DRK will Eigenständigkeit sichern

Heinz-Josef Linten erneut zum Kreisverbandsvorsitzenden gewählt / Im Etat fehlen 29000 E

Bad Berleburg. Personell hat der Wittgensteiner Kreisverband des Deutschen Roten Kreuzes die Weichen für eine hoffnungsvolle Zukunft gestellt, in finanzieller Hinsicht geht die Organisation allerdings schweren Zeiten entgegen. Diese Erkenntnisse nahmen die Delegierten der Ortsvereine aus der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes am Dienstagabend im Berleburger DRK-Heim mit.

Keine Überraschungen gab es bei den Vorstandswahlen, das Deutsche Rote Kreuz darf sich weiterhin auf bewährte Kräfte verlassen. Vorsitzender Heinz-Josef Linten wurde ebenso wiedergewählt wie sein Stellvertreter Robert Gravemeier. Den Vorstand komplettieren Schatzmeister Alfred Thauer, Schriftführer Albrecht Grützner, Justiziarin Kirsten Klöer-Wahle, Kreisverbandsarzt Dr. Andreas Lemmen, Öffentlichkeitsmitarbeiter Günter Niedernhöfer und die neue Instruktorin Ulrike Schafranek.

»Den neuen Herausforderungen stellen«

Besagte Instruktorin, die bei zwölf Enthaltungen gewählt wurde, soll die »Qualitätsoffensive des Wittgensteiner DRK«, wie es Heinz-Josef Linten formulierte, forcieren. Es gehe darum, die Ausbildung der Mitarbeiter auf den aktuellen Stand zu bringen, »um uns mit allen Kräften den neuen Herausforderungen zu stellen«. Der Erndtebrücker Bürgermeister spielte damit beispielsweise auf eine Gesetzesänderung zum 1. April 2003 an, wonach künftig auch private Anbieter Ausbildungen in Erster Hilfe übernehmen dürfen. Eine nicht zu unterschätzende Konkurrenz für das Deutsche Rote Kreuz. In einem engagierten Redebeitrag kam Heinz-Josef Linten zu der Feststellung, »dass wir auf Verbandsebene bewegte Zeiten hinter uns haben, die aber längst noch nicht zu Ende sind«.

Haushalt mit Rücklagen ausgleichen

Einige der Probleme der Vergangenheit seien bewältigt, anderen Schwierigkeiten müsse sich das DRK noch stellen. Die größten Sorgen bereitet zweifelsohne die finanzielle Situation des Kreisverbandes. Im Wirtschaftsplan für das Jahr 2003 kündigte Schatzmeister kündigte Schatzmeister Alfred Thauer Einnahmen von rund 157000 e an, denen Ausgaben von etwa 186000 e gegenüber stünden. Ein satter Fehlbetrag von rund 29000 e. Dazu der Schatzmeister: »Wir werden den Haushalt in diesem Jahr noch einmal mit Rücklagen ausgleichen, allerdings zum letzten Mal, dann ist das Guthaben aufgebraucht.« Danach gehe es an die Substanz. Für den Vorsitzenden Heinz-Josef Linten Grund genug, die Delegierten aufzufordern, neue Finanzierungskonzepte zu erarbeiten: »Wir können nicht Jahr für Jahr von Rücklagen leben.« Es gehe darum, den Kreisverband auf stabile Füße zu stellen, so dass die Eigenständigkeit langfristig gesichert sei.

Einsparungen dringend erforderlich

Zudem seien drastische Einsparungen erforderlich, »die im Einzelfall durchaus weh tun«. So habe das Wittgensteiner DRK beispielsweise einen Kleinbus an das Siegerländer Rote Kreuz überschrieben. Wichtig sei auch, die Einnahmequellen komplett auszuschöpfen. Dies könne geschehen, indem wieder mit den Haus- und Straßensammlungen begonnen und die Mitgliederzahl gesteigert werde. Auch Geschäftsführerin Inge Knebel appellierte an die Versammlung, »dringend neue Mitglieder für die Ziele des DRK zu gewinnen«.

Bei allen Problemen wollte Vorsitzender Heinz-Josef Linten eines nicht verschweigen. Trotz rückläufiger Tendenz bei den Mitgliedern sei die Zahl von 2635 zum 31. Dezember 2001 »immer noch fulminant«. Und das ehrenamtliche Engagement, das die Aktiven geleistet hätten, sei kaum hoch genug zu bewerten. Einige Eckdaten nannte Geschäftsführerin Inge Knebel. Im Behindertenfahrdienst seien mit dem DRK-Fahrzeug 35000 Kilometer abgespult worden. Zu 30 Blutspendeterminen seien 4214 Bürger erschienen.

Eigentlich sollte der unlängst verabschiedete Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Bad Berleburg (die SZ berichtete) noch geehrt werden, doch Erwin Seiffert fehlte am Dienstagabend. Heinz-Josef Linten sprach Seiffert »trotz aller Kontroversen große Verdioenste für das Rote Kreuz« zu. Die Delegierten gaben mit lang anhaltendem Applaus die entsprechende Antwort.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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