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KVWL bremst
Doch kein zweites Impfzentrum?

 KVWL-Bezirksstellenleiter Dr. Martin Junker.
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bw Bad Berleburg.  Eigentlich schien der Weg schon frei für eine Impfstelle in der ehemaligen Salzmannschule in Bad Berleburg neben dem Impfzentrum in Eiserfeld, außerdem strebte der Kreis Siegen-Wittgenstein an, zusätzlich fünf Schwerpunktpraxen in Bad Laasphe, Erndtebrück, Burbach, Kreuztal und Netphen anzusiedeln. „Nach den Ergebnissen des Bund-Länder-Gipfels am Mittwoch sind wir allerdings nicht sicher, ob dieses Konzept am Ende auch wirklich so umgesetzt werden wird“, räumte Andreas Müller bereits am Freitag ein: „Wenn die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten vereinbaren, dass ab Ende März, Anfang April die Hausärzte in die Corona-Schutzimpfungen einbezogen werden sollen, wären die Vorgaben des Landes von Montag schon wieder überholt.

bw Bad Berleburg.  Eigentlich schien der Weg schon frei für eine Impfstelle in der ehemaligen Salzmannschule in Bad Berleburg neben dem Impfzentrum in Eiserfeld, außerdem strebte der Kreis Siegen-Wittgenstein an, zusätzlich fünf Schwerpunktpraxen in Bad Laasphe, Erndtebrück, Burbach, Kreuztal und Netphen anzusiedeln. „Nach den Ergebnissen des Bund-Länder-Gipfels am Mittwoch sind wir allerdings nicht sicher, ob dieses Konzept am Ende auch wirklich so umgesetzt werden wird“, räumte Andreas Müller bereits am Freitag ein: „Wenn die Kanzlerin und die Ministerpräsidenten vereinbaren, dass ab Ende März, Anfang April die Hausärzte in die Corona-Schutzimpfungen einbezogen werden sollen, wären die Vorgaben des Landes von Montag schon wieder überholt.“

Personelle Ausstattung nicht zu stemmen

Nach SZ-Informationen bremst nun allerdings auch die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) das Vorhaben des Kreises. In einem Schreiben an den Landrat, das unserer Zeitung vorliegt, weist KVWL-Bezirksstellenleiter Dr. Martin Junker den Wunsch, eine zweite Impfstelle und Schwerpunktpraxen einzurichten, deutlich zurück. Angesichts der Entscheidung, dass Impfstoff bald eben auch in hausärztlichen Praxen verimpft werden soll und kann, „erscheint doch selbst die Notwendigkeit eines Impfzentrums pro Kreis in absehbarer Zeit nicht mehr notwendig zu sein“. Die Kapazitäten in diesen Impfzentren seien derzeit nicht mal derart ausgeschöpft, „dass man ein zweites Impfzentrum brauchen würde. Es fehlt ja doch eher am Impfstoff!“
Dr. Martin Junker stellt aber auch klar, dass die personelle Ausstattung mit ärztlichen und medizinischen, freiwilligen Helfern in einem zweiten Impfzentrum gar nicht von der Kassenärztlichen Vereinigung zu stemmen sei. Wenn der Kreis eine zweite Impfstelle wolle, dann müsse er die komplette Mannschaft mitsamt der Organisation selbst auf die Beine stellen. „Leider bin ich, ist die KVWL dazu nicht in der Lage“, so Dr. Martin Junker. Sobald es eine flächendeckende Versorgung von Impfstoff in den Praxen gebe, sei eine solche Maßnahme nicht mehr zu rechtfertigen. „Auch mit fünf bis sechs Schwerpunktpraxen würde man genauso die Menschen dahin transportieren müssen wie in das Impfzentrum. Das kann man nur mit der aufsuchenden, mobilen Impfung zu Hause vermeiden“, betont Dr. Martin Junker.

"Breite Ablehnung"

Darüber hinaus habe er aus allen Bereichen der niedergelassenen Ärzte „eine breite Ablehnung“ von Schwerpunktpraxen mitgeteilt bekommen, da dies sich nur Praxen mit mehreren Ärzten überhaupt erlauben könnten: „Auch hier muss ich Ihnen daher sagen, dass dies in der Fläche in Südwestfalen, durch alle ärztlichen Fachrichtungen und in fast kompletter Mehrheit abgelehnt wird!“ Zumal viele Patienten eine Impfung durch ihren eigenen Hausarzt wünschten, zum Teil nicht mal im Impfzentrum. „Viele Berechtigte halten daher noch bis heute ihren Impfwunsch zurück, bis der Impfstoff auch bei ihren Hausarzt angekommen ist.“

Autor:

Klaus-Jürgen Menn (Redakteur)

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