Fußgängerüberweg steht auf der Wunschliste
Durchgangsverkehr bereitet Sorgenfalten

Für Ortsvorsteher Dirk Jung sind der Friedhof und die Kapelle zwei seiner Aufgabenfelder. Hier koordiniert er alles eng mit den Bürgern Dotzlars und der Stadt Bad Berleburg. Die Friedhofskapelle wurde im Ehrenamt frisch gestrichen.
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  • Für Ortsvorsteher Dirk Jung sind der Friedhof und die Kapelle zwei seiner Aufgabenfelder. Hier koordiniert er alles eng mit den Bürgern Dotzlars und der Stadt Bad Berleburg. Die Friedhofskapelle wurde im Ehrenamt frisch gestrichen.
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vc Dotzlar. Der Dotzlarer gehört zu jener Spezies von Ortsvorstehern, die sich in Eigenregie um Herzensangelegenheiten kümmert. Dazu gehören für den Sozialdemokraten Dirk Jung auch saubere Bushaltestellen – ein Umstand, der es sogar in das Programm des Festkommerses zum Dorfjubiläum geschafft hat.

Die Dotzlarer wussten damals und wissen wohl heute noch, was sie an ihrem Ortsvorsteher haben. Der kümmert sich im Hintergrund, gibt aber auch gerne mal eine Aufgabe ab: „Früher organisierte ich auch den Blumenschmuck im Dorf. Das konnte ich in engagierte und fachkundige Hände abgeben. Was die Bürger hier leisten, ist einfach fantastisch.“ Heinz und Gertraud Wetter, Ruth Kapust, Inge Radomski und Karin Jeschke kümmern sich darum, dass Dotzlar an den Ortseingängen und am zentral gelegenen Brunnen stets mit frischen Blumen grüßt.

"Gerade der Friedhof und alles, was damit zusammenhängt,
ist stets mit Fingerspitzengefühl zu behandeln."

Dirk Jung
Ortsvorsteher in Dotzlar

Dirk Jung ist es wichtig, die Menschen mit ins Boot zu holen. Er weiß auch, dass er sich auf die Vereine im Ort verlassen kann. „Ich habe immer versucht, die Vereine mit ins Boot zu holen. Ich will aber neutral agieren und bin daher nur Beisitzer im Verein für Kultur und Heimatpflege, einem Dachverein.“ Als Ortsvorsteher, so Dirk Jung, müsse man ein Händchen für Menschen haben und seine eigene Meinung hinter das Große und Ganze stellen. Jeder Ortsvorsteher handele unterschiedlich und fasse das Amt anders auf. „Ortsvorsteher müssen ihren Weg gehen. Dabei muss man manchmal Macher und Mentor sein, dabei aber Mensch bleiben.“

Gute Zusammenarbeit mit der Stadt

Die Zusammenarbeit mit der Stadt funktioniere für ihn sehr gut. Natürlich gebe es Konflikte, die auch ihn erreichen würden: „Gerade der Friedhof und alles, was damit zusammenhängt, ist stets mit Fingerspitzengefühl zu behandeln.“ Was den Ortsvorsteher ebenfalls umtreibt, ist der Durchgangsverkehr durch Dotzlar. Oft würden die Autos zu schnell fahren. Daher wünscht sich Dirk Jung einen Fußgängerüberweg am Dorfladen. Unterschriften habe man gesammelt und Verkehrsschauen durchgeführt. „Doch gebracht hat es am Ende wenig. Dafür überqueren zu wenig Menschen dort die Straße. Aber ich hoffe noch, dass sich da etwas bewegt.“

Ursprünglich kommt Dirk Jung aus dem Siegerland. Seit 1992 wohnt er nun schon in Dotzlar. „Ich bin hier angekommen und will nirgends mehr wo hin. Wohl gefühlt habe ich mich immer, aber besonders, wenn etwas im Ort bewegt werden konnte.“ Das Amt des Ortsvorstehers ist Dirk Jung näher als ein Posten im Stadtrat. „Das habe ich eine Legislaturperiode gemacht und dabei gemerkt, dass der Stadtrat nicht meine Welt ist.“ Er sei daher froh, dass Joshua Priel nun diese Aufgabe übernommen hätte.
Mit Blick auf die Parteien und die Ortsvorsteher hat Dirk Jung übrigens seine eigene Meinung.

