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Erinnerungen bei „Möller Lips“ Mühle
Das Herz der Mühle schlug noch einmal

Die Mühle in Diedenshausen erzählte beim Stehenden Festzug zur 825-Jahr-Feier auch ihre Geschichte. Man musste sich nur Zeit nehmen und die vielen, historischen Informationen lesen. Foto: Holger Weber
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howe Diedenshausen. Das Mühlrad klappert nicht mehr am rauschenden Bach, doch dafür schlug noch einmal das Herz der Mühle, als Diedenshausen kürzlich seine 825-Jahr-Feier beging. Da war bei „Mühle“ richtig was los. Die Besucher saßen im Hof, aßen und tranken etwas und genossen das sommerliche Wetter. Dazu gab es an den aufgestellten Strohballen Informationen – etwa, dass Roggen, Hafer und Weizen für Brotmehl gemahlen wurden. Oder dass man Hafer, Gerste und Roggen für das Viehfutter geschrotet hat.

Durch den Rückgang des Getreideanbaus in den 1960er Jahren sank der Bedarf für eine Mühle dieser Art – stand da geschrieben. Mitte der 1970er Jahre wurde dann der Mühlbetrieb endgültig eingestellt. Der letzte gelernte Müller der Mühle in Diedenshausen war Albert Weller.

howe Diedenshausen. Das Mühlrad klappert nicht mehr am rauschenden Bach, doch dafür schlug noch einmal das Herz der Mühle, als Diedenshausen kürzlich seine 825-Jahr-Feier beging. Da war bei „Mühle“ richtig was los. Die Besucher saßen im Hof, aßen und tranken etwas und genossen das sommerliche Wetter. Dazu gab es an den aufgestellten Strohballen Informationen – etwa, dass Roggen, Hafer und Weizen für Brotmehl gemahlen wurden. Oder dass man Hafer, Gerste und Roggen für das Viehfutter geschrotet hat.

Durch den Rückgang des Getreideanbaus in den 1960er Jahren sank der Bedarf für eine Mühle dieser Art – stand da geschrieben. Mitte der 1970er Jahre wurde dann der Mühlbetrieb endgültig eingestellt. Der letzte gelernte Müller der Mühle in Diedenshausen war Albert Weller. Mit ihm hielt sich der Müllersname Weller über 375 Jahre. Denn es war Johann Philipp Weller, der anno 1641 – exakt am 10. September – die Mühle kaufte. 1824 wurde das Gebäude durch einen Brand vernichtet, noch im gleichen Jahr baute es die Familie Weller wieder auf. 1950 kam ein eigenes Stallgebäude mit Scheune dazu. 1975 wurde der Mahlbetrieb eingestellt, zehn Jahre später baute man das Mahlwerk aus. Das Diedenshäuser Heimatbuch beschreibt die Geschichte von „Mühle“ detailliert. Auch die Verkaufsurkunde von 1641 ist im Original abgedruckt.

Hieraus wird ersichtlich, welchen Mut Philipp Weller, der Möller Lips aus Berleburg, gehabt hat, als er die Mühle erwarb. Denn der 30-jährige Krieg hatte auch in Diedenshausen seine Spuren hinterlassen. Durchziehende und lagernde Soldaten hatten das Dorf mehrfach ausgeplündert und ausgeraubt. „Das ganze Heiligenholz lag jahrelang unbebaut brach,“ schreibt der Chronist im Heimatbuch, „weil kein Saatgut mehr vorhanden war.“ War also kein Getreide vorhanden, konnte auch nicht gemahlen werden. Und hätte man die geringen Mengen verarbeiten wollen, hätte man sicher den hohen Pachtzins nicht zahlen können. In 1641 war es Johannes Spies, der die Mühle noch besaß, der sich aber nicht in der Lage sah, sie zu betreiben. Johannes musste dem Käufer Philipp Weller noch die 18 Taler Schulden seines Vaters Gabriel begleichen, zudem waren weitere 18 Taler Mühlenzins fällig, die dem Landesherrn zustanden. Johannes Spies blieb folglich gar nichts anderes übrig, als seine Mühle zu verkaufen. Philipp Weller dagegen hatte aus Berleburg reichlich Geld mit nach Diedenshausen gebracht, schließlich verdiente er als gräflicher Hofmüller ganz gut.

Trotz der Kriegsfolgen und der Missstände war er in der Lage, die 36 Taler Kaufpreis bar auf die Hand zu geben. Das entledigte Johannes Spies zwar von seiner Mühle, aber auch von seinen Schuldenlasten. Damals entnahm der Müller das Wasser für den Antrieb des Mühlrads aus dem Pferdsbach. Später wurde ein Teich angelegt, um den Wasserbedarf decken zu können. Das geschah, bevor der Mühlgraben erweitert wurde, um den Zulauf aus dem Elsoffbach zu ermöglichen. Der Gast erfuhr beim Stehenden Festzug bei der 825-Jahr-Feier auch, dass es sich hier um eine „oberschlägige Mühle“ handelt, da das Wasser von oberhalb auf das Rad geleitet wird.

Die Mühle in Diedenshausen erzählte beim Stehenden Festzug zur 825-Jahr-Feier auch ihre Geschichte. Man musste sich nur Zeit nehmen und die vielen, historischen Informationen lesen. Foto: Holger Weber
In Diedenshausen lohnte es sich, bei der Mühle Halt zu machen. Hier hatte sich die Familie ganz liebevoll um die Aufarbeitung der Geschichte gekümmert. Foto: Holger Weber
Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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