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Weiter Gegenwind für Clara Sofie Kreutter
Drei Strafanzeigen gegen Stierkämpferin

Clara Sofie Kreutter, erste deutsche Stierkämpferin in Spanien und gebürtige Bad Berleburgerin, muss sich gegen heftige Kritik wehren.
  • Clara Sofie Kreutter, erste deutsche Stierkämpferin in Spanien und gebürtige Bad Berleburgerin, muss sich gegen heftige Kritik wehren.
  • Foto: SZ-Archiv
  • hochgeladen von Michael Sauer

vö Bad Berleburg. Als erste deutsche Stierkämpferin tötete Clara Sofie Kreutter im August zwei Rinder in Spanien. Strahlend präsentierte die Torera, die gebürtige Bad Berleburgerin ist, im Anschluss den Preis, die Ohren eines „perfekt“ getöteten Stiers.

Aus ihrem Heimatland hagelte es derweil heftige Kritik – zumal bei ihrem ersten Versuch der Lanzenstoß misslang. Das verletzte Tier schleppte sich unter Schmerzen durch die Arena und erlag schließlich qualvoll den schweren Verletzungen, heißt es in spanischen Medienberichten. Nach dem Kampf posierte die Wittgensteinerin mit den Ohren des getöteten Tiers, sie sei „froh, dass alles so gut geklappt hat“, sagte sie gegenüber Medienvertretern.

Bad Berleburg. Als erste deutsche Stierkämpferin tötete Clara Sofie Kreutter im August zwei Rinder in Spanien. Strahlend präsentierte die Torera, die gebürtige Bad Berleburgerin ist, im Anschluss den Preis, die Ohren eines „perfekt“ getöteten Stiers.

Aus ihrem Heimatland hagelte es derweil heftige Kritik – zumal bei ihrem ersten Versuch der Lanzenstoß misslang. Das verletzte Tier schleppte sich unter Schmerzen durch die Arena und erlag schließlich qualvoll den schweren Verletzungen, heißt es in spanischen Medienberichten. Nach dem Kampf posierte die Wittgensteinerin mit den Ohren des getöteten Tiers, sie sei „froh, dass alles so gut geklappt hat“, sagte sie gegenüber Medienvertretern.

Forderung: Berufsverbot für Stierkämpferin

Seither ist in ihrer deutschen Heimat eine hitzige Diskussion um den Stierkampf entbrannt, der in Spanien zwar eine lange Tradition hat, aber keineswegs frei von Kritik ist. In manchen Regionen des Landes ist der Stierkampf mittlerweile auch verboten. In den sozialen Medien wurde und wird die Bad Berleburgerin heftig attackiert, einige Inhalte gehen weit über das erlaubte Maß hinaus. Die Adressatin der Angriffe hat sich – zumindest vorübergehend – komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Eine SZ-Anfrage ließ sie zuletzt ebenfalls unbeantwortet. Die erste deutsche Torera in Spanien – das füllte nicht zuletzt die Leserforum-Spalten der Siegener Zeitung über Tage.

PETA erstattet Anzeige gegen Stierkämpferin

Tierschützer forderten ein Eingreifen des Veterinäramtes des Kreises Siegen-Wittgenstein – schließlich sei das der Heimat-Landkreis der Stierkämpferin. Die Behörde argumentiert anders: „Clara Sofie Kreutter hält unserer Kenntnis nach weder Tiere in Siegen-Wittgenstein noch geht sie hier einer Tätigkeit in diesem Bereich nach.“ Von daher gebe es für den Kreis zum jetzigen Zeitpunkt zunächst keinerlei Handhabe, erklärt Sprecher Manuel Freudenstein. Das Kreisveterinäramt habe sich mit der Hinweisgeberin, einer Tierschützerin aus Meschede und Vertreterin der privaten Tierhilfe „Wippergütchen“, in Verbindung gesetzt und ihr den Sachverhalt erläutert. „Der Hinweis wurde zuständigkeitshalber an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.“

Clara Sofie Kreutter hält unserer Kenntnis nach weder Tiere in Siegen-Wittgenstein noch geht sie hier einer Tätigkeit in diesem Bereich nach.
Manuel Freudenstein
Kreis Siegen-Wittgenstein

Dort liegen mittlerweile drei Strafanzeigen gegen Clara Sofie Kreutter vor – alle wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Dies sagte Sprecher Patrick Baron von Grotthuss am Dienstag auf SZ-Anfrage.

Bei den Erstattern der Anzeigen handele es sich zum einen um eine Tierschutzorganisation, zum anderen um zwei Privatpersonen. Der zuständige Dezernent prüfe jetzt zunächst, ob und inwieweit die deutsche Justiz zuständig sei. Nach deutschem Recht sei es durchaus möglich, dass die hiesige Justiz Straftaten verfolge, die im Ausland passiert seien: „Das gilt aber nicht für alle Fälle. Sollte tatsächlich ein Anfangsverdacht vorliegen, wäre es auch möglich, den Fall an die spanischen Behörden zu übergeben.“ Aber so weit sei man zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

Bad Berleburger Stierkämpferin in der Diskussion

Die Tierschutzorganisation Peta räumt auf ihrer Internetseite ein, dass sie zu den drei Anzeigenerstattern gehöre. Und verknüpft damit eine entsprechende Erwartungshaltung. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz könnten mit Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren geahndet werden.

Autor:

Martin Völkel (Redakteur) aus Bad Berleburg

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