Der Funke springt über

Reinhold Feisel schürte am Wochenende wieder das Feuer für die neue Saison in der Arfelder Schmiede.  Foto: db
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db Arfeld. Seit dem Wochenende fliegen in Arfeld wieder die Funken. Die Schmiede des Heimatvereins hatte zum ersten Mal in der neuen Saison ihre Türen geöffnet. Dass dabei alles andere als ein Besucheransturm anstand, wunderte Reinhold Feisel ganz und gar nicht. Er erwartete die Interessierten, um ihnen das Museum und das alte Handwerk näher zu bringen. Zwar liege der Saisonbeginn zwischen den Osterfeiertagen auch etwas unglücklich, so Reinhold Feisel gegenüber der SZ, aber generell habe man nur noch wenige Einzelbesucher. Zwar könne der Heimatverein mit 300 bis 350 Besuchern pro Jahr durchschnittlich sehr zufrieden sein, doch die meiste Resonanz komme von Vereinen, Schulklassen und anderen Gruppen. Eine Entwicklung, die er im Übrigen insbesondere beobachte, seit Bad Berleburg mehr Reha- und weniger Kurstadt sei.

Das Museum bietet denjenigen, die die alte Schmiede besuchen, historisches Handwerk zum Anfassen - oder auch zum Spüren. Denn wenn beim Bearbeiten des heißen Stahls die Funken fliegen, muss man auch schon mal in Deckung gehen. Im 19. Jahrhundert wurde die Schmiede als Anbau an ein bereits bestehendes Backhaus errichtet. 1888 folgte eine Wagnerei. Der damalige Besitzer, Johann Heinrich Bald jun., erkannte den Nutzen des vor der Haustür fließenden Arfebachs und entschloss sich, die Wasserkraft zu nutzen. Also wurde 1907 ein Wasserrad installiert, was seitdem mittels einer Transmission über verschiedene Riemen die Gerätschaften und Maschinen in der Schmiede antrieb. Auch wenn mit Heinrich Bald vor 30 Jahren der letzte hauptberufliche Schmied den Hammer schwang, so lebt das Handwerk doch weiter.

Und das Dank des Arfelder Heimatvereins, der das Gebäude 1985 übernahm. Zwar habe bereits ein Jahr zuvor der Weihnachtsmarkt in der Schmiede stattgefunden, erklärte Reinhold Feisel, aber offiziell sei es erst danach geworden. Was folgte, waren unzählige ehrenamtliche Arbeitsstunden, um Werkzeuge, Maschinen und das Haus zu reparieren und zu restaurieren. 1991 konnte man das Museum offiziell eröffnen. Doch damit nicht genug, der Heimatverein baute den sogenannten Arfelder Hammer nach und errichtete auch ihm einen Anbau. So geht der mobile Hammer seit 2004 auf Reisen und zeigt seine Funktionsweise zu verschiedensten Anlässen. Dass die Schmiede nicht nur als lebendiger Geschichtsort taugt, zeigt die Hochzeit, die noch in dieser Woche zwischen Blasebalg und Amboss stattfindet.

Am Samstag, 10. April, bietet die Schmiede zudem etwas Besonderes für den Nachwuchs. Andreas Becker wird in Zusammenspiel mit der AWo-Werkstatt in Schameder ab 14 Uhr mit Kindern Nistkästen bauen und diese auf einer anschließenden Wanderung auch direkt mit ihnen aufhängen. Geöffnet hat die Arfelder Schmiede jeden ersten und dritten Samstag im Monat von 10 bis 12 Uhr.

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