SZ

Fahrgastbeirat sprach über Wittgenstein
Diskussion soll sich in den politischen Raum verlagern

Der Bahnhof in Erndtebrück ist Dreh- und Angelpunkt der Verbindungen im Altkreis Wittgenstein sowie gen Siegerland. Der Fahrgastbeirat diskutierte über die Anpassung sowie permanente Einrichtung zweier Buslinien. Foto: Timo Karl
  • Der Bahnhof in Erndtebrück ist Dreh- und Angelpunkt der Verbindungen im Altkreis Wittgenstein sowie gen Siegerland. Der Fahrgastbeirat diskutierte über die Anpassung sowie permanente Einrichtung zweier Buslinien. Foto: Timo Karl
  • hochgeladen von Timo Karl (Redakteur)

tika Wittgenstein. Manchmal ist es schlichtweg nicht möglich, Entscheidungen herbeizuführen. Sehr wohl möglich ist es allerdings, eine Diskussion anzustoßen. In dieser Rolle sieht sich der Fahrgastbeirat der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd, der am Mittwoch im Kreishaus in Siegen tagte – und dabei intensiv über den Öffentlichen Personennahverkehr sowohl innerhalb von Wittgenstein als auch zwischen den beiden Altkreisen Siegen und Wittgenstein diskutierte. „Selbst wenn wir keine direkte Veränderung herbeiführen können, dann haben wir zumindest unseren Standpunkt deutlich gemacht. Auf diese Weise verlagert sich eine solche Diskussion dann möglicherweise auf die politische Ebene – das jedenfalls ist unsere Hoffnung“, erklärte Matthias Tuschhof als Sprecher des Fahrgastbeirates.

tika Wittgenstein. Manchmal ist es schlichtweg nicht möglich, Entscheidungen herbeizuführen. Sehr wohl möglich ist es allerdings, eine Diskussion anzustoßen. In dieser Rolle sieht sich der Fahrgastbeirat der Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd, der am Mittwoch im Kreishaus in Siegen tagte – und dabei intensiv über den Öffentlichen Personennahverkehr sowohl innerhalb von Wittgenstein als auch zwischen den beiden Altkreisen Siegen und Wittgenstein diskutierte. „Selbst wenn wir keine direkte Veränderung herbeiführen können, dann haben wir zumindest unseren Standpunkt deutlich gemacht. Auf diese Weise verlagert sich eine solche Diskussion dann möglicherweise auf die politische Ebene – das jedenfalls ist unsere Hoffnung“, erklärte Matthias Tuschhof als Sprecher des Fahrgastbeirates.

Auf der Agenda standen letztlich zwei Verbindungen die in Wittgenstein verkehren. Der Arbeitskreis Schienenverkehr Südwestfalen hatte im Vorfeld angeregt, eine Verschiebung der Linie SB 5, die zwischen Bad Laasphe und Siegen fährt, zu bewirken. Will heißen: Derzeit sind die Buslinie auf der Straße und die RB 94 auf der Schiene nahezu parallel unterwegs. Um eine Verdichtung der Verbindung zwischen der Lahn- und der Kreisstadt zu erwirken – in Erndtebrück besteht per Zug eine Umstiegsmöglichkeit –, hatte sich der Arbeitskreis eine größere Zeitspanne zwischen den Abfahrten gewünscht. Eine Umsetzung des Vorschlags ist aber nicht realistisch. Grund dafür ist der Schüler- und Berufsschülerverkehr gen Siegerland.

„Die Interessen stehen da gegeneinander. Die Schüler sind ja auf den Öffentlichen Personennahverkehr angewiesen und haben deshalb Vorrang. Eine Verschiebung der Abfahrtszeiten in Bad Laasphe würde zum Nachteil der Schüler und Berufsschüler geschehen“, erklärte Matthias Tuschhoff, der sich die Problematik gemeinsam mit den Mitgliedern des Fahrgastbeirates durch den Geschäftsführer des Zweckverbandes Personennahverkehr Westfalen-Süd (ZWS), Günter Padt, hatte erläutern lassen.

„Letztlich wären zusätzliche Busfahrten nötig, um die Lücke zu schließen und das ist finanziell betrachtet illusorisch“, erklärte der Sprecher des Beirates. Eine Neuabstimmung der Bus- und Bahnlinien beziehungsweise eine Anpassung der Fahrpläne hinsichtlich einer kommunalen Linie scheint derweil zumindest kurzfristig nicht möglich. Gänzlich abschreiben wollte Matthias Tuschhof diese Thematik allerdings keinesfalls. Konkret stand die L 196 in der Diskussion, die bis vor einiger Zeit fest im Fahrplan verankert war und zwischen Wingeshausen und Bad Berleburg fuhr. Inzwischen besteht diese Verbindung nur noch zwischen Aue und Wingeshausen und nur noch als Taxibus auf Bestellung. Theoretisch wäre wohl ein regulärer Zwei-Stunden-Takt zwischen Bad Berleburg und Wingeshausen möglich, praktisch würde dieser allerdings auch einen entscheidenden Nachteil mit sich bringen: Für Fahrgäste aus Wingeshausen wäre es nur noch in zeitlich größeren Abständen möglich zwischen Zugbahnhof Aue und Wingeshausen zu pendeln.

„Es ist zunächst ein Abwägen der Bequemlichkeit – also der besseren Erreichbarkeit – und der Unbequemlichkeit – also des Zwei-Stunden-Taktes. Letztlich ist es eine Frage der Konzeption, aber die geltenden Verträge sind festgezurrt. Es ist schwierig diese Aufzuweichen. Hinzu kommt die Frage der Wirtschaftlichkeit“, erklärte Matthias Tuschhoff.

Er brach nicht zuletzt deshalb noch einmal eine grundsätzliche Lanze für eine grundlegende Umstrukturierung – dabei solle weniger die Frage der Rentabilität und mehr des Bedarfs der Fahrgäste im Fokus stehen. Anders gesagt: Politisch sollte grundsätzlich – auch vor dem Hintergrund der laufenden Diskussion um den Klimawandel – diskutiert werden, ob mehr finanzielle Mittel in den öffentlichen Personennahverkehr fließen sollten. Manchmal ist es schwierig, eine Entscheidung herbeizuführen. Eine Diskussion angestoßen und forciert hat der Fahrgastbeirat aber allemal.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

Timo Karl (Redakteur) auf Facebook
Timo Karl (Redakteur) auf Instagram
following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
Themenwelten
Die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo.

SZ+ informiert schnell und gut
Mit dem Frühlings-Abo drei Monate sparen

Der Frühling hat - kalendarisch- begonnen und die Siegener Zeitung begrüßt den Lenz mit einem Sonder-Abo: Sparen Sie drei Monate lang mit unserem Frühlings-Abo. Verlässliche Informationen trotz unruhiger Corona-LageIn diesem einmal mehr besonderen Jahr sehnen sich viele Menschen noch mehr nach den ersten Frühlingsboten. Ist doch mit den steigenden Temperaturen, den kräftiger werdenden Sonnenstrahlen und dem Aufblühen der Natur im zweiten Jahr der Corona-Pandemie noch mehr Hoffnung verbunden als...

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen