In Kooperation mit heimischen Apothekern
Dr. Holger Finkernagel möchte im Elsofftal impfen

Dr. Holger Finkernagel möchte im Elsofftal impfen.

vc Wunderthausen. „Leider haben wir aktuell nicht genügend Impfstoff.“ Dr. Holger Finkernagel, Hausarzt aus Bad Berleburg, berichtete im Gespräch mit der SZ über ein Projekt, das er gerne im Elsofftal durchführen würde. Dabei ging es um nichts Geringeres als die Impfung der dortigen Bevölkerung gegen Covid-19. „Die Impfung will ich gerne mit einer wissenschaftlichen Untersuchung verbinden. Alter und Vorerkrankungen sollten erfasst werden. Nach sechs Wochen beziehungsweise sechs Monaten könnte man schauen, wie viele Antikörper im Blut zu finden sind.“ Das sei, so Finkernagel, durch den aktuellen PCR Test möglich, der mittels Genetik das Virus nachweist. „Gibt es Partikel des Virus im Blut oder im Abstrich? Man kann heute alles finden, vom Bruchstück bis zum kompletten Genom. In Laboren wird dabei eine Verdünnungsreihe angelegt. Je weniger wir verdünnen müssen, um das Virus nachzuweisen, desto höher ist die Viruslast. Das ganze nennt sich Ct-Methode“, berichtet Dr. Holger Finkernagel.

Vorstoß kommt gut an

Damit will der Wittgensteiner Arzt auch nachweisen, wie effektiv die Impfung ist. Geplant sei, zuerst die älteren Bürgerinnen und Bürger beziehungsweise jene zu impfen, die Ärzte mit einer eigenen Priorisierung erfassen würden. Geimpft werden könne, so Dr. Holger Finkernagel, ja beispielsweise in einer Schützenhalle. Mit seinem Vorhaben sei er sowohl am Robert-Koch-Institut wie auch im Gesundheitsministerium auf offene Ohren gestoßen, so Dr. Holger Finkernagel. „Ein wenig frage ich mich, warum das ein Hausarzt machen muss“, meinte dann der Wittgensteiner Hausarzt etwas stirnrunzelnd mit Blick auf die zuständigen Institute und Behörden. Prinzipiell kritisch sieht Dr. Holger Finkernagel die Impfstrategie: „Ich bin von Anfang an der Meinung, dass die Impfstrategie von Grunde auf nicht gut überlegt ist. Man hätte von Anfang an die Hausärzte mit einbinden müssen. Es wäre gut, wenn wir die Impfung wie die Grippeimpfung selbst geben könnten. Wir kennen schließlich unsere Patienten.“ Neben dem Problem, dass aktuell nicht genügend Impfstoff vorhanden ist, ist dem ehemaligen Marathonläufer auch klar, dass die Impfdosis nicht von einem Arzt zubereitet werden kann – dies nennt man das sogenannte Dispensierungsverbot für Ärzte. Er habe aber, so Dr. Holger Finkernagel, mit hiesigen Apothekern gesprochen, die die Impfdosen in Reinräumen aufarbeiten könnten.

Arzt beklagt weite Anfahrt zum Impfzentrum

Aktuell öffne sich die Politik der Idee, dass Hausärzte impfen sollten. „Wenn wir zentral für Wittgenstein eine Impfstelle einrichten, wäre das schon einmal gut. Dann kann man sich mit den Kollegen abwechseln. Ich bin der Meinung, wir sollten das Problem aus der Welt schaffen. Lass das die Hausärzte machen!“ Der Optimalfall wäre ein eigenes Impfzentrum in jeder Gemeinde, das die Hausärzte vor Ort organisieren würden.Unzufrieden ist der Wittgensteiner mit der aktuellen Situation, in der zum Beispiel Senioren aus Wunderthausen nach Eiserfeld in das dortige Impfzentrum fahren müssen. „Das sind dreieinhalb Stunden Hinweg – für eine Fahrt mit dem Bus. Und für die Impfung müsste ein Senior gleich zweimal hin und zurück fahren“, regt sich der Allgemeinmediziner auf. Doch Dr. Holger Finkernagel hat noch Hoffnung: „Wenn es dann mit der Impfung durch die Hausärzte soweit ist, sollten das alle Wittgensteiner Ärzte zusammen organisieren. Niemand kann das besser als die Ärzte selbst.“

Autor:

Redaktion Wittgenstein aus Bad Berleburg

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