Dieter Bohlen in einer Gastrolle

Rinther Laienspielgruppe bescherte mit seinen »Kurzschlüssen« einen spaßigen Abend

db Rinthe. »Verrückte haben immer Recht«, stellte Rüdiger Nudelbaum fest. Wer dieser Mann ist und wie er zu dieser Behauptung kommt? Er war einer der Akteure des Stückes »Kurzschlüsse« von Frank Ziegler. Das führte jetzt die Laienspielgruppe des Heimatvereins Rinthe auf. Das örtliche Gemeinschaftshaus war proppenvoll und die Besucher gespannt, das Ergebnis eines halben Jahres Arbeit zu sehen. Seit 1987 treten die Amateurschauspieler alle zwei Jahre auf.

Ein Seitensprung und ein Todesfall

Mit von der Partie diesmal: der verzweifelte Hunde-Mensch Rüdiger Nudelbaum, dessen betrogene Ehefrau Adelheid, Tochter Beate, die Kosmetik verkaufende Betthüpferin Hildegard, der rüpelhafte Rocker Charlie sowie die französische Geldquelle Jaqueline. Ebenso standen der Staubsaugerverkäufer Bodo Mückenmacher, der trinkende Retter Dieter Bohlen und ein namenloser Gesetzeshüter auf der Bühne. Das ganze Durcheinander der Nudelbaums fing mit einem Seitensprung des Familienoberhaupts an. Während seine Gemahlin auf der Beerdigung ihres Onkels in Frankreich weilt, teilt Rüdiger sich das Bett kurzzeitig mit Hildegard. Als aber die Ehefrau plötzlich vor der Tür steht, flüchtet diese in den Wandschrank. Von den Ereignissen durcheinander gebracht, redet sich Rüdiger beinahe um Kopf und Kragen: »Hattest du Spaß auf der Beerdigung?«

Aus dem Zuhause wird eine Irrenanstalt

Nun hat nicht mehr der tote Onkel das Geld, sondern seine französische Witwe. Die reiche Frau will ihr Testament machen, ihr gesamtes Vermögen allerdings einem wohltätigen Zweck zu Gute kommen lassen. Klar, dass die Nudelbaums davon nicht begeistert sind. Also wird kurzerhand eine Lüge in die Welt gesetzt. Aus ihrer Tochter Beate wird ein geistig behindertes Waisenkind, welches sie adoptiert haben, und zwischen ihren vier Wänden entsteht eine geschlossene Anstalt. Sprich ein Irrenhaus.

Jede Menge unglückliche Zufälle

Auf einmal klingelt die vermeintliche Tante aber an der Tür. Alles muss schnell gehen. Adelheid verwandelt sich in eine Krankenschwester und Rüdiger zu einem Patienten, der sich für einen Hund hält. Als die nicht eingeweihte Beate ihren Freund Charlie den Eltern präsentieren will, wird das Chaos perfekt. Und als ob alles nicht schon kompliziert genug wäre, erscheint der aufdringliche Staubsaugervertreter Bodo Mückenmacher auf der Bildfläche. Er will den Nudelbaums das neueste Gerät »Wischiwaschi« von der Firma Saubermann & Co vorstellen. Ganz viele unglückliche Zufälle später erfährt die Krankenschwester Adelheid von der Affäre ihres Mannes. Sie beschließt zu ihrer Mutter zu ziehen.

Vermeintliche Erbtante selbst verrückt

Rüdiger sieht nur noch eine Möglichkeit, alles wieder einigermaßen gerade zu biegen. Er bittet seinen Freund Dieter Bohlen, die Rolle von Herrn Nudelbaum zu übernehmen. Dieser stimmt zu, seine Aufgabe: Tante Jaqueline davon überzeugen, dass ihr Geld in der Anstalt richtig angelegt ist. Doch dann das überraschende Ende vom Lied, oder eher gesagt vom Stück: die angebliche Tante Jaqueline ist aus einer Kölner Irrenanstalt geflohen und treibt seitdem ihr Unwesen in ganz Deutschland. Zwei echte Krankenschwestern bringen sie daraufhin zurück in die Gummizelle.

Schrank mit wechselnder Besetzung

Während der ganzen Aufführung wechselte der Kleiderschrank ständig seine Besetzer, so wurde er zur eigentlichen Kulisse des Stücks. Alles in allem bescherten die Schauspieler der Rinther Bevölkerung einen spaßigen Abend – Schuld daran waren: Dietrich Achinger, Simone Becker, Holger Dörnbach, Rosita Dreisbach, Martin Iancono, Silke Klotz, Anja van der Wippel-Ladda, Matthias Ladda sowie Bernd Stabel, Sonja Stabel und Bettina Todzy. Regie führte Werner Strohm und bei Textproblemen half die Souffleuse Ursula Dreisbach.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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