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Gericht belässt es bei einer Geldstrafe
Drogen an Minderjährigen übergeben

Symbolbild.

howe Bad Berleburg. Das Betäubungsmittelgesetz stellt nicht ohne Grund die Abgabe, das Verabreichen oder die Überlassung von Drogen von Erwachsenen an Minderjährige unter Strafe. Denn die Vorschrift dient dem Jugendschutz und soll verhindern, dass Jugendliche als Konsumenten oder Händler überhaupt mit Drogen in Berührung kommen. Dass dies relativ leicht geschehen kann, beweist der Fall, der sich im September vorigen Jahres im Bad Berleburger Stadtpark ereignete und am Freitag im örtlichen Amtsgericht verhandelt wurde.

Ein 25-jähriger Mann, der Angeklagte, traf sich damals mit zwei Bekannten, einem 34-Jährigen und einem damals 15-jährigen Jungen, im Stadtpark neben dem Rathaus. Sie tranken Alkohol, der 25-Jährigen und der 15-Jährige sogar reichlich.

howe Bad Berleburg. Das Betäubungsmittelgesetz stellt nicht ohne Grund die Abgabe, das Verabreichen oder die Überlassung von Drogen von Erwachsenen an Minderjährige unter Strafe. Denn die Vorschrift dient dem Jugendschutz und soll verhindern, dass Jugendliche als Konsumenten oder Händler überhaupt mit Drogen in Berührung kommen. Dass dies relativ leicht geschehen kann, beweist der Fall, der sich im September vorigen Jahres im Bad Berleburger Stadtpark ereignete und am Freitag im örtlichen Amtsgericht verhandelt wurde.

Ein 25-jähriger Mann, der Angeklagte, traf sich damals mit zwei Bekannten, einem 34-Jährigen und einem damals 15-jährigen Jungen, im Stadtpark neben dem Rathaus. Sie tranken Alkohol, der 25-Jährigen und der 15-Jährige sogar reichlich. Irgendwann griff der 25-Jährige zum Handy, telefonierte und bestellte einen Dealer. Den 34-Jährigen bat er, für 10 Euro „Gras“ zu holen. Das Ende vom Lied: Der 25-Jährige übergab dem Minderjährigen eine „Tüte“, der wiederum rauchte das Zeug. Erinnern konnte sich der Angeklagte am Freitag vor dem Bad Berleburger Schöffengericht übrigens nicht.

"Ich weiß viele Zusammenhänge nicht mehr"

Zwar schilderte er zahlreiche Details von der Zusammenkunft im Park, die Szene mit dem „Stoff“ fehlte ihm jedoch in der Erinnerung. „Ich weiß viele Zusammenhänge nicht mehr“, betonte er. „Ich habe aber dem Jungen nichts übergeben, wir haben uns aber im Stadtpark getroffen und ordentlich mit Wodka und Bier betrunken.“ Ein Polizeibeamter berichtete, warum er zum Einsatz gerufen worden war: Eine Frau habe sich nämlich in seiner Nachtschicht gemeldet, sie habe einen jungen Mann aufgegriffen – den 15-Jährigen. Der sei völlig durchgefroren in Shorts im Park herumgelaufen. Der Junge sei anschließend nach Hause in eine Einrichtung für Jugendliche gebracht worden.

Orientiert sei der junge Mann gewesen, so der Polizist, er habe ausgesagt, bereits früher schon Cannabis konsumiert zu haben. Er sei das gewohnt. Der 34-jährige Zeuge, der seinerzeit mit dem Angeklagten und dem Minderjährigen im Stadtpark weilte, schilderte die Situation so: Von dem Angeklagten habe er 10 Euro bekommen, um die Drogen abzuholen. „Die beiden sind dann mit der Tüte weggegangen und haben mich da stehen lassen.“

Zeuge erscheint verspätet

Das bestätigte der Angeklagte auch, der zugab, „den Herrn angerufen und das Zeug gekauft zu haben. Für 10 Euro Gras.“ Aber an den 15-Jährigen weitergegeben, dass der da sogar von geraucht habe? Daran könne er sich nicht erinnern. „Ich weiß nicht mehr alles davon, das ist schon lange her“, sagte der heute 16-jährige Zeuge vor Gericht. Den jungen Mann musste Richter Torsten Hoffmann in dessen Einrichtung anrufen, um ihn an den Termin zu erinnern. „Ich habe verschlafen“, lautete die Entschuldigung nach 45-minütiger Verspätung. Marihuana habe er bekommen und geraucht. Er und der Angeklagte hätten geraucht, der Angeklagte habe das bezahlt.

Torsten Hoffmann half der Erinnerung etwas nach, las aus der Ermittlungsakte vor. Da hatte der 15-Jährige gegenüber der Polizei erklärt, die „Tüte“ von dem Angeklagten erhalten zu haben. Er selbst habe dann das Gras in die Tüte gedreht. Anschließend habe man den Joint gemeinsam geraucht. Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft sah die Tat des unerlaubten Überlassens von Betäubungsmitteln an Jugendliche als erwiesen an. „Wir haben hier aber nicht die Welt von Wirkstoffgehalt bei 10 Euro.“ Von

Haftstraße wird abgesehen

Außerdem bekomme der Angeklagte mit eigener Wohnung und einem geregelten Arbeitsplatz das Leben „gut auf die Reihe.“ Insofern könne man von einer Freiheitsstrafe absehen – schließlich, so die Vertreterin der Staatsanwaltschaft, stehe für das Delikt eine Strafe von 3 Monaten bis 5 Jahren Freiheitsstrafe. Sie beantragte eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 30 Euro.

Das Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsrichter Torsten Hoffmann folgte dem Antrag. Normalerweise handele es sich hier um einen Verbrechenstatbestand. es könne aber auch ein minderschwerer Fall angenommen werden, so Torsten Hoffmann. „Die Entwicklung des Angeklagten ist erstaunlich positiv zu bewerten“ – mit eigener Wohnung und der Arbeit. Der Richter deutlich: „Jemand wie Sie hat es nicht nötig, sich mit Drogen gegenüber anderen profilieren zu wollen.“

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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