Der Weihnachts-Besuch endete im Krankenhaus

jg Bad Berleburg. Sein Weihnachts-Heimaturlaub endete für einen ehemaligen Wittgensteiner im vergangenen Jahr im Krankenhaus. Gestern saß der 23-jährige frühere Berleburger als Zeuge im örtlichen Amtsgericht. Auf der Anklagebank saß gleichzeitig ein gleichaltriger ehemaliger Mitschüler von ihm, der sich wegen Körperverletzung verantworten sollte.

Der jetzt Angeklagte und sein späteres Opfer waren vor einer Disco in einem Berleburger Ortsteil aneinandergeraten. Zunächst hatte der Angeklagte laut Staatsanwaltschaft den Bruder des späteren Opfers angepöbelt. Die Schlichtungs-Bemühungen des älteren Bruders führten dazu, dass Täter und Opfer auf dem Schotterboden landeten. Der Täter versetzte dem Opfer einen Faustschlag, so dass dieser laut Anklage mehrere Minuten bewusstlos war.

Was genau passierte, konnte gestern nicht geklärt werden, aber der Angeklagte hatte auf jeden Fall ein schlechtes Gewissen und konnte sich ansonsten aufgrund seiner Alkoholisierung an nichts Genaues erinnern. Dem Geschädigten hatte er bereits 1500 Euro Schmerzensgeld und dessen Anwaltskosten bezahlt. Das Opfer wusste aufgrund des Schlages ebenfalls nichts Konkretes mehr, er sei ja zehn Minuten bewusslos gewesen. Sein jüngerer Bruder konnte sich nicht so genau erinnern, auch wenn die Auseinandersetzung bei ihm begonnen hatte. Er habe ja telefoniert und ein Taxi gerufen, so der 18-Jährige. Ein dritter Zeuge hatte das Ganze als Rangelei wahrgenommen, bei der sich die zwei Beteiligten „in Cowboy-Manier“ auf dem Boden wälzten, einen beunruhigenden Schlag habe er nicht wahrgenommen.

Dennoch gab es zumindest von den Verletzungen des Opfers Handy-Aufnahmen. Zahlreiche Schürfwunden, ein blaues Auge, Prellungen im Brust-Bereich und Kopfschmerzen führten dazu, dass das Opfer zwei Tage stationär im Krankenhaus verbleiben musste und auch danach noch eine Woche krank geschrieben war.

Nachdem Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel deutlich gemacht hatte, wie schnell die Sache um wie viel schlimmer hätte ausgehen können, beantragte sie für die klar nachgewiesene Körperverletzung eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 45 Euro. Hätte es nicht die bereits vorgelagerte zivilrechtliche Einigung gegeben, hätte sie möglicherweise eine Freiheitsstrafe beantragt, so die Frau von der Staatsanwaltschaft. Verteidiger Marc Beer hingegen fand, dass vor allem wegen des Schotters das Ganze so schlimm ausgesehen habe. Diese erste Körperverletzung durch seinen Mandanten sei nach seiner Meinung weniger einer bewussten Tätlichkeit entsprungen. Deshalb fand er, 50 Tagessätze würden auch reichen. Richter Torsten Hoffmann verhängte für die vorsätzliche Körperverletzung eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen zu je 40 Euro.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung einbetten

Abbrechen
add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.