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Experte für Nachhaltigkeitsforschung im Bürgerhaus
Die eigenen Ansprüche radikal senken

Dr. Niko Paech hielt auf Einladung des Bad Berleburger Ortsverbands der Grünen einen Vortrag im Bürgerhaus.
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  • Foto: anka
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anka Bad Berleburg. Am Freitagabend hatte der Bad Berleburger Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit dem unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Oliver Junker-Matthes zu einem Vortrag mit Diskussions- und Austauschrunde in das Bürgerhaus am Marktplatz eingeladen. Spannend sollte der Vortrag allemal werden, denn Junker-Matthes, der bisher die Position des Fraktionsvorsitzenden der Berleburger Grünen im Stadtrat innehatte, traf auf den bundesweit anerkannten Experten für Nachhaltigkeitsforschung und Postwachstumsökonomie, Dr. Niko Paech. Derzeit doziert dieser im bundesweit einmaligen Masterstudiengang Plurale Ökonomik an der Uni Siegen.
Selbstversorgung, Genügsamkeit, TeilenIn seinem Vortrag erläuterte Dr.

anka Bad Berleburg. Am Freitagabend hatte der Bad Berleburger Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen gemeinsam mit dem unabhängigen Bürgermeisterkandidaten Oliver Junker-Matthes zu einem Vortrag mit Diskussions- und Austauschrunde in das Bürgerhaus am Marktplatz eingeladen. Spannend sollte der Vortrag allemal werden, denn Junker-Matthes, der bisher die Position des Fraktionsvorsitzenden der Berleburger Grünen im Stadtrat innehatte, traf auf den bundesweit anerkannten Experten für Nachhaltigkeitsforschung und Postwachstumsökonomie, Dr. Niko Paech. Derzeit doziert dieser im bundesweit einmaligen Masterstudiengang Plurale Ökonomik an der Uni Siegen.

Selbstversorgung, Genügsamkeit, Teilen

In seinem Vortrag erläuterte Dr. Niko Paech, dass die sogenannte Postwachstumsökonomie vor allem auf den Grundsätzen Subsistenz (Selbstversorgung), Suffizienz (Genügsamkeit) und Sharing (Teilen) aufbaut. Diese Lehre stellt eine Maßnahme dar, die sich zwischen Kapitalismus und Kommunismus befindet und als Nachhaltigkeitsvision gilt. Für Dr. Niko Paech ist Oliver Junker-Matthes ein Hoffnungsträger, da er in seiner Arbeit für den Natur- und Umweltschutz einen Schritt weiter gehe als andere und zunächst auf der kommunalen Ebene etwas bewegen möchte, bevor es möglich sei, noch größere Fortschritte zu machen.

Die eigenen Ansprüche senken

Doch wo beginnen Maßnahmen, etwas auf kommunaler Ebene zu verändern? Dr. Niko Paech betonte direkt zu Beginn, dass ein mittlerer Weg zwischen einer alleinigen technologischen Wende und einer absoluten Technikfeindlichkeit erforderlich ist. „Dies soll heute Abend keine Verzichtpredigt sein“, betonte der Volkswirt. Viel eher solle ein Weg gefunden werden, der die Gesellschaft weiterhin modern bleiben lasse bei gleichzeitigem maßvollen Zugriff auf entsprechende Technologien. Dieser Weg müsse jedoch die Ansprüche des Individuums an eine materielle Selbstverwirklichung radikal senken. Als Stichwort nannte der Wissenschaftler hier die Reduktion des Konsums, der Techniknutzung oder des Wohnraumes, aber eben keinen vollständigen Verzicht. „Konsum ist dasselbe wie Medizin, die Dosis macht das Gift“, betonte Dr. Niko Paech.

Verbrauchsniveau senken

Ziel sei, durch Reduktion den begrenzten Möglichkeiten der Technologien entgegenzugehen und dadurch eine gemeinsame Basis zu finden. Das bisherige Verbrauchsniveau auf dem aktuellen Stand aufrecht zu erhalten und zu hoffen, dass eine Entkoppelung von ökonomischen Schäden möglich sei, ist für Dr. Niko Paech schlichtweg unmöglich. Da der Experte die Hoffnung einer Einigung und Umsetzung auf politisch höherer Ebene derzeit als unrealistisch erachtet, empfindet er den politischen Einsatz in Menschennähe, wie ihn Oliver Junker-Matthes auf kommunaler Ebene betreibe, als sehr interessant.
Demokratische und vor allem partizipative Maßnahmen seien Möglichkeiten, in der Kommune etwas zu erreichen – beispielsweise durch solidarische Landwirtschaft, Fair-Cafés oder Foodsharing. Diese Konzepte könnten auf Dauer nicht nur dem Klimawandel entgegentreten, sondern auch eine sogenannte Resilienz, also eine Krisenstabilität, aufbauen.

Wille in der Gesellschaft muss wachsen

Um dies zu erreichen, da sind sich Dr. Niko Paech und Oliver Junker-Matthes einig, muss der Wille in der Gesellschaft geweckt werden – damit nicht nur das Verständnis vorhanden ist, dass etwas verändert werden muss, sondern man auch Vorreiter sieht, die das Beispiel der Reduktion vorleben und zeigen, dass es möglich ist.

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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