Bad Berleburg: städtische Stellplatz hat noch Potenzial
Camper in der Kurstadt

Eine Nacht haben die Schmidts auf dem geschotterten Stellplatz an der Bad Berleburger Bismarckstraße verbracht, nach dem Frühstück brechen sie Richtung Willingen auf. Sie sind zufrieden mit dem Gebotenen.
3Bilder
  • Eine Nacht haben die Schmidts auf dem geschotterten Stellplatz an der Bad Berleburger Bismarckstraße verbracht, nach dem Frühstück brechen sie Richtung Willingen auf. Sie sind zufrieden mit dem Gebotenen.
  • Foto: ihm
  • hochgeladen von Marc Thomas

ihm Bad Berleburg. Die Schilderung eines auswärtigen Wohnmobilfahrers gegenüber der SZ klang gar nicht gut: In Bad Berleburg sei der Wohnmobil-Stellplatz abstoßend. Das Wasser zu teuer, die Entsorgungsstation ungepflegt, und morgens falle man aus dem Camperbett, wenn die Mitarbeiter der Sparkasse auf dem benachbarten Parkplatz die Autotüren lautstark ins Schloss fallen ließen. „Schauen Sie sich das mal an, das ist einer Kurstadt nicht würdig!“, empfahl der Wohnmobilfahrer mit Wurzeln im Berleburger Land der Redaktion.

Die SZ machte sich am Donnerstagmorgen ein Bild – und kann Entwarnung geben. Der Stellplatz an der Bismarckstraße genügt sicher nicht höchsten Ansprüchen, aber die Camper, die vor Ort waren, zeigten sich insgesamt zufrieden.

"Abwasserschlitten" in Bad Berleburg

Ein echter Minuspunkt ist die fehlende Möglichkeit, das Abwasser abzulassen. Die Entsorgungsstation ist zwar vorhanden, aber es handelt sich um eine besondere, heutzutage seltene Konstruktion. Während üblicherweise das Wohnmobil über einen Kanaleinlauf oder eine Rinne gefahren wird, um das Wasser abzulassen, gibt es in Bad Berleburg einen „Abwasserschlitten“, den man herauszieht und unter das Fahrzeug schiebt. Dieser Schlitten ist leider verschwunden. Die Stadt weiß nicht, wo er abgeblieben ist. Wolfgang Grund, Abteilungsleiter Infrastruktur und Erholung bei der Stadt: „Ein neuer Abwasserschlitten ist bereits bestellt.“

Marianne Krämer-Uppena ist mit Wohnmobil und E-Bike unterwegs
  • Marianne Krämer-Uppena ist mit Wohnmobil und E-Bike unterwegs
  • Foto: ihm
  • hochgeladen von Marc Thomas

Ursula und Gerhard Schmidt aus Obertshausen bei Offenbach öffnen gerade die Tür ihres Wohnmobils. Sie sind auf Urlaubsfahrt durchs nördliche Hessen und durch Thüringen. „Das ist hier doch ein guter Stellplatz, wir sind zufrieden“, sagt Gerhard Schmidt. Eine kritische Anmerkung hat er aber: „Das Wasser ist echt teuer.“ 50 Liter Wasser kosten 3 Euro. „Woanders ist doch 1 Euro für 100 Liter üblich“, sagt der erfahrene Camper.

"Ich stehe hier kostenlos,
die Lage ist ideal. Ich danke der Stadt
für diese Möglichkeit!"

Marianne Krämer-Uppena
Wohnmobilfahrerin

Die Erklärung der Stadt für den happigen Preis: Es handele sich um eine Mischkalkulation. „24 Stunden Strom und rund 50 Liter Wasser kosten in Summe 7 Euro. Im Winter ist der Wasserspender überdies beheizt und benötigt dazu elektrische Energie. Bei einem mit 7 Euro veranschlagten Tagesverbrauch liegen diese Gebühren noch nicht einmal bei durchschnittlich 30 Prozent der Tagesgebühren anderer Wohnmobilstellplätze.“

Parken und Entsorgung in Bad Berleburg kostenlos

Ob tatsächlich Stellplätze in Deutschland im Schnitt über 20 Euro pro Tag kosten, sei dahingestellt. Aber das Parken und die Entsorgung in Bad Berleburg sind kostenlos. Deshalb gibt Gerhard Schmidt dem Platz auch unterm Strich eine gute Note. Die Geräusche vom benachbarten Parkplatz und von der direkt angrenzenden Bahnlinie stören das Ehepaar nicht. „Wir finden es gut, dass man direkt in der Stadt ist. Und der neue Goetheplatz ist wirklich toll geworden“, schwärmen die beiden.

Auch autarke Camper müssen alle paar Tage sauberes Wasser nachtanken.
  • Auch autarke Camper müssen alle paar Tage sauberes Wasser nachtanken.
  • Foto: ihm
  • hochgeladen von Marc Thomas

„Nachbarin“ Marianne Krämer-Uppena steht mit ihrem Camper eine ganze Woche auf dem Platz. Die gebürtige Berleburgerin ist begeistert: „Ich stehe hier kostenlos, die Lage ist ideal. Ich danke der Stadt für diese Möglichkeit!“ Die Abwasserentsorgung nimmt sie ohnehin nicht in Anspruch: „Das mache ich lieber zu Hause.“

Dass der Strom (sechs Stunden kosten 1 Euro) am ersten Tag floss, die Leitung aber dann tot war, hat sie der Stadt gemeldet. Bei der Kontrolle war der Saft wieder da. Marianne Krämer-Uppena hatte sich inzwischen schon selbst geholfen: Freundliche Anwohner steckten ihr Stromkabel im Keller ein.

Autor:

Irene Hermann-Sobotka (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

11 folgen diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen