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Realschule am Stöppel machts vor
Digitaler Sportunterricht

Die Realschule in Bad Berleburg hat für den Sportunterricht ein Format gefunden, wie sich alle Kinder spielerisch und mit Freude zu Hause in den eigenen vier Wänden bewegen können.
  • Die Realschule in Bad Berleburg hat für den Sportunterricht ein Format gefunden, wie sich alle Kinder spielerisch und mit Freude zu Hause in den eigenen vier Wänden bewegen können.
  • Foto: Schule
  • hochgeladen von Marc Thomas

howe Bad Berleburg. Was den Kindern und Jugendlichen in der Pandemie fehlt? Ihrem Hobby nachzugehen. Und da haben sich bekanntlich viele den Sport ausgesucht, etwa das Fußballspielen, Hand- oder Basketball, um nur einige zu nennen. Mannschaftssport verbindet, die Begegnung mit Gleichgesinnten fehlt. Das merken freilich auch die Schulen, deren Sportunterricht wegen Corona nahezu zum Erliegen gekommen ist. Bei gutem Wetter wären vielleicht unter Abstand noch Waldläufe möglich. Aber Sport per Video-Schalte und im Home-Office? Wohl eher nicht. Von wegen: Die Realschule in Bad Berleburg zeigt seit Wochen, wie ein kreativer Online-Sportunterricht funktionieren kann – und zwar so, dass Lehrer und Schüler gleichsam Spaß daran haben.

howe Bad Berleburg. Was den Kindern und Jugendlichen in der Pandemie fehlt? Ihrem Hobby nachzugehen. Und da haben sich bekanntlich viele den Sport ausgesucht, etwa das Fußballspielen, Hand- oder Basketball, um nur einige zu nennen. Mannschaftssport verbindet, die Begegnung mit Gleichgesinnten fehlt. Das merken freilich auch die Schulen, deren Sportunterricht wegen Corona nahezu zum Erliegen gekommen ist. Bei gutem Wetter wären vielleicht unter Abstand noch Waldläufe möglich. Aber Sport per Video-Schalte und im Home-Office? Wohl eher nicht. Von wegen: Die Realschule in Bad Berleburg zeigt seit Wochen, wie ein kreativer Online-Sportunterricht funktionieren kann – und zwar so, dass Lehrer und Schüler gleichsam Spaß daran haben. Vor einigen Wochen fiel der Startschuss für ein mehrwöchiges, gemeinsames Sportprogramm für alle Klassen der Realschule.

„Wir wollten unbedingt etwas für die Kinder anbieten“, erläutert Sportlehrer Jörg Hochdörffer. „Dabei ist es uns wichtig, dass alle Sport treiben.“ Zunächst bot die Realschule ihren Schützlingen jede Woche vier „Challenges“ an. Dazu stellten die Lehrer Videos bereit, um Beweglichkeit und Koordination zu trainieren. Die Mädchen und Jungen hielten dafür ihr Handy einfach an den mitgelieferten QR-Code – und schon konnten die Übungen nachgemacht werden. Wer kann schon Turnschuhe balancieren, sich mit einem Arm am Boden und mit den Füße auf dem Stuhl seitlich in der Luft ein T-Shirt anziehen? Oder Klopapier-Rollen im Liegen mit den Füßen stapeln, sie hinterrücks mit den Beinen in einen Korb werfen?

Rückmeldungen besonders wichtig

Wer die Übungen in den Videos erfolgreich absolvierte, der setzte einfach mit dem Stift einen Haken an das Aufgabenblatt. Kurz abfotografiert, an den Sportlehrer geschickt und auf Rückmeldung gewartet, fertig. „Das ist uns besonders wichtig, dass die Kinder auch eine Rückmeldung für die jeweiligen Übungen bekommen“, so Jörg Hochdörffer. Wie sehr den Kindern die „Challenges“ Spaß bereiteten, zeigen die Einsendungen. „Von 52 Schüler der Fünf und Sechs erhielten wir von 50 die positive Bestätigung zurück.“ In der zweiten Woche liefen die Übungen natürlich weiter. „Sogar wir Sportlehrer haben das ein oder andere ausprobiert und dabei herzhaft gelacht.“

Im Anschluss folgte in der dritten Woche ein Wettbewerb, bei dem die Schüler Videos oder Fotos von ihren Übungen einreichen konnten. Das Ganze wurde mit Hilfe der Sponsoren Sparkasse und Volksbank Wittgenstein prämiert. Sage und schreibe 500 Euro legten die Banken zusammen, aus dem Wettbewerb gingen sechs Gewinner hervor. Sieger „Video“:
 1. Platz für Tim Beckmann (7c), 2. Platz für Carlos Behnke (5a), 3. Platz für Lutz Wahl (8b). Sieger „Fotos“: 1. Platz für Fabian Funk (10d), 2. Platz für Greta Milde (5b) und 3. Platz für Marcel Braun (5b). Inzwischen bieten die sechs Sportlehrer ihren Schülern in den 20 Klassen eine Plattform über „Padlet“. Dort bauten sie für die Mädchen und Jungen etwas zusammen, woran die reichlich Freude haben. Entstanden ist eine Art Masterplan „Sport und Spaß“, aus dem sich die Kinder bedienen können.

Schüler suchen drei Übungen aus

Konkret suchen sich die Schüler jede Woche drei Übungen aus den jeweiligen Kategorien aus, „turnen“ sie nach, dokumentieren sie auf einem Zettel, fotografieren diesen ab und schicken ihn an den Sportlehrer. Der Pool der Möglichkeiten ist groß: Die Schüler wählen aus kräftigenden Workouts, Jonglage, Turnen, Yoga, Spazieren oder Joggen, Tanzen, Seilspringen, Entspannung, Kampfsport und vielem mehr. Drei Übungen pro Woche machen sie nach, dann wirft der Sportlehrer einen Blick auf den zugesandten Zettel und die Rückmeldung des Pädagogen erfolgt prompt. Das Besondere an der Sache: Alle Bewegungsideen über „Padlet“ sind freiwillig. Die Schüler dürfen mitmachen, müssen aber nicht.

„Die Kinder sind so glücklich, wenn sie gelobt werden. Das motiviert“, weiß Jörg Hochdörffer. Für ihn liegt der Schlüssel zum Sportlehrerglück darin, dass die Realschule in Bad Berleburg allen Klassen dieses Angebot einheitlich unterbreitet. Und wenn man sich die Zahl der Einsendungen anschaut, dann ziehen die Schüler voll mit.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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