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Anlage Osterholz
Bürger-Projekte ohne Chance

Die Bürgerwind-Anlage in der Konzentrationszone Osterholz produziert jährlich 1 Mill. Kilowattstunden Strom im Jahr.
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  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Martin Völkel (Redakteur)

vö Sassenhausen/Weidenhausen. Die Idee hinter dem Projekt ist eine nachhaltige: Als im Dezember 2003 die Bürgerwind-Anlage auf der Konzentrationszone Osterholz zwischen Sassenhausen und Weidenhausen an den Start ging, waren zahlreiche Bürger mit von der Partie. Anleger investierten kleinere oder größere Summen in den Bau der Windkraftanlage – und profitieren bis heute anteilig am erwirtschafteten Stromertrag.

Doch es spricht einiges dafür, dass dieses Bürgerwind-Projekt auf lange Zeit allein auf weiter Flur in der Region bleiben dürfte. „Die Umstellung der Windkraft von festen Vergütungen auf ein Ausschreibungssystem drängt kleinere Planungsbüros und gerade Bürgerenergie-Projekte praktisch vollständig vom Markt“, heißt es im aktuell erschienenen „Windbrief Südwestfalen“.

Sassenhausen/Weidenhausen. Die Idee hinter dem Projekt ist eine nachhaltige: Als im Dezember 2003 die Bürgerwind-Anlage auf der Konzentrationszone Osterholz zwischen Sassenhausen und Weidenhausen an den Start ging, waren zahlreiche Bürger mit von der Partie. Anleger investierten kleinere oder größere Summen in den Bau der Windkraftanlage – und profitieren bis heute anteilig am erwirtschafteten Stromertrag.

Doch es spricht einiges dafür, dass dieses Bürgerwind-Projekt auf lange Zeit allein auf weiter Flur in der Region bleiben dürfte. „Die Umstellung der Windkraft von festen Vergütungen auf ein Ausschreibungssystem drängt kleinere Planungsbüros und gerade Bürgerenergie-Projekte praktisch vollständig vom Markt“, heißt es im aktuell erschienenen „Windbrief Südwestfalen“. Zu den Redakteuren des Info-Briefes gehört auch der Birkelbacher Energieberater Lothar Schneider, Mitinitiator des Bürgerwind-Projektes am Osterholz. Die fehlende Akteursvielfalt in der Windkraftbranche sei das Ergebnis einer Studie des Landesverbandes Erneuerbare Energien (LEE) NRW. Die vorliegende Studie zeichne ein düsteres Bild.

Bereits 2017, als fast alle Zuschläge der Windkraft-Ausschreibungen an (vorgebliche) Bürgerenergie-Projekte gegangen seien, hätten echte Bürgerprojekte kaum Marktanteile erreicht. Vielmehr hätten größere Büros ihre Projekte durchgängig so konstruiert, dass sie die sehr laxen Maßgaben für Bürgerprojekte erfüllt hätten. Auf diesem Wege seien – durchaus konform zu den Vorgaben – erhebliche Vorteile gesichert worden. Die Studie führe auf, dass so manches bezuschlagte Projekt tatsächlich nur auf dem Papier bestanden habe: Kurz vor den Ausschreibungen seien Bürgerenergie-Unternehmen gegründet worden, die Angebote abgegeben hätten. Bei einem Zuschlag sei im Nachgang versucht worden, existierende Projekte im Planstadium aufzukaufen.

Fazit: „Echte, reale Bürgerprojekte können sich derartige Spekulationen und die erheblichen, völlig unabgesicherten Vorlaufkosten meist nicht leisten und waren daher kaum von der Partie.“ 2080 spielten, so der LEE, Bürgerprojekte so gut wie keine Rolle mehr.

Auch in NRW sei die Vielfalt der Akteure extrem geschrumpft. Letztlich seien die im Land erteilten Zuschläge auf vier größere Unternehmen zurückzuführen, „die mit eigenen Projekten oder als Beratungsdienstleister auftreten“.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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