Vorschlagrecht von Parteien nicht zeitgemäß

„Ortsvorsteher müssten separat gewählt werden. Das Vorschlagsrecht der Parteien ist nicht mehr zeitgemäß.“ Es gelte, für den Ort etwas zu erreichen. Da gebe es keine Parteigrenzen.

2022 soll hinter diesem Spielplatz nahe der Kulturhalle Wittgenstein eine Obstbaumwiese mit 16 Bäumen entstehen. Das Areal für eine Blumenwiese ist bereits abgesteckt.
  • 2022 soll hinter diesem Spielplatz nahe der Kulturhalle Wittgenstein eine Obstbaumwiese mit 16 Bäumen entstehen. Das Areal für eine Blumenwiese ist bereits abgesteckt.
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  • hochgeladen von Marc Thomas
1,3 Millionen Euro in das Dorf investiert „Wir haben die Corona-Zeit nicht nutzlos verstreichen lassen“, betont der Ortsvorsteher Dirk Jung. Die Friedhofskapelle sei von der Freiwilligen Feuerwehr eingerüstet worden, um sie zu streichen. Die Stadt als Eigentümer habe hier die Farbe gestellt. Die Bürger von Dotzlar arbeiteten auch in der Pandemiezeit in der Kulturhalle. Sie investierten Zeit und Geld in eine neue Toilettenanlage und in den Thekenbereich der Kulturhalle. Der Boden soll dort noch versiegelt und Plexiglasscheiben mit Dotzlarer Fotomotiven angebracht werden. Ebenfalls in Planung ist ein Deckenanstrich und die Neuinstallation von Lampen. „Das Projekt wird von LEADER mitfinanziert und umfasst ein Volumen von 20.000 Euro“, berichtet der Dotzlarer. Die kleine Kirche in Dotzlar soll ebenfalls in frischen Farben erstrahlen. Während die Ev. Kirchengemeinde die Farbe für den Außenanstrich zur Verfügung stellen will, soll der Anstrich auch hier ehrenamtlich erledigt werden. In der Nähe der Kulturhalle befindet sich zum Talgrund hin ein Spielplatz, der gerne von den jungen Familien des Ortes genutzt wird. Hier wurde bereits eine Blumenwiese angesäht. Nun soll 2022, wiederum durch Fördermittel, ein weiteres Projekt starten. „Wir pflanzen hier 16 Obstbäume. Hinzu kommen noch Insektenhotels und Nistkästen. Auf diese Obstbaumwiese freue ich mich schon“, meint ein gut gelaunter Ortsvorsteher, der zahlreiche junge Familien sieht, die um die Kulturhalle die ersten Sommertage genießen. Ein Erfolg sei auch die Dotzlarer Beteiligung an den sogenannten Waldrasten. Hier wurden in Meckhausen und am Wanderweg zur Dotzlarer Burg neben Bänken ein besonderes Angebot der BlB-Tourismus GmbH installiert. In Behältern, die im kühlen Dotzlarer Berg versenkt sind, werden Getränke für Wanderer aufbewahrt. Eine fest installierte Sammelbox steht für den Obulus der Wanderer bereit. „Das funktioniert in Dotzlar sehr gut“, meint der Ortsvorsteher, der in diesem Zuge den Initiatoren der berühmten Dotzlarer Wanderwege dankte. „Was Frank Fischer mit dem Wanderweg Bei de Hullerkeppe und Rüdiger Grebe mit dem Via Celtica geschaffen haben, ist großartig. Die Wege“, so betont der Dotzlarer Ortsvorsteher, „würden komplett im Ehrenamt gepflegt.“ Insgesamt seien mit Fördermitteln und Städtischen Mitteln in den letzten Jahren rund 1,3 Millionen Euro investiert worden. Man habe keine Verbindlichkeiten in der Dorfkasse. Das sei auch dem erfolgreichen Jubiläum geschuldet.
Für Ortsvorsteher Dirk Jung sind der Friedhof und die Kapelle zwei seiner Aufgabenfelder. Hier koordiniert er alles eng mit den Bürgern Dotzlars und der Stadt Bad Berleburg. Die Friedhofskapelle wurde im Ehrenamt frisch gestrichen.
2022 soll hinter diesem Spielplatz nahe der Kulturhalle Wittgenstein eine Obstbaumwiese mit 16 Bäumen entstehen. Das Areal für eine Blumenwiese ist bereits abgesteckt.
Autor:

Christian Völkel

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