Definitiv: WKA entlässt 150 Mitarbeiter

Wittgensteiner Kliniken AG streicht allein 65 Vollzeitstellen in der Baumrainklinik

howe Bad Berleburg. Die Wittgensteiner Kliniken Aktiengesellschaft (WKA) mit Hauptsitz in Bad Berleburg trennt sich bis zum Ende dieses Jahres von 150 Mitarbeitern. Diese Zahl nannte der WKA-Vorstand bei der gestrigen Pressekonferenz. 150 Mitarbeiter, das sind rechnerisch 110 bis 120 Vollzeitstellen, die in den Bad Berleburger WKA-Kliniken abgebaut werden. Im Einzelnen streicht die WKA allein 65 Vollzeitkräfte in der Baumrainklinik. Hier werden die innere und die kardiologische Abteilung komplett in die Herzkreislauf-Klinik verlagert. In der Rothaarklinik fallen elf Vollzeitstellen weg, in der Herzkreislauf-Klinik zehn und in der Odebornklinik 35.

Starker Tobak, den WKA-Vorstandsvorsitzender Thomas Kupczik mit den derzeitigen Entwicklungen im Gesundheitswesen begründete. Als Gründe für die Rationalisierungsmaßnahmen nannte Kupczik das neue Preissystem im akutmedizinischen Bereich. Eine deutlich kürzer gewordene Verweildauer der Patienten stehe schlechter bezahlten medizinischen Leistungen gegenüber. »In den Akutkliniken haben wir zunehmend leere Betten«, erläuterte Thomas Kupczik. »Darum müssen wir unsere Kostenstrukturen massiv umbauen.« Auch Reduktionen im Sachkostenbereich stünden zur Debatte. Im Rehabilitations-Bereich lägen die Probleme bei den Kostenträgern. Erstens fehlten Milliarden von Einnahmen, zweitens steuerten die Krankenkassen von der stationären zur ambulanten Reha um. Somit würden sich zunehmend Auslastungsprobleme ergeben. Im ersten Halbjahr dieses Jahres sei die Bettenauslastung in Bad Berleburg um 11 Prozent zurück gegangen. »Wir liegen damit hinter unserem Planansatz.«

Einen weiteren Grund für den Stellenabbau bei der WKA sah Thomas Kupczik in der Entwicklung des medizinischen Fortschritts. Die Operationsmethoden seien verbessert worden, was dazu führen würde, dass weniger stationäre Reha-Maßnahmen erforderlich seien. »Es sind allgemeine Entwicklungen, die uns treffen«, so der Vorstandsvorsitzende. Die von der Muttergesellschaft Fresenius vorgegebenen Anpassungen treffen nicht nur Bad Berleburg. 400-WKA Mitarbeiter soll insgesamt gekündigt werden.

Gestern verriet Thomas Kupczik, die Neurologische Klinik in Bad Homburg mit 100 Betten und 100 Beschäftigten werde zum Ende des Jahres ganz geschlossen. Vieles deutet darauf hin, dass die WKA in Zukunft einen völlig veränderten Kurs fährt. Thomas Kupczik: »Wir müssen heute Vertriebs- und Marketingaktivitäten übernehmen. Es wird generelle Veränderungen in der WKA geben.« Und weiter: »Wir werden unsere Personalkonzepte ausrichten an das neue Profil. Damit bezog sich der Vorstandsvorsitzende auch auf die Entlassung von Dr. Rüdiger Baum, langjähriger Chefarzt an der Odebornklinik. »Die Anforderungen an leitende Mediziner haben sich verändert. Heute muss Medizin vertrieben werden.«

Den Kostenträgern müssten inhaltlich überzeugende, medizinische Konzepte verkauft werden. 96 Prozent Bettenauslastung in der Hagener Klinik Ambrock, dagegen stehe die Odebornklinik mit 83 Prozent nicht im Soll. »Die Frage ist«, so Thomas Kupczik, »inwieweit man aktiv in den Markt reingeht.« Pikanterie am Rande: Die Nachfolge von Dr. Rüdiger Baum tritt Prof. Wolfgang Greulich an. Der Mann ist ärztlicher Leiter an eben jener neurologischen Spezialklinik Ambrock in Hagen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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