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Kitas wechseln in "eingeschränkten Pandemie-Modus"
"Den Kindern fehlt der soziale Kontakt"

Im Familienzentrum Blauland rechnet Leiterin Birte Freudenberg damit, dass in der kommenden Woche nur noch 15 bis 20 Kinder in die Einrichtung kommen. Die Osterfeier wurde deshalb schon am Mittwoch gefeiert.
  • Im Familienzentrum Blauland rechnet Leiterin Birte Freudenberg damit, dass in der kommenden Woche nur noch 15 bis 20 Kinder in die Einrichtung kommen. Die Osterfeier wurde deshalb schon am Mittwoch gefeiert.
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ako/vc Bad Berleburg. Die Kindertagesstätten haben erneut in den „eingeschränkten Pandemie-Betrieb“ gewechselt, der schon bis zum 21. Februar gegolten hatte (die SZ berichtete). Doch welche Auswirkungen hat der Notbetrieb nun so kurz vor den Osterfeiertagen auf die Betroffenen? Wie gehen Erzieherinnen, Kinder und Eltern mit der Situation um? Die SZ hat sich bei Einrichtungen in Wittgenstein erkundigt und explizit nachgefragt.

Ein Stimmungsbild:

Angelika Krämer steht mit ihren Kolleginnen weiter für die Betreuung der Kinder im Familienzentrum Bäderborn zur Verfügung. Durch die Verordnung des Kreises waren am Donnerstag lediglich 16 von 69 Kindern anwesend.

ako/vc Bad Berleburg. Die Kindertagesstätten haben erneut in den „eingeschränkten Pandemie-Betrieb“ gewechselt, der schon bis zum 21. Februar gegolten hatte (die SZ berichtete). Doch welche Auswirkungen hat der Notbetrieb nun so kurz vor den Osterfeiertagen auf die Betroffenen? Wie gehen Erzieherinnen, Kinder und Eltern mit der Situation um? Die SZ hat sich bei Einrichtungen in Wittgenstein erkundigt und explizit nachgefragt.

Ein Stimmungsbild:

Angelika Krämer steht mit ihren Kolleginnen weiter für die Betreuung der Kinder im Familienzentrum Bäderborn zur Verfügung. Durch die Verordnung des Kreises waren am Donnerstag lediglich 16 von 69 Kindern anwesend. „Wir bleiben grundsätzlich bis kommenden Donnerstag geöffnet und betreuen die Kinder weiterhin bis zu 35 Stunden in der Woche“, sagt die Leiterin der Kita. Ihr täte es leid, dass die Kinder nun wieder betroffen seien.

Sie berichtet von einer besonderen Szene, die sich am Donnerstagmorgen abgespielt habe. „Ich war sehr gerührt, als ein vierjähriger Junge an die Scheiben klopfte und einen Brief für uns dabei hatte. Er wünschte uns frohe Ostern und war traurig, nicht mehr in den Kindergarten gehen zu können.“ Man werde den Kindern, die nicht in die Kita kommen könnten, aber den Osterhasen vorbeischicken. Das Hygienekonzept und die Gruppentrennung hätten sich seit dem vergangenen Jahr bewährt.

Freiwillige Tests

Einige Mitarbeiterinnen würden auch bald geimpft. Man setze aber aktuell auch auf zwei freiwillige Tests in der Woche. „Wir hatten erst heute einen Test. Alle Mitarbeitenden waren negativ. Und wir hatten Gott sei Dank noch keinen Fall in der Kita“, so Angelika Krämer. Eltern, die von der Situation gestresst oder überfordert seien, biete man Beratung und Einzelgespräche an.

„Es geht uns bescheiden“, berichtet Birgit Bönsch. „Gerade jetzt, wo die Kinder wieder eine Art Normalität hatten, trifft das die Jungen und Mädchen schon. Ich kann die Maßnahmen verstehen, aber was das mit den Kindern macht, ist katastrophal. Wir hatten hier heute Morgen weinende Kinder. Für Ostern hatten wir so viel geplant. Eine Osterfeier und Ostergärten – das ist alles hinfällig. Den Kindern fehlt nun wieder der soziale Kontakt“, erklärt die Kindergartenleiterin der Kita Sonnenau in Erndtebrück. Positives kann die Erzieherin mit Blick auf die Impfungen berichten. Hier seien die ersten Kolleginnen bereits geimpft worden – in der kommenden Woche würden weitere folgen. „Darüber, dass unsere Personengruppe vorgezogen wurde, bin ich wirklich erleichtert. Wir können ja null Abstand zu den Kindern halten“, unterstrich Birgit Bönsch. Wie man nun mit den Osteraktionen verfahre, müsse noch besprochen werden.

Situation wegen hoher Infektionszahlen schwierig

Im Familienzentrum Blauland rechnet die Leiterin damit, dass in der nächsten Woche nur noch 15 bis 20 Kinder in die Einrichtung kommen. Normalerweise werden 62 Kinder in der Kita in Raumland betreut, sagt Birte Freudenberg gegenüber der SZ. Doch die Situation sei aufgrund der hohen Infektionszahlen im Allgemeinen „sehr schwierig“ – und „auch in Kitas steigen die Zahlen an“, betont die Leiterin, die an dieser Stelle ihr Verständnis für die Eltern begründet: „Viele haben ihre Kinder für die nächste Woche abgemeldet. Die Eltern müssen sich ja immer neu organisieren.“

Generell habe sie sich für die Familien und für ihre Mitarbeiter aber eine andere Lösung erhofft. Die Leiterin sprach sich deshalb für die Verwendung von Schnelltests in Kitas aus: „Es gibt den Lolli-Test, da laufen mehrere Pilot-Projekte“, erklärt Birte Freudenberg. Durch das permanente Testen von Kindern könnte der Regelbetrieb trotz grassierendem Virus aufrechterhalten werden. Allerdings habe die Politik in puncto Tests „viel zu spät“ reagiert, betont die Einrichtungsleiterin.

Viele Angestellte schon geimpft worden

Positiv sei zumindest, dass viele Angestellte des Familienzentrums schon geimpft wurden, weitere Mitarbeiter sind nun an der Reihe. Die für kommenden Donnerstag geplante Osterfeier haben die Kinder und Mitarbeiter vorgezogen: „Wir haben schon am Mittwoch in kleinen Gruppen gefeiert.“

Autor:

Alexander Kollek

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