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Das Geheimnisvolle fehlt
Borkenkäfer hat Einfluss auf Skulpturenweg

Als regelmäßiger Wanderer auf dem Waldskulpturenweg muss man sich daran erst gewöhnen: Die hohen Fichten rund um die Skulptur „Kein leichtes Spiel“ sind verschwunden.
  • Als regelmäßiger Wanderer auf dem Waldskulpturenweg muss man sich daran erst gewöhnen: Die hohen Fichten rund um die Skulptur „Kein leichtes Spiel“ sind verschwunden.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

vö Kuhhüde. Wahrlich kein leichtes Spiel für die Kunst auf dem Waldskulpturenweg Wittgenstein-Sauerland:Wer zum ersten Mal hierher kommt, dürfte kaum mit einem Fragezeichen zurückbleiben. Regelmäßigen Wanderern in diesem Bereich fällt es aber auf Anhieb auf, dass die Natur eine der Skulpturen auf dem überregional viel beachteten Weg in ein völlig neues Licht rückt. Denn: Der Fichtenwald rund um die Skulptur „Kein leichtes Spiel“ von Ansgar Nierhoff ist verschwunden. Und zwar nicht freiwillig, die Bäume mussten nach Borkenkäfer-Befall gefällt werden.
Bedeutung der Skulptur bleibtNach Gloria Friedmanns „Grünstation“, die bereits seit einigen Jahren ohne die dort integrierten Fichten auskommen muss, erwischte es jetzt auch die Auftakt-Arbeit des Waldskulpturenweges.

Kuhhüde. Wahrlich kein leichtes Spiel für die Kunst auf dem Waldskulpturenweg Wittgenstein-Sauerland:Wer zum ersten Mal hierher kommt, dürfte kaum mit einem Fragezeichen zurückbleiben. Regelmäßigen Wanderern in diesem Bereich fällt es aber auf Anhieb auf, dass die Natur eine der Skulpturen auf dem überregional viel beachteten Weg in ein völlig neues Licht rückt. Denn: Der Fichtenwald rund um die Skulptur „Kein leichtes Spiel“ von Ansgar Nierhoff ist verschwunden. Und zwar nicht freiwillig, die Bäume mussten nach Borkenkäfer-Befall gefällt werden.

Bedeutung der Skulptur bleibt

Nach Gloria Friedmanns „Grünstation“, die bereits seit einigen Jahren ohne die dort integrierten Fichten auskommen muss, erwischte es jetzt auch die Auftakt-Arbeit des Waldskulpturenweges. „Deshalb verliert die Skulptur natürlich nichts von ihrer Bedeutung“, sagte Projektleiter Wolfgang Völker am Montag auf Anfrage der Siegener Zeitung, wenngleich er nicht seinen ersten Gedanken verheimlichen wolle, dass die Skulptur vielleicht etwas von ihrer Ausstrahlung eingebüßt habe. Ansgar Nierhoff habe den Standort vor mehr als zwei Jahrzehnten unter den dunklen Fichten nämlich sehr bewusst ausgewählt. Die Idee dahinter sei gewesen, das Geheimnisvolle am Grenzweg zu untermauern.

Die Natur verändert sich

Es werde, so Wolfgang Völker, vermutlich Jahrzehnte dauern, bis wieder ein Wald auf dieser Fläche entstanden sei. Ob es sich dann um Fichten oder einen Mischwald handele, stehe auf einem anderen Blatt. Doch Dinge wie diese seien fester Bestandteil des Projektes Waldskulpturenweg, betonte der Bad Berleburger; so etwas sei fest eingeplant: „Hier gibt es nichts zu kritisieren. Die Natur verändert sich, und klar ist auch, dass wir uns in einem Wirtschaftswald befinden. Wenn Bäume erntereif sind, werden sie geschlagen. An der Skulptur ist es jetzt früher passiert.“
Aktuell habe er die Information bekommen, ergänzte Wolfgang Völker, dass auch am „Hexenplatz“ bei Grafschaft ein großes Stück Wald gerodet worden sei – ebenfalls ein Resultat der Borkenkäferplage. Er habe allerdings bislang noch nicht die Gelegenheit gefunden, sich das persönlich anzusehen. Ansonsten gebe es derzeit keine bekannten Schwierigkeiten an den Skulpturen unter freiem Himmel. Einen kleinen Sturmschaden am „Blinker“ bei Grafschaft habe der örtliche Dachdeckermeister behoben.

„Kein leichtes Spiel“ zum Auftakt Das Kunstwerk markierte im Jahr 2000 den Auftakt des Waldskulpturenweges Wittgenstein-Sauerland: Die fast 4 Meter hohe und knapp 64 Tonnen schwere Stahlskulptur „Kein leichtes Spiel“ von Ansgar Nierhoff steht auf dem Rothaarkamm als überraschendes Zeichen mitten im Wald für den Konflikt zwischen den über Jahrhunderte territorial, sprachlich, kulturell und konfessionell getrennten Regionen Sauerland und Wittgenstein. Eine massive Stahlwand ist in ein großes zentrales Tor, zwei kleinere Tore und zwei Blöcke aufgelöst worden. Der Betrachter kann deutlich sehen: Alle Teile passen ineinander, schaffen ein Drinnen und Draußen und fordern zum Begehen auf. Der Dialog zwischen den Einzelformen der Skulptur wird durch den Dialog mit dem sie umgebenden Raum, der Natur, vervielfacht. Dieser Kontrast ermöglicht Entdeckungen, Vergleiche und Erinnerungen, für jeden Besucher verschieden. Der so bezeichnete Ort, unweit einer Wegekreuzung an alten Grenzen, lässt Wanderer an der Gemeinsamkeit der ehemals entzweiten Regionen und der Überwindung von Grenzen teilhaben.
Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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