Die Verordnungen machen den Sängern zu schaffen
Chöre dürfen wieder proben

In den Anfangszeiten der Pandemie hatte LahnVokal aus Feudingen mal unter Abstandsregelung in der riesigen Volkshalle geprobt. Jetzt soll das Singen wieder möglich sein – unter Auflagen, versteht sich.
  • In den Anfangszeiten der Pandemie hatte LahnVokal aus Feudingen mal unter Abstandsregelung in der riesigen Volkshalle geprobt. Jetzt soll das Singen wieder möglich sein – unter Auflagen, versteht sich.
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howe Bad Berleburg. Sie hat es in der Corona-Zeit besonders schwer erwischt: Kulturschaffende, Künstler, Sänger oder Chöre. Während Sportvereine so langsam wieder mit dem Übungsbetrieb starten und die ersten Wettkämpfe geplant werden, hängen die Wittgensteiner Chöre und Gesangvereine weiter in der Luft. „Die Unsicherheiten sind noch groß“, weiß Kreischorleiterin Katja Kaiser. Der Chorverband NRW hat seit Samstag eine Übersicht über den „nicht berufsmäßigen Probenbetrieb“ auf Grundlage der Corona-Schutzverordnung veröffentlicht. Für den Kreis Siegen-Wittgenstein gilt voraussichtlich in Kürze die Inzidenzstufe 1 (unter 35). Und da ist das Proben zwar Im Freien ohne Teilnehmerbegrenzung erlaubt, jedoch müssen wichtige Vorgaben beachtet werden: Mindestabstand von 2 Meter zum Nächsten und bei 25 Personen die Maske tragen.

„Bei den Abständen hört man nichts“

Außerdem wird ein negativer Test verlangt. Im Innenraum sind maximal 30 Personen erlaubt, in großen Hallen oder in einer Kirche dürften sogar 50 Männer und Frauen singen. Auch hier gelten Abstände, Testpflicht und zusätzlich die ständige Durchlüftung. Für Katja Kaiser tauchen hier schon die Probleme auf: „Open Air“, sagt sie, „hast du keinen Klang.“ Da könne überhaupt nicht so geübt werden, wie man sich das wünsche. Auch der 2-Meter-Abstand stellt manchen Chor vor eine Hürde. Denn wer nur über einen kleinen Übungsraum verfügt, der ist auf eine große Halle angewiesen. Ansonsten könne man lediglich in den Stimmen proben. Schwierig wird es auch, die Qualität des Singens herauszuarbeiten. „Bei den Abständen hört man nichts“, erläutert Katja Kaiser. Überhaupt hat sie ein ungutes Gefühl. „Bis wir das Niveau wieder erreichen, das dauert. Wenn wir es überhaupt wieder erreichen“, bezieht sie sich auch auf diejenigen Chöre und Gesangvereine, die sich aktiv dem Leistungswettbewerb stellen.

40 Prozent der Sänger werden sich verabschieden

„Wir haben Leute, die anderthalb Jahre keinen Ton gesungen haben. Ich bin gespannt, wie das alles weitergeht.“ Auch bei der Motivation, wieder ins Singen einzusteigen, dürften Zweifel aufkommen. „Fachleute gehen davon aus, dass sich 40 Prozent der aktiven Sänger verabschieden.“ Es sei jetzt schon schwierig, den Wiedereinstieg zu finden. „Wir müssen schauen, wer zu den ersten Proben kommt.“ Viele der Jüngeren seien noch nicht geimpft, andere wollen sich nicht noch vorher einem Test unterziehen – nur, um singen zu können. Manche hätten deutlich gemacht, so Katja Kaiser, dass sie erst vollständig geimpft werden wollten. Danach stünden sie wieder für das Chorsingen zur Verfügung.

Fakt ist: Die Beschränkungen werden noch lange nicht aufgehoben und machen den Chören das Leben schwer. „Das ist nicht das Singen, das wir so lieben“, lautet das ernüchternde Fazit der Kreischorleiterin. Christian Dellori kann das als Vorsitzender des Sängerkreises Wittgenstein nur bestätigen. „Wir können vielleicht wieder stimmenweise singen, aber wir sind ganz weit entfernt vom ganzen Chor.“

Die Verantwortung liegt bei den Chören

Grundsätzlich sei er froh, dass es wieder losgehe, wenn auch die Corona-Schutzverordnung weiterhin eingehalten werden müsse. „Im Moment ist das Singen von den Verordnungen her bis zuletzt beschnitten“, erläutert Christian Dellori und spricht damit die Problematik der „Aerosole“ an. Aber: Singen ist wieder möglich. „Die Chöre müssen auf jeden Fall Rücksprache mit den Städten und Gemeinden halten.“

Das hat der Chorverband NRW genau so vorgegeben: dass die Verantwortung für die Proben bei den jeweiligen Chören liegt. Von drei, vier Vereinen wisse er, dass die bereits Kontakt zu den Städten aufgenommen hätten, um wieder proben zu können. Die Hoffnung auf Normalität ist da: „Je mehr wir mit dem Impfen fortschreiten, umso eher wird es wieder werden.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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