Kuhlmann-Häuser in Erndtebrück
Die Gespräche zur Vermarktung laufen

Zwei weitere Kuhlmann-Häuser in Erndtebrück haben am Montag den Besitzer gewechselt – darunter war auch diese Immobilie im Höhenweg 33. Letztmals soll dieser Besitzerwechsel nun vor Gericht stattgefunden haben. Foto: Timo Karl
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  • Zwei weitere Kuhlmann-Häuser in Erndtebrück haben am Montag den Besitzer gewechselt – darunter war auch diese Immobilie im Höhenweg 33. Letztmals soll dieser Besitzerwechsel nun vor Gericht stattgefunden haben. Foto: Timo Karl
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tika Erndtebrück. Dem Zufall überlassen wollte Detlef Gründer nichts. Der Investor aus Lippstadt will nun schnell die Vermarktung der einstigen Kuhlmann-Häuser in Erndtebrück forcieren. Noch während am Montag vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg die vermeintlich letzten Zwangsversteigerungen über die Bühne gingen, kontaktierte er den zuständigen Notar telefonisch. Denn eigentlich sollten die beiden Verfahren zu den Objekten im Höhenweg 33 und 43 die letzten sein, die unendliche Geschichte um die Kuhlmann-Häuser beendet und die Gründer-Häuser ein neues, besseres Kapitel einleiten.

Tatsächlich bleibt es wohl auch bei dieser Marschroute, denn die Zwangsversteigerungen der Objekte in der Ulrich-von Hutten-Straße 17, 19 und 21 – derzeit noch für September terminiert – stehen vor der Löschung. „Wir wollen es nicht zu einer weiteren Zwangsversteigerung kommen lassen – und das wird es auch nicht“, machte Bernd Kisau deutlich. Am Montag hatte er sich als Rechtsverwalter des Deutschen Erbbaurechts-Zentrums – Mitglied der Loancos-Gruppe – einmal mehr von Hamburg auf den Weg nach Bad Berleburg begeben. Und zumindest in der Causa Kuhlmann-Häuser wohl letztmals. Denn voraussichtlich noch in dieser Woche steht die Lösung des noch ausstehenden Verfahrens an, es geht nur noch um eine Formalie. Unterdessen machte Detlef Gründer am Montag Nägel mit Köpfen und ersteigerte mittags das Objekt samt Grundstück im Höhenweg 33 für das Mindestbargebot in Höhe von insgesamt 24 169,51 Euro – hinzu kommt noch einmal die kalkulierte Erbbauzinsreallast in Höhe von 135 600 Euro. Am Nachmittag folgte der zweite und letzte Streich: Das Objekt im Höhenweg 43 ersteigerte der Ostwestfale für das Mindestbargebot in Höhe von 25 708,64 Euro. Hinzu kommt die Erbbauzinsreallast in Höhe von 124 200 Euro.

Der Geschäftsführer der Erndtebrücker Schöner Wohnen GmbH in Gründung vollzog damit die beiden letzten Streiche und schloss das Kapitel des jahrelangen Haderns um die rechtlich ungeklärte Situation der Immobilien und Grundstücke – formal fehlen nun noch die drei ausstehenden Objekte, um alle Kuhlmann-Häuser endgültig zu Gründer-Häusern zu machen. Drei Wochen zuvor hatten die Verantwortlichen die Katze aus dem Sack gelassen, erstmals war der Investor im Rahmen von zwei Zwangsversteigerungen öffentlich aufgetreten. Nachdem er diese erfolgreich abgeschlossen hatte, stieg er quasi umgehend in die Vermarktung ein. Schnell platzierte er ein rotes Banner mit Werbung für den Verkauf, aktivierte die E-Mail-Adresse info@schoener-wohnen-erndtebrueck.de, unter der sich potenzielle Käufer melden können. „Wir möchten die Häuser separieren und direkt wieder verkaufen. Dabei geht es um den Verkauf der Häuser inklusive der Grundstücke. Dies ist ja jetzt möglich, nachdem das unsägliche Erbbaurecht aufgehoben ist“, erklärte Detlef Gründer am Montag im SZ-Gespräch.

In den vergangenen Wochen hat der Investor aus Lippstadt nach eigenen Angaben bereits zahlreiche Gespräche geführt – am Tisch saßen demnach sowohl private potenzielle Käufer, als auch „Unternehmer aus dem Ort, die Pakete von drei, vier Häusern kaufen wollen“, verriet der 53-jährige Ostwestfale nach den Zwangsversteigerungsterminen am Montag. Aber: In trockenen Tüchern ist noch nichts. „Die Gespräche laufen“, berichtete Detlef Gründer, für den die Arbeit nach dem erfolgreichen Kauf der Immobilien nun erst richtig beginnt. Denn die Immobilien, von denen nur noch wenige bewohnt sind, sind in einem teilweise maroden Zustand. Die Grundsubstanz aber ist noch in einem guten Zustand, hatten die Verantwortlichen in der Vergangenheit immer wieder verlauten lassen. Will heißen: Käufer einer oder mehrerer Immobilien müssten durchaus in die Sanierung investieren, um die Immobilien wieder in einen zeitgemäßen Zustand zu versetzen.

Detlef Gründer sah diese Möglichkeit am Montag allerdings durchaus. „Es gibt ja auch einzelne Familien, die am Kauf interessiert sind, um dann selbst in eine oder zwei Wohnungen einzuziehen und die übrigen im Gebäude zu vermieten. Ein Vorteil ist, dass die Objekte vor 15 Jahren energetisch überarbeitet wurden. Die Fassaden sind mit einem Vollwärmeschutz ausgestattet. Die Grundrisse der Wohnungen sind derweil optimal“, war sich der Lippstädter sicher. Den grundsätzlichen Modernisierungsbedarf beurteilte er daher als moderat: „Man müsste die Badezimmer modernisieren und die Innentüren – der Aufwand ist überschaubar.“

Auch für die als Wohnung ausgewiesenen, aber unausgebauten Räumlichkeiten in den Dachgeschossen hat er Ideen, um diese nach „Neubaustandards“ herzurichten. Verbunden ist dies ebenfalls mit Investitionen. Detlef Gründer will eine Renovierung und Modernisierung anbieten – die Kosten dafür kämen dann natürlich noch einmal zusätzlich zum Kaufpreis für die einzelnen Gründer-Häuser hinzu.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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