Christkind wohnt am Burgfeld

Berleburger Christkindhäuschen gibt es schon seit anno 1723 / Briefe werden beantwortet

howe Bad Berleburg. Mitten im Wald, oberhalb des Burgfelds in Bad Berleburg, da steht das kleine Häuschen. Wer den Wanderweg vom Schützenplatz Richtung Café Hof Mühlbach geht, entdeckt es linker Hand am Wegesrand. Die Tür ist verschlossen, die Fensterläden sind zugeklappt. Aus dem Schornstein steigt kein Rauch auf – das Christkind ist nicht zuhause. Und trotzdem wohnt es dort. Am Briefkasten hat es seine Adresse hinterlassen.

Kurz und knapp: Christkindhäuschen. Hier laufen die Kinder aus Bad Berleburg hinauf und werfen ihre Wunschzettel und Briefe ein. Das Christkind beantwortet sie, unterschreibt sogar in goldener Schrift. Die Siegener Zeitung nutzte dieser Tage die einmalige Gelegenheit, mit dem Christkind zu sprechen. Kürzlich sei der Briefkasten von irgendwelchen Vandalen zerstört worden, auch an den Fensterläden habe man sich zu schaffen gemacht. Wenn das nochmal passiere, dann müsse es den Briefkasten abhängen, ärgerte sich das Christkind. Leidtragende wären dann allerdings die vielen Kinder, die seit Jahren dort ihre Wünsche hinterließen. Anno 1723 wurde es erbaut, erfuhr die SZ von Heimatkenner Kurt Lauber. Das habe seinerzeit der Oberstudienrat Nebeling herausgefunden. Damals, als die Fichten es noch nicht zugestellt hatten, war es von der Stadt aus sichtbar.

Vermutlich aus diesem Grunde erzählten Eltern ihren Kindern, wenn diese denn fragten, dass dort oben auf dem Berg das Christkind wohnt. Wenn dann noch der Himmel rot färbte, dann passte sogar die Geschichte mit dem Plätzchenbacken dazu. Das Christkind verriet der Heimatzeitung, dass es schon viele Stunden an dem alten Häuschen gearbeitet habe, um es wieder auf Vordermann zu bringen. Zwei Eimer Mäusedreck habe es herausgeholt, das Haus sei komplett renoviert worden. Das Nutzungsrecht habe es von Richard Prinz zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg erhalten. Dem habe es nämlich einst gehört. Prinz Richards Waldarbeiter durften sich hier von schwerer Arbeit ausruhen. Das fürstliche Waldarbeiterhäuschen ging in die Obhut des Christkinds über, als dieses sich bereit erklärte, das kleine Gebäude zu pflegen. Prinz Richard stimmte zu und das Christkind sorgte sich um das Haus. Heute beantwortet es unzählige Briefe aus Bad Berleburg und den umliegenden Ortschaften.

Selbst aus Wetzlar, Limburg und aus Gegenden an der Mosel hat es schon Briefe erhalten. Stets nimmt es seinen goldenen Stift und schreibt zurück. Manchmal öffnet es sein Haus für den Kindergarten. Dann rufen die Erzieherinnen vorher beim Christkind an und gut 20 Knirpse freuen sich, wenn der Ofen raucht und Plätzchen auf dem kleinen Tisch stehen.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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