen wir das die visuelle Kommunikation«, sagt Hans Wilhelm Burholt. Der 52-jährige Kunsterzieher, Journalist und Künstler aus Bad Laasphe eröffnete am Freitag seine Ausstellung »Wittgenschnitt« in der Galerie der Sparkasse Wittgenstein in Bad Berleburg. Die gezeigten Holzschnitte und Schnittbilder sind der Öffentlichkeit bis einschließlich Mittwoch, 6. Dezember, während der Öffnungszeiten des Kreditinstitutes zugänglich.

Dabei präsentiert der Künstler rund 60 seiner Werke eines eher unbekannteren Arbeitsstils, mit dem er seine eigenen Gedanken und Erlebnisse chiffriert und später vom Betrachter der Exponate sozusagen wieder decodieren lässt. So entstehen seine »puzzle-pictures«, die dem Betrachter immer neue Sichtweisen ermöglichen. Entschlüsselt der Betrachter das Werk, komme diesem sogleich wieder eine subjektive Interpretation bei; die des Künstlers trete fast schon in den Hintergrund. Hans Wilhelm Burholt beschreibt seine Kreativität und die Technik seiner »puzzle-pictures« mit den folgenden Worten: »Das Ganze zunächst in seine Bestandteile zerlegen, um es anschließend wieder neu zu schaffen, dass ist die fast schon metaphorisch-philosophische Grundidee meiner Kunst.«

Es sei gar nicht so einfach gewesen, für die farbigen Kompositionen eine passende Bezeichnung zu finden. »Puzzle«, so der Pädagoge der Realschule Schloss Wittgenstein, erinnere an Spielzeug, was aber wiederum erheblich an der Sache vorbei gehe. Zutreffend sei das allenfalls für die Art und Weise, wie aus flächigen Entwürfen vielschichtige Bildwerke würden. Seine Entwürfe überträgt der Künstler dann auf Holzplatten und zersägt sie entlang ihrer Flächengrenzen: »Das ist radikaler als die Teilung eines Bilduntergrundes in die Einzelflächen und es zwingt zur dem Material angemessenen einfachen Form«, beschreibt Hans Wilhelm Burholt seine Arbeit.

Jede dieser Formen sei für sich bedeutungslos, erst im Gesamtzusammenhang und mit Hilfe der Farbgebung entstünde ein Geflecht aus sich überschneidenden, durchaus gegenständlichen Komponenten in immer wieder anderen Beziehungen. Im Laufe der Zeit seien aus farblich aufeinander abgestimmten formalen Elementen immer mehr hintergründig verschlüsselte Informationen geworden, was es schließlich nicht immer leicht mache, sich durch die Kulissen einer Komposition zu sehen: »Es gibt Dinge, wo man lange hinschauen muss und auch lange hinschauen soll«, erklärt der Künstler. Denn genau diese Dinge machten das Spiel für die Augen spannend. Bilder, bei denen auf den ersten Blick ein für allemal alles klar sei, böten keine optische Entdeckungstouren: »Sie wären langweilig, und davon gibt es genug.«

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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