Die Glocken sind wieder „zu Hause“ in Raumland

Schon die ganz Kleinen waren fasziniert vom größten zusammenhängenden Glockengeläut in Westfalen und konnten sich kaum sattsehen und -hören an den reparierten Glocken. Foto: wess
  • Schon die ganz Kleinen waren fasziniert vom größten zusammenhängenden Glockengeläut in Westfalen und konnten sich kaum sattsehen und -hören an den reparierten Glocken. Foto: wess
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wess Raumland. Die Glocken der Raumländer Kirche sind in den vergangenen Monaten weiter herumgekommen als viele Wittgensteiner. Aufgrund einer Beschädigung an den Kronen, waren eben diese in Reparatur. Und da ein solch bedeutendes Geläut nicht eben mal in einer Gartenlaube von Hinz und Kunz instand gesetzt werden kann, folgte eine Tour die beispielsweise über die niederländische Stadt Asten und Neustadt in Holstein zur Werkstatt Otto Buer führte, um das älteste zusammenhängende Glockengeläut in Westfalen zu erhalten.

Und nach dieser fünfmonatigen Odyssee wurde Samstag und Sonntag anlässlich der erfolgreichen Reparatur in Raumland das Glockenfest rund um die Kirche gefeiert. Wie bedeutend die Glocken für eine Kirchengemeinde sind, erklärte Pfarrer Dr. Dirk Spornhauer während der offiziellen Eröffnung in der Kirche. So seien die wichtigsten Aufgaben, die Gemeinde zum Gottesdienst zu rufen, eine Hochzeit anzukündigen, aber auch bei Beerdigungen das Dorf zu informieren und schließlich auch die Uhrzeiten bekannt zu machen und zu zeigen, „wie schnell so ein Tag zu Ende geht“. Aber das schönste Glockengeläut hat ohne eine Kirche nicht den entsprechenden Nutzen, sodass die Kirche als Ort der Eröffnung bewusst gewählt war, da die Bonifatiuskirche schließlich die „Mutter aller Kirchen“ im oberen Edertal sei.

Zufrieden zeigte sich der Pfarrer auch mit dem Ergebnis der „Glockentour“: „Wir wollen die Glocken allen Bewohnern zeigen und können sie in aller Schönheit reparieren. Mögen uns unsere Glocken noch lange begleiten.“ Während sich Dr. Dirk Spornhauer hauptsächlich auf den funktionalen Aspekt der Glocken konzentrierte, sprach Landrat und Schirmherr Paul Breuer eher die ehrwürdigen und emotionalen Aspekte der Glocken an und bezog sich dabei auf ein gerade gesungenes Lied des Männergesangsvereines und Frauenchors Raumland, die „Fest der Freude“ zum Besten gegeben hatten. Breuer zeigte sich dankbar: „Es ist eine Ehre, die Schirmherrschaft bei diesem Fest der Freunde zu übernehmen. Diese drei Glocken in Raumland sind nicht nur ein herausragendes Zeugnis der Geschichte der Kirche sondern auch für die Geschichte eines Landstriches. Ich empfinde Demut und Ehrfurcht vor der Geschichte.“ Weiter erklärte der Landrat, dass dieses Glockengeläut für Geborgenheit und für sein Verständnis von Heimat stehe. Als gebürtigem Berghäuser ist ihm die drei Kilometer entfernt liegende Kirche ohne Zweifel ein Stück Heimat. Und die Erinnerungen an die Kindheit schienen nicht so schlecht zu sein: „Die ehrwürdige Bonifatiuskirche hat nichts Schlechteres verdient als das Geläut.“ Weiterhin lobte er die Schlitzohrigkeit, mit der die Raumländer das „wertvolle Kulturgut“ im Krieg davor bewahrten, nicht eingeschmolzen zu werden und als Kanonenkugeln zu enden.

Da Dirk Spornhauer selbstverständlich nicht alle Helfer, die in allen denkbaren Positionen zum Gelingen des Glockenfestes beitrugen ehren konnte, griff er sich drei heraus: Helga Pöppel von den Berleburger Schaumstoffwerken, die das Glockengeläut von der Ostsee nach Raumland transportierten ließen; Helga Benner von der Druckerei Benner, die passend ein neues Infomationsheft über die Kirchengemeinde druckte; Rita Klinker von der Bäckerei Klinker, welche drei große Torten in Glockenform spendete.

Aber natürlich wurde während des Glockenfestes, das schon zu Beginn rund 300 Besucher anlockte, nicht nur geredet, so konnten die neuen Glocken auch angeschaut werden, es konnte geraten werden, wie schwer das Glockengeläut ist, die Kleineren konnten sich selbst Mini-Schokoglocken gießen, und für die Unterhaltung sorgten der Posaunenchor des CVJM Raumlands, der gemischte Chor „Liederkranz“ Dotzlar, der Männergesangsverein „Eintracht“ Berghausen, der Männergesangsverein „Einigkeit“ Rinthe“ sowie das Tambourkorps „Wittgenstein“ Dotzlar und schließlich Leonie und Matthias Sportnhauer, die die Besucher mit selbst gesungenen Oldies verwöhnten.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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