Theaterstück des JAG-Literaturkurses
Die Geschichte von Alice mal ganz anders erzählt

Timo (Taliesin Matthes/ l.) und Alice (Annegret Bichele/r.) waren einst beste Freunde, stecken aber jetzt in einer Krise – und im Wunderland. Mit in der surrealen Welt: Christian Hafner als Hutmacher (hinten, l.) und Sophie Saßmannshausen als Häsin. Foto: sabe
  • Timo (Taliesin Matthes/ l.) und Alice (Annegret Bichele/r.) waren einst beste Freunde, stecken aber jetzt in einer Krise – und im Wunderland. Mit in der surrealen Welt: Christian Hafner als Hutmacher (hinten, l.) und Sophie Saßmannshausen als Häsin. Foto: sabe
  • hochgeladen von Sarah Benscheidt (Volontärin)

sabe Bad Berleburg. „Ein paar Figuren mögen Ihnen bekannt vorkommen, aber es ist eben anders, alles anders.“ Nina Hoffmann, die gemeinsam mit Katharina Hesse-Wohlfarth die Kursleitung des Literaturkurses des Johannes-Althusius-Gymnasiums in Bad Berleburg innehat und gleichsam die Regie für das dargebotene Stück „Alice im Wunderland – und plötzlich ist alles anders“ führte, machte das zahlreich erschienene Publikum schon einmal gefasst: auf bekannte Gesichter in surrealen Welten.

So ging der Literaturkurs am Dienstagabend in der hauseigenen Aula seine neueste Inszenierung an. Das Stück von Nina Naujoks führte dabei entlang des Klassikers „Alice im Wunderland“, überzeugte aber mit eigener Struktur, Geschichte und Konzept, formte sich um zu einer völlig selbstständigen Darbietung. Und darum ging es: Der Klassiker mit Hutmacher, Grinsekatze und Co. kommt neu erfunden mit Sujets des Teenager-Daseins daher. Die enge Freundschaft von Alice (Annegret Bichele) und Timo (Taliesin Matthes) zerbricht an Oberflächlichkeit und dem unbarmherzig fortschreitenden Schulalltag mit all seinen Zwängen. Fortan leben die beiden Teenager ihre Schulzeit nebeneinander her, anstatt sie miteinander zu verbringen. Zwischen voranschreitenden Mathestunden und gezwungenen Cliquengehabe geht dabei nicht nur ihre langjährige Verbindung verloren, sondern auch ihr wahres Ich samt all der (gemeinsam) geträumten Träume.

„Manchmal, wenn es mir zuviel wird, dann stelle ich mir vor, wir wären in einem anderen Land – in einem Wunderland“, sagte Timo noch anfangs zu Alice, bevor sie ihn gegen Shoppingtouren und Lästereien austauschte. Als es plötzlich zu einem tragischen Unfall kommt, bei dem Timo schwer verletzt wird, hält Alice inne, schießen Erinnerungen aus ihr empor, beginnen Erscheinungen vor ihrem geistigen Auge zu flackern, Realität und Traum zu verschwimmen. Wer sind diese seltsamen Gestalten, die sie scheinbar auf dem Schulflur sieht? Hört sie Timo tatsächlich nach sich rufen?

Grinsekatze, Luftgestalten und Erdwesen lassen es den Zuschauer schneller erahnen, als Alice selbst: Sie ist im Wunderland – gemeinsam mit Timo.

In dieser neuen Welt, fernab von den Irrungen und Wirrungen des Schulalltags beginnen die ehemaligen Freunde wieder zueiander zu finden, die groteske Fantasiewelt mit all ihren verrückten Wesen verlangen den beiden durch Abenteuer und Prüfungen eine rettende Erkenntnis ab: „Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können.“

Die bis auf den letzten Stuhl gefüllte Aula ließ es vermuten, das darstellende Spiel der Schüler brachte den Beweis: Hier steckte Herzblut hinter – und Können. Gemeinsam mit Schauspieltrainer Walter Pieschl erfüllten die jungen Autodidakten die Spielstädte mit viel künstlerischem Geist und servierten die gehaltvolle Botschaft, nämlich den unschätzbaren Wert von wahrer Freundschaft, ohne viel aufbrausende Kostümierung und Kulisse.

Autor:

Sarah Benscheidt (Volontärin) aus Bad Berleburg

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