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Hochzeit im Krisenmodus
Corona und die Liebe

Katja Müller und Torben Beil wollen sich am 2. Mai das Jawort in der Drehkoite in Girkhausen geben. Ob und in welchem Rahmen das stattfinden wird, ist noch unsicher.
  • Katja Müller und Torben Beil wollen sich am 2. Mai das Jawort in der Drehkoite in Girkhausen geben. Ob und in welchem Rahmen das stattfinden wird, ist noch unsicher.
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sp Girkhausen/Wenden. Die Stimmung ist getrübt, befindet sich irgendwo zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Torben Beil und Katja Müller wollen sich das Jawort geben, das machten sie im vergangenen Sommer mit einer Verlobung offiziell. Sie legten einen Termin fest, begannen mit den Vorbereitungen. Am 2. Mai 2020 wollen sie sich an einem besonderen Ort in Girkhausen (Bad Berleburg) trauen lassen, in der Drehkoite, einem Handwerks- und Heimatmuseum. 130 Gäste sind dorthin und zur anschließenden Feier in Winterberg eingeladen. Jetzt aber bangt das Paar um die Hochzeit. Als es ihre Pläne schmiedete war von dem neuartigen Coronavirus noch keine Rede, an weitreichende Einschränkungen, an Veranstaltungs- oder Kontaktverbote dachte niemand. Warum auch?

sp Girkhausen/Wenden. Die Stimmung ist getrübt, befindet sich irgendwo zwischen Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. Torben Beil und Katja Müller wollen sich das Jawort geben, das machten sie im vergangenen Sommer mit einer Verlobung offiziell. Sie legten einen Termin fest, begannen mit den Vorbereitungen. Am 2. Mai 2020 wollen sie sich an einem besonderen Ort in Girkhausen (Bad Berleburg) trauen lassen, in der Drehkoite, einem Handwerks- und Heimatmuseum. 130 Gäste sind dorthin und zur anschließenden Feier in Winterberg eingeladen. Jetzt aber bangt das Paar um die Hochzeit. Als es ihre Pläne schmiedete war von dem neuartigen Coronavirus noch keine Rede, an weitreichende Einschränkungen, an Veranstaltungs- oder Kontaktverbote dachte niemand. Warum auch? Um die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen, sollen die Menschen nun auf soziale Distanz gehen, sich voneinander fern halten, zu Hause bleiben. Ab dem 13. März „wurde es ernst“, erinnert sich Torben Beil: „Meine Verlobte kam nach Hause und sagte: ,Es sieht nicht gut aus für uns.’“

Drei Szenarien: feiern, verschieben oder absagen?

Es folgte die Allgemeinverfügung des Gesundheitsamtes: „Im gesamten Gebiet des Kreises Siegen-Wittgenstein sind alle öffentlichen und privaten Veranstaltungen, sowohl in geschlossenen Räumen als auch unter freiem Himmel, untersagt.“ Hochzeitsfeiern sind hier nicht ausgenommen. Die Allgemeinverfügung gilt vorerst bis zum 19. April, eine Verlängerung ist allerdings möglich.

Noch hoffen Torben Beil und Katja Müller darauf, dass die Anordnungen nicht weiter bestehen bleiben müssen. „Wir haben drei Möglichkeiten“, sagt Torben Beil. „Die erste und schlimmste wäre, dass alles abgesagt wird.“ Dass nicht einmal das stattfinden darf, was er als Möglichkeit 2 bezeichnet: Die Trauung in der Drehkoite. Die beiden wollen sich vor der Standesbeamtin das Jawort geben, festlich gekleidet im Anzug und Brautkleid, in Begleitung ihrer Trauzeugen. „Not macht erfinderisch“, sagt der angehende Bräutigam. „Wir wollen einen Live-Stream für die engsten Verwandten machen von der Trauung. Und sie aufnehmen und dann bei der Feier abspielen.“

Hochzeitsbranche leidet

Das Fest würde an einem anderen Tag stattfinden und trotzdem hätten Freunde und Familie auf eine etwas andere Art die Möglichkeit, mit dabei zu sein, wenn die beiden den Bund fürs Leben eingehen. Noch aber haben sie das Fest mit den 130 Gästen nicht verschoben, keine Absagen verschickt, hoffen auf Möglichkeit 3, darauf, dass doch noch alles so stattfinden kann, wie sie es sich vorgestellt haben. „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sagt Beil, der mit seiner Verlobten gespannt darauf wartet, welche Entscheidungen als nächstes von offiziellen Stellen getroffen werden. Immer wieder versuche er seine zukünftige Frau aufzumuntern. „Man muss es hinnehmen, wie es kommt, aber man hat sich das komplett anders vorgestellt. Jetzt steht alles in der Schwebe und man weiß nicht, was als nächstes kommt.“

Standesamtliche Hochzeit nur mit Trauzeugen

Keine Hoffnung mehr darauf, dass sie die Hochzeit mit Familie und Freunden feiern können, haben Lara Alena Schwarz und Julian Kraft aus Scheiderwald (Wenden). Sie haben sich an Silvester verlobt und beschlossen, schnell zu heiraten. „Jetzt ist Nachwuchs unterwegs, was wir damals noch nicht wussten“, freut sich Lara Alena Schwarz. Die Freude über ihre Hochzeit ist allerdings gedämpft. Das Datum steht. Am 4. April wollen sie „Ja“ zueinander sagen. Ab mittags wollten sie mit ihrer Familie, etwa 30 Personen, feiern, abends mit etwa 130 Gästen auf ihrem Hof – das Paar hat ihnen absagen müssen. Sie hatten einen DJ gebucht, Essen bei einem Catering-Service und Blumen bei einer Floristin bestellt. Drei Monate organisierten und planten die beiden. An ihrem Datum wollen sie festhalten, zu sehr freuen sie sich schon auf den Termin, und die Ringe sind bereits graviert. Die standesamtliche Trauung wird nicht wie geplant in der Wendener Hütte stattfinden, sondern im Rathaus, nur mit ihren Trauzeugen. Das ist zurzeit der Rahmen, den das Standesamt Wenden für Trauungen zulässt.

„Besonders schade ist, dass unsere Eltern nicht dabei sein können, es wird keinen Sektempfang geben, wo uns Freunde und Familie empfangen“, bedauert Lara Alena Schwarz. „Man kann das Fest nicht mit engsten Freunden und der Familie feiern. Man hat sich viele Gedanken gemacht, um die standesamtliche Trauung schön zu gestalten, um das nicht so bürokratisch ablaufen zu lassen, sondern persönlich. Jetzt ist es nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben.“ Die Enttäuschung darüber, dass es keine große Feier gibt, ist groß. Umso mehr freut sich das Paar jetzt auf die kirchliche Hochzeit im nächsten Jahr, die mit einem großen Fest zelebriert werden soll.

Autor:

Sarah Panthel (Redakteurin) aus Siegen

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