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Gedenken an Karl Wolff aus Arfeld
Ein dritter Stolperstein kommt hinzu

Blüten zum Gedenken an die Arfelder Familie Wolff. Die Steine liegen gleich neben dem Volksbankgebäude.
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  • Blüten zum Gedenken an die Arfelder Familie Wolff. Die Steine liegen gleich neben dem Volksbankgebäude.
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howe Arfeld. Es passte am Donnerstag sehr gut, dass die Multi-Kulti-Klasse von Lehrerin Kerstin Burgmann das Gedenk-Programm und die Verlegung des Stolpersteins in Arfeld übernahm. Die 9a der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Hauptschule in Bad Berleburg hat als Projektgruppe ihrer „Schule für Toleranz und Zivilcourage“ die Erinnerung an das Leben von Karl Wolff und seiner Familie seit geraumer Zeit vorbereitet, sich mit der Geschichte befasst und die Veranstaltung vor Ort – gleich neben der Volksbank – selbstständig durchgeführt.

„Wir sind die bunteste Klasse. Zehn Nationen kommen miteinander aus und verstehen sich sehr gut“, berichtete Kerstin Burgmann stolz.

howe Arfeld. Es passte am Donnerstag sehr gut, dass die Multi-Kulti-Klasse von Lehrerin Kerstin Burgmann das Gedenk-Programm und die Verlegung des Stolpersteins in Arfeld übernahm. Die 9a der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Hauptschule in Bad Berleburg hat als Projektgruppe ihrer „Schule für Toleranz und Zivilcourage“ die Erinnerung an das Leben von Karl Wolff und seiner Familie seit geraumer Zeit vorbereitet, sich mit der Geschichte befasst und die Veranstaltung vor Ort – gleich neben der Volksbank – selbstständig durchgeführt.

„Wir sind die bunteste Klasse. Zehn Nationen kommen miteinander aus und verstehen sich sehr gut“, berichtete Kerstin Burgmann stolz. Stolz durften auch die Besucher aus Politik und Verwaltung, Kirche und christlich-jüdischer Freundeskreise auf die jungen Leute sein, ebenso Schulleiterin Christina Feige-Meyer und Lehrerin Ute Bänfer. „In Bad Berleburg hat der Arbeitskreis für Toleranz und Zivilcourage insgesamt 62 Stolpersteine verlegt“, wusste Bürgermeister Bernd Fuhrmann zu berichten.

Stolperstein für Karl Wolff: wichtiger Impuls vor acht Jahren

„Jetzt hat die 9a diese Aufgabe übernommen. Ein Zeugnis der erfolgreichen Übernahme der Verantwortung für die Stolpersteine durch die jüngere Generation.“ Kerstin Burgmann habe die Verlegung geplant und umgesetzt. „Ihr habt die Herausforderung mit Bravour und würdevoll gemeistert“, fand Bernd Fuhrmann. „Durch die Erinnerung vergessen wir nicht, was nie wieder geschehen darf.“

Die Klasse 9a der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule besteht aus zehn Nationen. Am Donnerstag verlegten die jungen Leute einen Stolperstein für den Juden Karl Wolff. Mit im Bild: Bürgermeister Bernd Fuhrmann.
  • Die Klasse 9a der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule besteht aus zehn Nationen. Am Donnerstag verlegten die jungen Leute einen Stolperstein für den Juden Karl Wolff. Mit im Bild: Bürgermeister Bernd Fuhrmann.
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Den wichtigen Impuls für die Arbeit der Schülerinnen und Schüler gab vor acht Jahren Dr. Gerda Achinger mit ihrem Aufsatz „Erst Mitbürger – dann Verstoßene. Das Schicksal der jüdischen Familie Wolff aus Arfeld“ in den Blättern des Wittgensteiner Heimatvereins. Dr. Gerda Achinger war es, die vor Jahren schon den Kontakt zu der in den USA lebenden Enkelin der Wolffs, Gwendolyn Wolff-Solomon, herstellte. Der Artikel der Autorin diente den Schülern der Ludwig-zu-Sayn-Wittgenstein-Schule als Informationsquelle.

Das Bild von Karl Wolff präsentierte diese Schülerin der Bad Berleburger Hauptschule.
  • Das Bild von Karl Wolff präsentierte diese Schülerin der Bad Berleburger Hauptschule.
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Die Mädchen und Jungen beschrifteten die Rückseite ihrer Zeittafeln und berichteten den rund 40 Gästen von den Lebensstationen der Familie Wolff. 2009 wurden in Arfeld vor dem Standort ihres einstigen Wohnhauses die Stolpersteine für Jakob und Henriette Wolff verlegt, am Donnerstag kam jener für den Sohn Karl, geboren 1901, hinzu. Die Familie war eine Arfelder Familie wie andere auch. Henriette war Mitglied der Backhausgemeinschaft, die drei Kinder Karl, Else und Richard besuchten die Arfelder Schule, waren Mitglieder im Fußball-, Turnverein und im SGV Arfeld. Karl fungierte dort 1922 als Kassenwart. „Sie waren voll integriert und keine Außenseiter“, las eine Schülerin vor.

2009 wurden bereits zwei Stolpersteine für Karls Eltern Jakob und Henriette verlegt. Am Donnerstag kam der Stolperstein für Karl hinzu.
  • 2009 wurden bereits zwei Stolpersteine für Karls Eltern Jakob und Henriette verlegt. Am Donnerstag kam der Stolperstein für Karl hinzu.
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1927 heiratete Karl Wolff in Treis an der Lumda die Ida Wetzstein, die 1935 verstarb. 1938 wurde Karl Wolff in Buchenwald in Schutzhaft genommen, hier zwang man ihn zu schwerer Arbeit. 1940 starb Karl Wolff an den Misshandlungen, die er im Konzentrationslager erdulden musste. Er wurde auf dem jüdischen Friedhof von Treis beerdigt.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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