Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bildung
Digital-Unterricht hat nicht alle erreicht

Das Hygienekonzept des Johannes-Althusius-Gymnasiums hat im Wesentlichen dazu beigetragen, dass sich im vergangenen Schuljahr von den rund 500 Schülern offensichtlich niemand mit dem Coronavirus infizierte.
  • Das Hygienekonzept des Johannes-Althusius-Gymnasiums hat im Wesentlichen dazu beigetragen, dass sich im vergangenen Schuljahr von den rund 500 Schülern offensichtlich niemand mit dem Coronavirus infizierte.
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ako Bad Berleburg. E-Learning, Notbetreuung oder Schnelltests: Die Corona-Pandemie, aber auch die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus haben für den schulischen Bereich viele – und oft auch gravierende – Auswirkungen auf alle Mitglieder der Schulgemeinschaft. Die Vertreterinnen und Vertreter der Bad Berleburger Schulleitungen berichteten jüngst im Ausschuss für Soziales, Bildung, Sport und Kultur über ihre Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr.

►Grundschulen: Als ein großes „Hin und Her“ bezeichnete Monika Weber den Wechsel zwischen Distanz- und Präsenzunterricht im vergangenen Schuljahr. „Die Eltern haben aber immer gut mitgezogen. Die meisten hatten viel Verständnis“, erklärte die Leiterin der Edertalschule in Berghausen und Dotzlar. Allerdings sei die Organisation des Distanz-Unterrichts per Video-Konferenz doch mit Schwierigkeiten verbunden gewesen, „weil nicht alle Kinder erreicht wurden“, erklärte Monika Weber. Mindestens einmal pro Woche sei bei jedem Kind angerufen worden, zudem habe es einen anhaltenden E-Mail-Austausch mit den Eltern gegeben. Die Notbetreuung sei zwar angeboten worden, „aber nicht stark frequentiert“ gewesen. Vor allem auf den Dörfern sei das Angebot „nicht so angenommen“ worden, erklärte die Leiterin, die darauf verwies, dass sich die Lolli-Tests „gut etabliert“ hatten.

►Hauptschule: Für den Distanz-Unterricht sei der Stundenplan vollständig umgestellt worden, berichtete Christina Feige-Meyer, Leiterin der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Hauptschule. Die Erstellung eines Stundenplans für den Wechsel-Unterricht sei „schwierig“ gewesen, weshalb sich die Lehrer dabei vorwiegend auf die Hauptfächer konzentriert hätten. Als E-Learning-Plattform habe die Schule „Logineo“ verwendet. Trotz der Corona-Auswirkungen auf den Unterricht habe es in den 10. Klassen der Schule „sehr gute Abschlüsse“ gegeben: „Wir mussten keinen zurücklassen“, freute sich Christina Feige-Meyer.

►Realschule:
„Dauerhaft macht Schule unter diesen Bedingungen keinen Spaß“, konstatierte Manfred Müller, Leiter der Städtischen Realschule, mit Blick auf die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie im abgelaufenen Schuljahr. Die Notsituation habe für die Digitalisierung des Unterrichts aber „einen echten Schub gebracht“, betonte der Schulleiter. „Alle mussten lernen: Schüler, Eltern, Lehrer.“ Dabei habe sich schnell gezeigt, wie unterschiedlich die Schulen im Kreis Siegen-Wittgenstein mit den verschiedenen Lernplattformen umgingen: „Bunt wie ein Flickenteppich. Das in den nächsten Jahren zu vereinheitlichen, ist unmöglich“, betonte Manfred Müller. Im digitalen Unterricht konnten „lange nicht“ alle Unterrichtsinhalte vermittelt werden – auch weil die technischen Möglichkeiten der Schüler sehr unterschiedlich seien: „Die Schere geht weit auseinander.“ Die Lernrückstände sollen laut Manfred Müller deshalb im kommenden Schuljahr behoben werden. Zugleich hätten sich die Lehrer-Kollegen für die Jahrgangsstufen 5 und 6 mehr Zeit für Unterrichtsstunden nur zur sozialen Interaktion gewünscht.

►Gymnasium: Das „gute“ Hygienekonzept an der Schule hob Christoph Achenbach, stellv. Leiter des Johannes-Althusius-Gymnasiums, hervor. Es habe im Wesentlichen dazu beigetragen, dass sich von den rund 500 Schülern offensichtlich noch niemand mit dem Coronavirus angesteckt habe. Als digitale Lernplattform setze die Schule auf „Microsoft Teams“. Fehlende digitale Geräte für den Distanzunterricht bei den Schülern zu Hause habe das JAG bereits ausgleichen können – mit einigen Leihgeräten, angeschafft von der Stadt als Schulträgerin. „Der Distanzunterricht kann den Präsenzunterricht nicht ersetzen“, erklärte Christoph Achenbach. Die schlechte Anbindung an das „Netz“ oder die „weniger gute“ technische Ausstattung nannte der stellv. Leiter hierbei als Gründe.

►Fragen der Politiker: Die Mitglieder des Ausschusses wollten von den Vertretern der Schulen wissen, ob es externe Hilfe bei der Installierung von technischen Programmen gegeben hat. Dies sei „meist in Eigenleistung“ erfolgt, betonte Christoph Achenbach. Das JAG kooperiere aber seit einem Jahr mit einem Dienstleister. Hat sich Corona auf die Psyche der Schüler ausgewirkt, lautete eine weiter Frage. Für die Hauptschule berichtete Christina Feige-Meyer von zwei Fällen, um die sich eine Schulsozialarbeiterin kümmere.

Autor:

Alexander Kollek

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