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Sammler hinterlassen faden Beigeschmack
Diese roten Nasen sind nicht lustig

Auch das Ordnungsamt  war mit der Thematik beschäftigt. Die Behörde sah aber keinen Grund, die Sammelkation zu unterbinden.
  • Auch das Ordnungsamt war mit der Thematik beschäftigt. Die Behörde sah aber keinen Grund, die Sammelkation zu unterbinden.
  • Foto: Symbolbild: Pixabay
  • hochgeladen von Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

vö Bad Berleburg.  Es kommt nicht ganz so oft vor, dass einem vor der eigenen Haustür der rote Teppich ausgerollt wird. Ende vergangener Woche war es aber für einige Anlieger in Bad Berleburg so weit. Kein Teppich zwar, aber immerhin ein 1,50-Meter-Abstandhalter. Die jungen Herren schoben als Erklärung hinterher, dass Sammelaktionen wie diese nur möglich seien, wenn der gebotene Sicherheitsabstand eingehalten werde.

Sie seien für die Roten Nasen unterwegs, berichteten die Männer, die sich als Mitarbeiter ausgaben. Die Rote-Nasen-Clowns seien in Krankenhäusern, Senioren- oder Flüchtlingseinrichtungen unterwegs und sorgten mit einer Clownvisite für Aufheiterung bei kleinen und großen Patienten.

Bad Berleburg.  Es kommt nicht ganz so oft vor, dass einem vor der eigenen Haustür der rote Teppich ausgerollt wird. Ende vergangener Woche war es aber für einige Anlieger in Bad Berleburg so weit. Kein Teppich zwar, aber immerhin ein 1,50-Meter-Abstandhalter. Die jungen Herren schoben als Erklärung hinterher, dass Sammelaktionen wie diese nur möglich seien, wenn der gebotene Sicherheitsabstand eingehalten werde.

Sie seien für die Roten Nasen unterwegs, berichteten die Männer, die sich als Mitarbeiter ausgaben. Die Rote-Nasen-Clowns seien in Krankenhäusern, Senioren- oder Flüchtlingseinrichtungen unterwegs und sorgten mit einer Clownvisite für Aufheiterung bei kleinen und großen Patienten.
„Diese wichtige Informationsarbeit wird auch während der Corona-Pandemie in verantwortungsvoller Weise und mit Umsicht weitergeführt“, heißt es auf der Internetseite des eingetragenen Vereins Rote Nasen Deutschland.

Selbst auferlegter Ethik-Kodex 

Die Mitarbeiter gäben sich nicht als Clowns oder Ärzte aus und unterzeichneten einen vom Verein selbst auferlegten Ethik-Kodex. Jeder Mitarbeiter sei an einem Ausweis, der gut sichtbar an der Kleidung getragen werden solle, für die Bürger erkennbar. Das stimmt so weit, allerdings warf der Auftritt in Bad Berleburg zumindest einige Fragezeichen auf. „Wir machen die Sache hier rund. 29 Nachbarn sind schon dabei, mit 30 sind wir auf der sicheren Seite. Das wären Sie“, hieß es dazu „Am Baumrain“. Das kann man so glauben, muss man aber nicht.

„In 70 Prozent aller Einrichtungen, die Rote-Nasen-Clowns besuchen, sind die Künstlerinnen und Künstler innerhalb oder außerhalb weiterhin aktiv. Deswegen informieren wir auch mit aller Vorsicht und Umsicht die Bürger über unsere wichtige Arbeit in dieser schwierigen Zeit“, erläutert Mehran Moazami-Goudarzi, Geschäftsführer von Rote Nasen Deutschland, auf der Internetseite. In vielen Krankenhäusern befänden sich kranke Kinder aus ganz Deutschland, die gerade in Pandemiezeiten dringend die aufheiternden Besuche der Clowns benötigten. Innerhalb oder außerhalb vieler Pflegeeinrichtungen zauberten die Künstler Pflegebedürftigen gerade jetzt besonders gerne ein Lächeln ins Gesicht. „Wir sehen unsere Informationsarbeit auch als Chance, auf Unterstützungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen”, so der Geschäftsführer.

Bürger alarmierten die Polizei

Dennoch kam mehreren Bad Berleburgern der Auftritt der Sammler – nicht der Clowns – wohl nicht so lustig vor. Denn sie alarmierten die Polizei. Sprecher Stefan Pusch bestätigte den Einsatz vom vergangenen Donnerstag, die Sammler seien von den Beamten angetroffen und auch angesprochen worden. Den Männern könne man sicherlich „ein komisches Auftreten, aber keinen strafrechtlichen Rahmen“ bescheinigen, so Stefan Pusch.
Auch das Ordnungsamt war mit der Thematik beschäftigt: Der Stadt Bad Berleburg sei bekannt, dass es eine entsprechende Sammlung gegeben habe, so Sprecher Timo Karl. Das Ordnungsamt sei vor Ort gewesen. „Aus Sicht der Verwaltung gab es aber keine rechtliche Grundlage und damit auch keinen Grund, die Sammlung zu unterbinden.“ Eine solche Grundlage sei beispielsweise vorhanden, wenn es sich um aggressives Betteln handele. Bei der angesprochenen Aktion sei das aber mitnichten der Fall gewesen.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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