»Dorf mit besonderem i-Tüpfelchen«

Sassenhäuser Bilderbandwurm erntet zum ersten Geburtstag ganz viel Lob von allen Seiten

akj Sassenhausen. »Ich wollte ein Forum für Wittgensteiner Künstler schaffen«, berichtet Elke Paleit, die freischaffende Holzbildnerin aus Sassenhausen, wenn sie auf ihre Idee zum Bilderbandwurm angesprochen wird. Der Bilderbandwurm, das Kunstprojekt der Berleburger Ortschaft, feierte am Wochenende seinen ersten Geburtstag – und gerade zu diesem Anlass schafften es Elke Paleit und die Dorfbewohner einmal mehr, eindrucksvoll ein Forum für Wittgensteiner Künstler herzustellen: Kurzerhand hatten viele Sassenhäuser ihre Scheunen und Garagen ausgeräumt, die an diesen beiden Tagen zu Galerien umfunktioniert wurden: Insgesamt 40 Künstler aus Wittgenstein stellten ihre Werke – darunter verschiedenste Malereien, aber auch Skulpturen, Fotografie, Kalligraphie und andere Kunstarten – aus.

»Wir wollten das Potenzial ausreizen«

»In Wittgenstein gibt es eine derartige Vielfalt an Kunst, wir wollten das Potenzial ausreizen«, informierte Elke Paleit. Auf Initiative der Künstlerin war es erst zum Bilderbandwurm gekommen: Verschiedene Sassenhäuser hatten bei Wittgensteiner Künstlern Bilder in Auftrag gegeben, die auf ihren Grundstücken im Freien aufgestellt wurden. Mit dieser einmaligen Open-Air-Galerie bieten die Sassenhäuser heimischen Künstlern seit nunmehr einem Jahr eine ganz besondere Möglichkeit, sich und ihre Werke zu präsentieren. Nach und nach kamen immer mehr Bilder hinzu, so dass mittlerweile 36 Werke in der Ortschaft verteilt stehen.

Elke Paleit: »Es ist sowas von großartig«

Für Kunstinteressierte handelt es sich beim Bilderbandwurm also um ein ganz besonderes Erlebnis. »Es ist sowas von großartig«, lobte Elke Paleit die Sassenhäuser, die natürlich maßgeblich zur Verwirklichung ihrer Idee beigetragen haben: »So viele Schultern tragen dieses Projekt.« Auch Otto Schmethüsen, einer der ausstellenden Künstler, lobte die Organisation des Bilderfestes: »Ich bin überrascht, dass sich die Menschen im Dorf so stark beteiligen, das ist wunderbar, eine rundherum gelungene Sache.«

Auch eine Chance für scheue Künstler

Auf dem Rundweg durchs Dorf gab es am Wochenende allerhand zu sehen. Viele bekanntere Wittgensteiner Künstler zeigten ihre Werke, aber viele waren es auch, die sich erstmals an einer Ausstellung beteiligten, so auch Katharina Weber und Brunhild Köhler. »Viele, die alleine vielleicht nicht den Mut haben ihre Bilder allein auszustellen, haben hier die Möglichkeit«, lobte Nadine Spies aus Feudingen die Aktion. Die junge Künstlerin unterstützt durch den Verkauf ihrer Bilder krebskranke Kinder, ihre Werke waren im Garten der Familie Dreisbach ausgestellt, bei strahlendem Sonnenschein bot der Garten ein tolles Ambiente für die Bilder, die sie mit Acryl-, Ölfarben und Pastellkreide malt. Neben Malerei gab es auch Skulpturen verschiedenster Art.

Vom Fotoapparat bis zur Motorsäge

Hier wurde Kunstinteressierten wirklich die komplette Palette geboten. Es nahmen auch Künstler an der Ausstellung teil, die etwas andere Werke schaffen, so etwa Peter Kehrle, der Fotografien ausstellte, oder Gertrud Haschke aus Wingeshausen, die in aufwendiger Arbeit verschiedenste Dinge, etwa Hochzeits- oder Konfirmations-Alben, mit Kalligrafie beschriftet und gestaltet. Werke von Tasso Wolzenburg, der mit der Motorsäge Holzfiguren schnitzt, bereicherten ebenfalls das abwechslungsreiche Angebot. So bot das Bilderfest einen Querschnitt durch verschiedenste Wittgensteiner Kunstarten ––Facettenreichtum wurde hier ganz groß geschrieben.

Landrat Paul Breuer als Schirmherr

Schirmherr des Bilderbandwurms ist Landrat Paul Breuer, der zur Eröffnung des Bilderfests nur lobende Worte fand. Er befürwortete, die heimische Kunst in einem solchen Rahmen zu präsentieren: »Wir haben viel mehr zu zeigen als wir meinen, wir haben viel mehr Reichtümer als wir meinen.« Auch für die Zukunft wünschte Landrat Paul Breuer alles Gute für den Bilderbandwurm, der sich, so hoffe er, auch weiterhin zu einem Projekt mit Tragfähigkeit entwickle. »Was ich gesehen habe ist, dass Sassenhausen ein Dorf mit einem besonderen i-Tüpfelchen wird. Hier entsteht aus einem klassischen Dorfraum etwas ganz Spezifisches,« lobte der Landrat beeindruckt.

Wo der Landrat auf dem Wisent reitet

Auch er wurde an diesem Tag künstlerisch festgehalten: Karikaturist Dirk Schuhmacher malte den Landrat – auf einem Wisent reitend. »Wir haben die Zusage, dass diese Karikatur im 13. Stock des Kreishauses einen Platz bekommt«, schmunzelte Sassenhausens Ortsvorsteher Bernd Geier. Auch er zeigt sich zufrieden mit dem ersten Jahr des Bilderbandwurms und betonte das Besondere an der Open-Air-Galerie: »Unser Zugang zur Kunst fällt vielleicht etwas aus dem Rahmen.« Sowohl Künstler als auch Besucher waren sich einig, dass dieses Aus-dem-Rahmen-fallen dem Bilderbandwurm den besonderen Charme verleiht.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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