Kulturweg Eisen zwischen Aue und Birkefehl
Der heimischen Historie auf der Spur

Der Kulturweg Eisen von Müsen bis Schmallenberg bekommt in Wittgenstein eine ganz eigene Note. Zwischen Aue (Foto) und Birkefehl gibt es unheimlich viel zu entdecken, das wird mit dem Leader-Projekt herausgearbeitet.
  • Der Kulturweg Eisen von Müsen bis Schmallenberg bekommt in Wittgenstein eine ganz eigene Note. Zwischen Aue (Foto) und Birkefehl gibt es unheimlich viel zu entdecken, das wird mit dem Leader-Projekt herausgearbeitet.
  • Foto: Martin Völkel
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Aue/Birkefehl. Was in diesen Zeiten der Pandemie oft nicht sichtbar wird, weil das öffentliche Leben heruntergefahren wird, passiert hinter den Kulissen: Laufende Projekte werden forciert, wichtige Vorarbeiten werden erledigt und das ein oder andere Projekt lässt erahnen, dass berechtigte Vorfreude angebracht ist: Der künftige Kulturweg Eisen auf Wittgensteiner Terrain – zwischen Aue und Birkefehl – ist dabei, aus den Startblöcken zu kommen. Jüngst hatte die SZ über die künftigen Vorhaben der Leader-Region Wittgenstein berichtet – darunter auch dieses Vorhaben in der freien Natur. Aktuell wurden bereits die ersten Tafeln am Auer Bahnhof und in Alt-Aue installiert. Und zwar sehr gelungen, ganz nah am Thema orientiert. „Wir sind froh darüber, dass jetzt der Anfang gemacht ist“, sagte Otto Marburger, Vorsitzender des Wittgensteiner Heimatvereins, auf SZ-Anfrage. Jetzt gehe es kontinuierlich weiter. In Kürze solle auch zu einem Pressetermin eingeladen werden.

Kulturweg Eisen mit vielen Infos über die heimische Historie

Beim Kulturweg Eisen geht es sprichwörtlich ums Ganze: Mit interessanten Informationen, unterhaltsamen Geschichten und emotionalen Momenten sollen die Wanderer der heimischen Historie auf besondere Art und Weise auf die Spur kommen – Natur und Kultur werden zum Erlebnis. Der Wittgensteiner Heimatverein möchte den bestehenden archäologisch-historischen Lehrpfad in das Konzept Kulturweg Eisen überführen und das Teilstück zwischen Aue und Birkefehl nach Schweizer Vorbild weiterentwickeln. Ermöglicht wird das Projekt zum einen durch die Leader-Förderung und zum anderen durch die NRW-Stiftung, die die Mittel für den Eigenanteil zur Verfügung stellt.

Kulturweg Eisen führt vom Altenberg in Müsen bis Schmallenberg

„Dieses Projekt ist einfach klasse, weil es der breiten Masse dient: Sowohl Einheimische als auch Touristen profitieren von dem Weg“, betonte Holger Saßmannshausen, Vorsitzender der Lokalen Aktionsgruppe der Leader-Region Wittgenstein, im Rahmen der Übergabe des Förderbescheids in Höhe von rund 31.000 Euro im Sommer 2020. Insgesamt liegen die Projektkosten für Konzeption, Gestaltung und Umsetzung bei etwa 47.000 Euro.
Von Müsen (Altenberg) bis Schmallenberg (Wilzenberg) soll der komplette Kulturweg Eisen als neue Form eines kulturhistorischen Erlebnisweges führen. Der bestehende archäologische Lehrpfad, der zwischen Aue und Birkefehl verläuft, wird dabei Teil des Kulturwegs Eisen – indem der Wittgensteiner Heimatverein den neun Kilometer langen Rundweg zukunftsfähig weiterentwickelt. Auf originalgetreuen Trassen wird unter Einbeziehung von Kulturgütern am Wegrand und unter Nutzung unterschiedlicher Medien wie Informationstafeln, Internetseite, QR-Codes und Filmen die Vergangenheit der Region erschlossen. Auch ein Hörspiel ist geplant, um den Transport von Kohle und Eisen mit Ochsenkarren nachzustellen. Mit (Hi)Storytelling – nach dem Prinzip: „Geschichten vor Geschichte“ – soll die Vergangenheit nicht nur informativ, sondern auch spannend und emotional aufgearbeitet, vermittelt und schließlich erlebbar werden. Corten-Stahl wird für die Ständer der Infotafeln verwendet, so wird das Eisen haptisch.

Ehrenamtler aus den Vereinen kümmern sich um die Pflege des Weges

Konzipiert wird der Weg nach Vorbild der Schweizer Kulturwege. Dafür sind verschiedene Faktoren ausschlaggebend: Nutzung und Erhaltung historischer Verkehrswege, nachhaltige Entwicklung der Kulturlandschaft und der touristischen Wertschöpfung sowie die Sensibilisierung von Schülern für den Schutz der Kulturlandschaft.
„Mit dem Kulturweg Eisen wollen wir ein Gebilde schaffen, das von der ersten Gewinnung des Metalls bis ins Heute zeigt, wie Eisen unsere Wittgensteiner Welt verändert hat“, betonte Otto Marburger. Auf der Strecke von Aue bis nach Birkefehl quert der Eisenweg zahlreiche bedeutende archäologische Fundstellen, die vor allem der Heimatforscher Hans-Günter Radenbach seit den 1970er-Jahren entdeckte und erforschte, zum Beispiel die Nekropole auf der Steinkaute in Birkefehl. „Hans-Günter Radenbach hat spektakuläre Funde gemacht“, meinte Otto Marburger, „die dürfen einfach nicht in Vergessenheit geraten.“ Bei der Erstellung der inhaltlichen Konzeption arbeitet der Wittgensteiner Heimatverein eng mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe LWL-Archäologie Westfalen zusammen. „Hier haben wird einen unglaublich fachkundigen Partner, der sich toll in das Projekt einbringt.“ Expertise im Thema Wandern ist durch die Zusammenarbeit mit dem Verein Bad Berleburg Markt und Tourismus und dem Rothaarsteigverein gewährleistet. Um die Pflege des Weges werden sich der Heimat- und Touristikverein Aue-Wingeshausen und die Heimatfreunde Birkefehl kümmern. Des Weiteren gibt es eine Kooperation mit der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule: Die Schüler beschäftigen sich mit der Eisenerzgewinnung an einem Stollen.

Bürgermeister Henning Gronau begeistert von dem Projekt

Der Erndtebrücker Bürgermeister Henning Gronau war begeistert von dem Projekt: „Durch diesen Weg bekommen die herausragenden Ausgrabungen einen besonderen Stellenwert.“ Zudem repräsentiert der Pfad auch den interkommunalen Zusammenhalt: „Das Projekt ist ein guter Brückenschlag zwischen den Kommunen und zeigt, welche Bedeutung unsere Wurzeln haben“, meinte der Bad Berleburger Bürgermeister Bernd Fuhrmann.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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