»Die Stressposition schlechtin«

Beigeordneter: Fraktionen beraten nach den Ferien / Einigen Bewerbern fehlt Qualifikation

Bad Berleburg. Die großen Sommerferien haben das politische Geschehen in Bad Berleburg weitgehend lahm gelegt, die Fraktionen machen Pause. Eine wichtige Weichenstellung für die Zukunft der Odebornstadt ist in der Ratssitzung am Montag, 13. Oktober, gefordert. Dann wählen die Stadtverordneten den neuen Beigeordneten Bad Berleburgs, der die Nachfolge des freiwillig ausgeschiedenen Mario Etscheid, antreten soll.

Wolfgang Acker-Marx, Vertreter von Bürgermeister Hans-Werner Braun im Rathaus, bestätigte der Siegener Zeitung, dass 17 Bewerbungen im Rathaus eingegangen seien, darunter die von vier Frauen. Recherchen der Siegener Zeitung ergaben, dass neun Bewerbungen jedoch nicht den Anforderungen an den künftigen Beigeordneten genügten. Insgesamt soll die Qualität der Bewerbungsschreiben nicht das Niveau haben, wie dies bei der vergangenen Beigeordnetenwahl der Fall gewesen ist. Zwei Wittgensteiner Anwärter haben offenbar ein Auge auf die Position im Bad Berleburger Rathaus geworfen.

Die Fraktionen werden sich wohl nach den Sommerferien auf die Auswahl ihres Favoriten konzentrieren. Immerhin ließ sich UWG-Fraktionsvorsitzender Heinz Dietze gestern entlocken, »dass es gut wäre, jemanden mit breiter Mehrheit zu wählen«. Der neue Beigeordnete werde schließlich auf einen Zeitraum von acht Jahren gewählt. Daher sei es nicht im Interesse der UWG, ein Jahr vor der Kommunalwahl mit der Mehrheit der Zählgemeinschaft »mit aller Gewalt einen Kandidaten durchzubringen«.

Er habe Signale aus der SPD-Fraktion wahrgenommen, möglicherweise zu einem Konsens zu kommen. Das Anforderungsprofil der UWG: Der neue Beigeordnete müsse der schwierigen Situation gewachsen sein und in der angespannten finanziellen Situation den Haushalt für 2004 auf den Weg bringen. »Das ist die Stressposition schlechthin, deshalb sind wir nicht gut beraten, dort Parteipolitik hinein zu mischen«, so Heinz Dietze abschließend.

»Unsere Aufgabe ist es, einen möglichst fähigen Menschen zu finden, der den organisatorischen Herausforderungen gewachsen ist«, unterstrich CDU-Fraktionsvorsitzender Eberhard Friedrich gestern gegenüber der SZ. Für die Christdemokraten gehe es eindeutig darum, einen Kandidaten zu finden, der nicht nach ideologischen Gesichtspunkten aufgestellt werde, sondern in der Lage sei, auch notwendige strukturelle Veränderungen umzusetzen.

Schade sei, so der Fraktions-Chef der Christdemokraten, dass einige Bewerbungen nicht den Anforderungen der Gemeindeordnung genügten. Die CDU werde sich nach der Sommerpause festlegen, wer letztlich in die engere Wahl falle. »Der Beigeordnete muss jedoch die Verwaltungsstraktur beherrschen, dies steht für uns fest. Denn der Bürgermeister, der im nächsten Jahr neu gewäählt wird, muss diese Voraussetzungen nicht zwingend mitbringen«, ergänzte Eberhard Friedrich.

Die SPD-Fraktionsspitze war gestern aus Urlaubsgründen leider nicht für eine Stellungnahme zu erreichen, jedoch hatten die Sozialdemokraten gegenüber den übrigen Fraktion zumindest angedeutet, einen Konsens bei der Auswahl des Kandidaten zu erreichen. Die im Rat vertretene Grüne, Susanne Lapschies, war leider wie so oft nicht für eine Aussage zu erreichen. Das Thema dürfte jedoch erst nach den Sommerferien so richtig Fahrt aufnehmen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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