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Amtsgericht Bad Berleburg
Ehepaar betrügt Fahrschule

Das Bad Berleburger Amtsgericht hat am Dienstag einen Betrüger zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung verurteilt, dessen Frau zu einer Geldstrafe. Beide hatten ihre Gebühren für die Fahrschule nicht beglichen.
  • Das Bad Berleburger Amtsgericht hat am Dienstag einen Betrüger zu einer Freiheitsstrafe von sieben Monaten auf Bewährung verurteilt, dessen Frau zu einer Geldstrafe. Beide hatten ihre Gebühren für die Fahrschule nicht beglichen.
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howe Bad Berleburg. Dass er seiner Frau bei einem Imbiss in Siegen mit dem Fuß in den Rücken getreten hatte, war nicht einmal die Hauptsache, die am Dienstag im Bad Berleburger Amtsgericht verhandelt wurde. Richter Torsten Hoffmann stellte das Verfahren im Hinblick auf die im Übrigen zu erwartende Strafe ein. „Ich gebe das zu. Ich schäme mich dafür“, so der 23-jährige Angeklagte, der jetzt in Erndtebrück lebt. Viel fataler war die „gemeinschaftliche“ Betrugssache mit seiner Ehefrau. Beide meldeten sich – aber getrennt voneinander – bei einer Fahrschule für die Erlangung des Führerscheins an.

howe Bad Berleburg. Dass er seiner Frau bei einem Imbiss in Siegen mit dem Fuß in den Rücken getreten hatte, war nicht einmal die Hauptsache, die am Dienstag im Bad Berleburger Amtsgericht verhandelt wurde. Richter Torsten Hoffmann stellte das Verfahren im Hinblick auf die im Übrigen zu erwartende Strafe ein. „Ich gebe das zu. Ich schäme mich dafür“, so der 23-jährige Angeklagte, der jetzt in Erndtebrück lebt. Viel fataler war die „gemeinschaftliche“ Betrugssache mit seiner Ehefrau. Beide meldeten sich – aber getrennt voneinander – bei einer Fahrschule für die Erlangung des Führerscheins an.

Es wurde nichts an die Fahrschule zurückgezahlt

Für den Theorieunterricht erhielten beide die entsprechenden Unterlagen und die Rechnung: 315 Euro plus 45 Euro für den Online-Zugang, bei ihr waren es 360 Euro. „Ja, wir haben uns da damals angemeldet, hatten zu der Zeit aber keine Arbeit. Ich weiß auch nicht, warum wir nicht mit dem Besitzer der Fahrschule geredet haben“, erläuterte die 23-jährige Frau. Und ihr Mann gestand: „Wir haben uns einfach nicht mit dem Fahrlehrer zusammengesetzt. Das hätten wir aus dem Weg räumen können.“ Die Tat liege ja bald anderthalb Jahre zurück. Ob denn mal irgendetwas an die Fahrschule zurück bezahlt worden sei, wollte Richter Torsten Hoffmann wissen. „Nein“, lautete die ernüchternde Antwort. Das wiederum brachte Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel auf die Palme: Ich begreife es nicht. Warum konnten sie nicht einfach mal 50 Euro überweisen? Sie sitzen hier beide und es ist nichts passiert.“ Besonders tragisch sei das, weil den Mann mit Sicherheit eine Freiheitsstrafe erwarte – wobei die Frage zu erörtern sei, ob diese überhaupt noch zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Bereits auf Bewährung sei keine Milde zu erwarten

Bei der langen Vorstrafenliste kein Wunder: 2007 startete der Mann seine strafrechtliche Karriere im europäischen Ausland, saß wegen Betrugs bereits im Gefängnis. Zuletzt, in 2019, erhielt er wegen Ebay-Betrugs vier Monate auf Bewährung, die aktuell auch noch läuft. Das wiederum veranlasste Judith Hippenstiel zu einem deutlichen Plädoyer. „Wer wegen einschlägigen Delikts unter laufender Bewährung steht, der kann nicht mit irgendeiner Milde rechnen.“ Für die 23-jährige Frau beantragte die Vertreterin der Staatsanwaltschaft eine Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu je 15 Euro, wobei die Oberamtsanwältin hier ein Urteil vom Oktober dieses Jahres wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis mit einbezog.

Aus der Lore einen Familienzug werden lassen

Äußerst schwer tat sie sich mit dem gleichaltrigen Angeklagten, konnte sich letztlich aber nicht durchringen, auf eine Freiheitsstrafe auf Bewährung zu plädieren. „Sieben Monate Gefängnis“ lautete der Vorschlag. Verteidiger Fritz Bosch rückte seinen Mandanten in ein anderes Licht: „Er ist ein Mensch, der auf einem gute Weg ist.“ Sein Mandant habe erstmals seit langem Arbeit, und das sogar unbefristet. „Dieses System dürfen wir nicht gefährden.“ Besser noch – Zitat: „Die kleine Lore, die er aufs Gleis gestellt hat, sollten wir zu einem großen Familienzug werden lassen.“ Torsten Hoffmann ließ dann doch Milde walten.

Er setzt die siebenmonatige Freiheitsstrafe zur Bewährung aus, merkte aber an: „Alle schlagkräftigen Argumente hat die Staatsanwältin.“ Dennoch wolle er die beantragte Freiheitsstrafe zur Bewährung aussetzen. durch die Arbeitsaufnahme könne der Schaden wieder gut gemacht werden. Bei der Geldstrafe für die Frau folgte der Richter der Staatsanwaltschaft.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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