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Oberlahntaler berichtet von seiner Erkrankung
Coronavirus nimmt Körper in Beschlag

Ein Abstrich brachte Gewissheit: Mitte Oktober wurde ein Oberlahntaler positiv auf Corona getestet. Das Virus nahm seinen Körper in Beschlag, noch immer spürt er die Nachwirkungen.
  • Ein Abstrich brachte Gewissheit: Mitte Oktober wurde ein Oberlahntaler positiv auf Corona getestet. Das Virus nahm seinen Körper in Beschlag, noch immer spürt er die Nachwirkungen.
  • Foto: damo (Archiv)
  • hochgeladen von Sonja Schweisfurth (Redakteurin)

bw Bad Berleburg. „Man darf dieses Virus nicht unterschätzen.“ Dies sagt kein Virologe, kein Fachmann, sondern jemand, der erkrankt war an Covid-19. „Wenn man diese Erfahrung gemacht hat, kann man darüber reden“, verrät der Mittvierziger aus dem oberen Lahntal und erzählt deswegen unserer Zeitung von seinem Krankheitsverlauf. Es begann am späten Abend des 11. Oktober. Erstes Symptom: Schüttelfrost. Am nächsten Tag sei es ihm aber wieder einigermaßen gut gegangen, nur einen ganz leichten Schnupfen hatte er. „Mir ging es erst nicht so schlecht.“ Erst freitags habe er schließlich bemerkt, dass sein Geschmacks- und Geruchssinn nachließ.

bw Bad Berleburg. „Man darf dieses Virus nicht unterschätzen.“ Dies sagt kein Virologe, kein Fachmann, sondern jemand, der erkrankt war an Covid-19. „Wenn man diese Erfahrung gemacht hat, kann man darüber reden“, verrät der Mittvierziger aus dem oberen Lahntal und erzählt deswegen unserer Zeitung von seinem Krankheitsverlauf. Es begann am späten Abend des 11. Oktober. Erstes Symptom: Schüttelfrost. Am nächsten Tag sei es ihm aber wieder einigermaßen gut gegangen, nur einen ganz leichten Schnupfen hatte er. „Mir ging es erst nicht so schlecht.“ Erst freitags habe er schließlich bemerkt, dass sein Geschmacks- und Geruchssinn nachließ. Am Samstag erhielt der Oberlahntaler durch einen Anruf die Nachricht, dass bei zwei Kollegen an seiner Arbeitsstelle der Corona-Test positiv ausgefallen war – nur der Anfang.

Kopfschmerzen und keine Kraft

Für ihn sei da klar gewesen, dass er das Virus auch haben musste. Am 19. Oktober ließ auch er sich testen, am nächsten Morgen lag das Ergebnis vor – und brachte die Bestätigung. Das Gesundheitsamt verordnete 14 Tage Quarantäne. Allerdings wäre das gar nicht nötig gewesen, denn nun begann das Virus, den Körper richtig in Beschlag zu nehmen: „Ich fühlte mich richtig krank. Du bist echt fertig mit der Welt“, erinnert sich der Oberlahntaler. Ganz starke Kopfschmerzen, die Stirnhöhlen rund
14 Tage lang dicht, geschwollene Lymphknoten im Hals, keine Kraft, sehr schlapp und erschöpft. Eine starke Grippe, könnte man meinen. Aber damit war es nicht getan, der sportlich aktive Mittvierziger spürte am 23. Oktober einen Druck auf der Brust inklusive Atembeschwerden. Vom Hausarzt bekam er ein Asthmaspray verschrieben, das auch tatsächlich Linderung brachte. Rund zwei Wochen nach der Diagnose sei es ihm langsam wieder besser gegangen, aber die Nachwirkungen spürt er weiterhin. Denn nach wie vor hat er noch nicht seinen vollen Geschmacks- und Geruchssinn wieder zurückgewonnen. „Gerade bei den Problemen mit der Luft ist mir mulmig geworden.“

Unberechenbares Virus

Von diesen Problemen hätten einige jüngere Kollegen, die ebenfalls an Corona erkrankt waren, ebenfalls berichtet. Wiederum andere hätten dagegen ganz andere Symptome gehabt. Das mache Covid-19 so unberechenbar, findet der noch nicht ganz von der Krankheit Genesene. Manche hätten starken Husten, andere Fieber gehabt. „Es verläuft bei jedem Betroffenen unterschiedlich.“ Und noch sei nicht sicher, welche Spätfolgen das Virus haben könne.

Mit wenigen Menschen Kontakt

Für ihn, das gibt der Oberlahntaler auch zu bedenken, sei vor allem der lange Zeitraum merkwürdig, den er jetzt schon unter den Auswirkungen leidet. An Sport sei bisher nicht zu denken, nicht mal an ein bisschen Radfahren. Ein großes Lob spricht er im Übrigen den Mitarbeitern des Kreisgesundheitsamts aus, die mit tollem Service zur Seite gestanden hätten. Sein Glück sei gewesen, dass er mit wenigen anderen Personen in der Woche vor dem positiven Test in Kontakt gekommen sei. Diese wenigen seien glücklicherweise auch negativ getestet worden. Eine weitere Erkenntnis des Mittvierzigers: Auf die Corona-Warn-App könne man sich leider bislang noch nicht verlassen.

Verschwörungstheorien: gefährliche Entwicklung 

Dass er nun so offen über seine Corona-Erfahrungen berichtet, hat für den Oberlahntaler einen guten Grund. Ihm geht es nicht darum, irgendwelche Panik zu schüren, sondern zu einer Versachlichung beizutragen. Leider gebe es starke Tendenzen in sozialen Netzwerken und damit in der Bevölkerung, selbst im ländlichen Raum, dass vielen Verschwörungstheorien zu Corona immer mehr Gehör geschenkt werde. „Du kannst mit den Leuten nicht mehr reden, weil alle Argumente nur noch mehr Wasser auf die Mühlen laufen lassen. Das ist mittlerweile leider in sehr vielen Köpfen drin.“ Das sei eine gefährliche Entwicklung, findet der selbst von Corona betroffene Oberlahntaler, der sich im Zuge seiner Erkrankung naturgemäß etwas intensiver mit dem Virus beschäftigt hat. Es sei leider Fakt, dass die Sterblichkeitsrate höher sei als bei einer normalen Grippe.

"Corona-Effekt naheliegend"

Dem Robert-Koch-Institut zufolge deutet die überdurchschnittlich hohe Anzahl an Todesfällen in Deutschland auf eine Übersterblichkeit im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie hin. „Der Blick auf die Sterbefallzahlen legt nahe, dass deren zeitweise Erhöhung in einem Zusammenhang mit der Pandemie stand, also ein Corona-Effekt naheliegend ist“, schreibt auch das Statistische Bundesamt in einem Bericht. Experten gehen davon aus, dass die bestätigte Zahl der Todesfälle „durch“ Covid-19 sehr wahrscheinlich von der tatsächlichen Zahl abweicht. Unumstößlicher Fakt ist letztlich aber: Mit der Ausbreitung des Coronavirus in Deutschland ist die Zahl der Todesfälle angestiegen. Zwischen Ende März und Anfang Mai starben mehr Menschen als im Schnitt zur selben Zeit in den vergangenen Jahren – und teilweise werden auch die höchsten Werte der letzten Jahre übertroffen.

Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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