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Rathäuser in Wittgenstein
Der Tonfall ist bislang nur in Einzelfällen rau

Strafzettel lassen bei so manchem Empfänger den Hals anschwellen – sie sind ein Auslöser für Beleidigungen gegenüber Mitarbeitern in Rathäusern. In Wittgenstein ist das glücklicherweise bislang eine absolute Ausnahme. Foto: Björn Weyand
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  • Strafzettel lassen bei so manchem Empfänger den Hals anschwellen – sie sind ein Auslöser für Beleidigungen gegenüber Mitarbeitern in Rathäusern. In Wittgenstein ist das glücklicherweise bislang eine absolute Ausnahme. Foto: Björn Weyand
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bw Wittgenstein. Diese Nachricht ging vor einigen Wochen durch die Medien in Deutschland: Christoph Landscheidt, Bürgermeister von Kamp-Lintfort im Kreis Wesel, fühlte sich von Rechtsextremen bedroht und wollte sich deswegen vor Gericht einen Waffenschein erstreiten. Ein besorgniserregendes Zeichen, aber wohl nur die Spitze des Eisbergs: Immer häufiger sehen sich die Mitarbeiter kommunaler Verwaltungen oder anderer Behörden Drohungen und Beleidigungen ausgesetzt. Kommt es auch bei uns in Wittgenstein zu solch einer Verrohung der Sitten? Die SZ fragte nach.

bw Wittgenstein. Diese Nachricht ging vor einigen Wochen durch die Medien in Deutschland: Christoph Landscheidt, Bürgermeister von Kamp-Lintfort im Kreis Wesel, fühlte sich von Rechtsextremen bedroht und wollte sich deswegen vor Gericht einen Waffenschein erstreiten. Ein besorgniserregendes Zeichen, aber wohl nur die Spitze des Eisbergs: Immer häufiger sehen sich die Mitarbeiter kommunaler Verwaltungen oder anderer Behörden Drohungen und Beleidigungen ausgesetzt. Kommt es auch bei uns in Wittgenstein zu solch einer Verrohung der Sitten? Die SZ fragte nach.

• Für Bad Berleburg gibt Pressesprecherin Steffi Treude dazu Entwarnung: „In der Stadtverwaltung sind wir in der glücklichen Lage, dass Drohungen und Beleidigungen die absolute Ausnahme sind und uns der überwiegende Teil der Menschen respektvoll und freundlich begegnet.“ Die Einschätzung werde von Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Abteilungen geteilt, die häufig in Kontakt mit Bürgern sind. Im Bürgerbüro beispielsweise würden nur selten mal lautstark Worte gewechselt, verrät Steffi Treude: „Ein schärferer Ton herrscht häufig dann, wenn jemand mit Entscheidungen der Verwaltung nicht einverstanden ist. Das betrifft unter anderem den Bereich Soziales, aber auch das Ordnungsamt – etwa, wenn Bürgerinnen und Bürger glauben, einen Anspruch auf Leistungen zu haben, es aber faktisch nicht so ist, oder wenn sich jemand über Buß- und Verwarngelder ärgert.“ Tatsächlich seien aber Mitarbeiter des Ordnungsamts in letzter Zeit auch in Einzelfällen tätlich angegriffen oder bedroht worden – so bei routinemäßigen Kontrollen und auch bei einer Einweisung nach dem Psychisch-Kranken-Gesetz. Das sei aus Sicht von Abteilungsleiter Peter Mengel eine negative Entwicklung, betreffe aber Ausnahmefälle. Steffi Treude weiter: „Für die betroffenen Bereiche haben wir in der Vergangenheit Deeskalationstrainings und spezielle Seminare angeboten, im Bereich des Bürgerbüros gibt es auch eine Alarmierungssoftware, die bisher aber noch nie genutzt werden musste.“

• Für Bad Laasphe kann Dezernent Rainer Schmalz glücklicherweise Fehlanzeige melden: Solche Fälle habe es bislang noch nicht gegeben in der Lahnstadt – „wohlwissend, dass sich das morgen ändern kann“. Anscheinend gebe es da eine negative gesellschaftliche Entwicklung, was den Umgang miteinander angehe, befürchtet der Bad Laaspher Dezernent. Doch die Lahnstadt sei von Extremfällen, wie sie überregional berichtet werden, bislang verschont geblieben, erläutert Rainer Schmalz.

• In Erndtebrück stellt die Gemeindeverwaltung klar, „dass der alltägliche Umgang der Bürgerinnen und Bürger mit der Verwaltung sehr harmonisch verläuft“. In der Regel sei dieser von gegenseitigem Verständnis, Rücksichtnahme sowie Hilfsbereitschaft geprägt, „worin wir den Schlüssel für diesen harmonischen Umgang sehen“. Aber: Es sei durchaus auch wahrzunehmen, dass der Tonfall gegenüber Mitarbeitern der Verwaltung in Einzelfällen fordernd und rau sei. „Gegenüber einigen Bereichen der Verwaltung und auch gegenüber den Dienststellen kommt es in diesem Zuge ebenso vereinzelt zu unangemessener Kommunikation gegenüber den Mitarbeitern, was sowohl im persönlichen Gespräch oder auch postalisch bereits der Fall war. In diesen Fällen schützen wir unsere Mitarbeiter bestmöglich“, teilt die Gemeindeverwaltung auf SZ-Anfrage mit.

Strafzettel lassen bei so manchem Empfänger den Hals anschwellen – sie sind ein Auslöser für Beleidigungen gegenüber Mitarbeitern in Rathäusern. In Wittgenstein ist das glücklicherweise bislang eine absolute Ausnahme. Foto: Björn Weyand
Mitarbeiter von Jobcentern fühlen sich am Arbeitsplatz oft bedroht. In Wittgenstein gibt es solche Fälle bislang glücklicherweise sehr selten. Foto: Archiv
Autor:

Björn Weyand (Redakteur) aus Bad Laasphe

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