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Synode des Kirchenkreises Wittgenstein
Corona trifft Abenteuerdorf - aber wohl nicht zu hart

Bei den Kindergruppen besonders beliebt sind die erlebnispädagogischen Angebote mit den Lamas. Im März 2021 soll nun entschieden werden, ob es in Wemlighausen weitergeht oder nicht.
  • Bei den Kindergruppen besonders beliebt sind die erlebnispädagogischen Angebote mit den Lamas. Im März 2021 soll nun entschieden werden, ob es in Wemlighausen weitergeht oder nicht.
  • Foto: Kirchenkreis
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

howe Bad Berleburg. Zugegeben: Die Stunde der Wahrheit schlägt in Kürze – nämlich dann, wenn sich die Verantwortlichen des Abenteuerdorfs Wittgenstein (ADW) mit der Landeskirche an einen Tisch setzen, um das Ergebnis der Rechnungsprüfung zu bewerten und möglichst bei positiver Bewertung erneut grünes Licht aus Bielefeld für die kirchenaufsichtliche Genehmigung zur Fortführung des Betriebs im ADW erhalten. Das hängt freilich von den Zahlen ab, die noch nicht alle vollständig vorliegen. Superintendentin Simone Conrad erläuterte während der über „Zoom“ online laufenden Wintersynode des Kirchenkreises Wittgenstein, dass besagte Genehmigung zunächst zum 31. Dezember dieses Jahres auslaufe.
Zeit bis MärzUm zum 1.

howe Bad Berleburg. Zugegeben: Die Stunde der Wahrheit schlägt in Kürze – nämlich dann, wenn sich die Verantwortlichen des Abenteuerdorfs Wittgenstein (ADW) mit der Landeskirche an einen Tisch setzen, um das Ergebnis der Rechnungsprüfung zu bewerten und möglichst bei positiver Bewertung erneut grünes Licht aus Bielefeld für die kirchenaufsichtliche Genehmigung zur Fortführung des Betriebs im ADW erhalten. Das hängt freilich von den Zahlen ab, die noch nicht alle vollständig vorliegen. Superintendentin Simone Conrad erläuterte während der über „Zoom“ online laufenden Wintersynode des Kirchenkreises Wittgenstein, dass besagte Genehmigung zunächst zum 31. Dezember dieses Jahres auslaufe.

Zeit bis März

Um zum 1. Januar 2021 das Abenteuerdorf weiterführen zu können, würden noch weitere Abrechnungen aus den Jahren 2017 bis 2019 benötigt. „Silke Grübener hat mit größter Gewissenhaftigkeit und Fleiß gearbeitet, aber es war nicht möglich, alles beizubringen“, so die Superintendentin. Bis März 2021 sollten nun die fehlenden Dokumente zusammengetragen werden, um eine abschließende Rechnungsprüfung zu ermöglichen.

In Ruhe über Abenteuerdorf beraten

Danach werde das Ergebnis in der Synode zeitnah vorgestellt. „Womöglich berufen wir eine Sondersynode ein, um das Thema in Ruhe beraten zu können“, so Simone Conrad. Insofern könne Abenteuerdorf-Geschäftsführerin Silke Grübener nur eine vorläufige Bilanz von 2020 und einen „sehr vorläufigen Wirtschaftsplan“ für 2021 vorlegen. Silke Grübener machte Mut für die Zukunft und präsentierte Zahlen, die aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie weitaus dramatischer erwartet worden waren. Doch das bisherige Ergebnis von Januar bis Oktober kann sich trotz eines Defizits von 37 200 Euro noch sehen lassen. „Wir hätten mit einem Minus von 90.000 Euro gerechnet“, so Silke Grübener. Mit einem konsequenten Sparkurs, auch beim Personal, habe man die Kosten insgesamt „so gering wie möglich gehalten“. Der Wirtschaftsplan für das Jahr 2021 steht natürlich unter dem Vorbehalt der „Corona-Krise“, deren Ausmaße und zukünftige Entwicklung nicht vorhersehbar ist. Dennoch hat das Team um Silke Grübener die Vorbereitungen für ein arbeitsreiches Jahr getroffen. 10.000 Übernachtungsanfragen mit Vollpension liegen aktuell vor, dazu kommen rund 1300 angemeldete Tagesgäste – Zahlen, die durchaus positiv zu bewerten sind.

Relativ geringer Fehlbetrag 

Am Ende kommt das Abenteuerdorf hier zu dem Ergebnis, dass auf der Seite der Betriebserträge mit den genannten Übernachtungen und den erlebnispädagogischen Angeboten eine Summe von rund einer halben Million Euro zu Buche schlägt. Andererseits weist die Ausgabenseite mit Wareneinsatz, Personalaufwand und Abschreibungen ebenfalls eine gute halbe Million Euro aus, sodass 2021 ein relativ geringer Fehlbetrag von 15.500 Euro zu verkraften ist. Positive Effekte ergeben sich für das laufende Jahr durch die Hilfen. Denn die Abenteuerdorf-Spitze hat sich unermüdlich um Zuschüsse bemüht. Silke Grübener erläuterte, man habe rund 90 000 Euro bei verschiedensten Stellen beantragt, „die entweder bereits eingegangen oder bis Ende des Jahres in Aussicht gestellt worden sind.“

Erlöse und Erträge berücksichtigen

Hierzu zählen das Kurzarbeitergeld der Agentur für Arbeit sowie Soforthilfe- und Sonderprogramme von Bund und Land. Konkret wirken sich die genannten Zuschussmittel positiv aus. Silke Grübener nannte für 2020 einen Fehlbetrag nach der Ergebnisrechnung für Januar bis Oktober von 175.000 Euro. „Da könnte man erschrecken, aber es gibt noch Erlöse und Erträge, die zu erwarten sind.“ Den Fehlbetrag habe man eben durch die genannten Zuschüsse reduzieren können. Für Kurzarbeit gab es rund 28.000 Euro, aus dem Sonderprogramm „Jugend 2020“, ein Förderprogramm des Bundes, fließen in der kommenden Woche 46.800 Euro. Werden die noch zu erstellenden und zu buchenden Ausgangsrechnungen von rund 63.000 Euro dazu gerechnet, liegt das Defizit des laufenden Jahres nur noch bei 37.200 Euro.

Viel weniger Übernachtungen

Trotz Corona also hat das Abenteuerdorf den Kopf aus der Schlinge gezogen – zumal Silke Grübener die schwierige Lage während der aktuellen Corona-Krise aufzeigte: Mit 13.000 Übernachtungen habe man zum Jahresanfang gerechnet, dazu 25 Tagesveranstaltungen mit 1500 erwarteten Gästen. „Und dann kam alles anders“, stellte Silke Grübener fest. Bis Ende des Jahres hätten nur ein Viertel der geplanten Gäste das Abenteuerdorf besuchen können. „Viele Familienfeiern wurden verschoben, Seminare sind ausgefallen oder wurden online durchgeführt.
Rund 50 Gruppen mussten wir Rechnungen über Stornokosten für abgesagte Freizeiten und Klassenfahrten ausstellen“, konstatierte Silke Grübener.
Etwas leichter fällt dem Abenteuerdorf Wittgenstein die schwierige Zeit übrigens dank des Haushaltsplanes. In der Kreissynodalkasse hat die Synode nämlich am Mittwoch – wie in der Vergangenheit auch – einen Vorwegabzug von 100.000 Euro für das Abenteuerdorf vorgesehen. Sozusagen als Sicherheit für die beliebte Einrichtung in Wemlighausen.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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