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Restaurant Hubertus-Stube
Ein juristischer Schachzug zeigt neue Perspektiven auf

Noch hat die Hubertus-Stube in Bad Berleburg keinen neuen Besitzer gefunden. Ein Gastronom aus Breidenbach hat allerdings ernsthaftes Interesse an dem ehemaligen Restaurant bekundet.
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tika Bad Berleburg. Verkauft ist die ehemalige Hubertus-Stube in Bad Berleburg nicht. Der dritte Termin im Zwangsversteigerungsverfahren vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg endete am Montag ohne einen Zuschlagsbeschluss – keineswegs aber ohne ein Gebot. Ein Gastronom aus Breidenbach gab ein Gebot von exakt 60 000 Euro bei Rechtspfleger Thomas Göbel ab, wohlwissend, dass dieser Betrag schon juristisch keine Zustimmung finden würde.

Er lag unter der sogenannten Fünf-Zehntel-Grenze, also einer 50-Prozent-Grenze – gemessen am Verkehrswert in Höhe von 193 688 Euro –, die es gesetzlich zu beachten gilt. Genauer gesagt hätte er mindestens sieben Zehntel (70 Prozent) des Verkehrswertes bieten müssen und selbst dann hätte die Sparkasse Wittgenstein als Gläubigerin noch ablehnen können.

tika Bad Berleburg. Verkauft ist die ehemalige Hubertus-Stube in Bad Berleburg nicht. Der dritte Termin im Zwangsversteigerungsverfahren vor dem Amtsgericht in Bad Berleburg endete am Montag ohne einen Zuschlagsbeschluss – keineswegs aber ohne ein Gebot. Ein Gastronom aus Breidenbach gab ein Gebot von exakt 60 000 Euro bei Rechtspfleger Thomas Göbel ab, wohlwissend, dass dieser Betrag schon juristisch keine Zustimmung finden würde.

Er lag unter der sogenannten Fünf-Zehntel-Grenze, also einer 50-Prozent-Grenze – gemessen am Verkehrswert in Höhe von 193 688 Euro –, die es gesetzlich zu beachten gilt. Genauer gesagt hätte er mindestens sieben Zehntel (70 Prozent) des Verkehrswertes bieten müssen und selbst dann hätte die Sparkasse Wittgenstein als Gläubigerin noch ablehnen können. Dennoch war das Gebot, das im Nichts endete, möglicherweise eine neue Perspektive für die seit mehreren Jahren verwaiste Gaststätte an der Schulstraße.

Mit dem Gebot jedenfalls ist dem Breidenbacher ein juristisch kluger Schachzug gelungen – die festgelegten Grenzen sind gefallen und haben im nächsten Termin, der in zwei bis drei Monaten stattfinden soll, keine Gültigkeit mehr. Gleichwohl hat die Sparkasse Wittgenstein beim Kaufpreis stets das letzte Wort.

Der Hesse, der namentlich noch nicht genannt werden will, hat allerdings ein ernstes Interesse an dem ehemaligen Restaurant bekundet und möchte dort künftig wieder ein solches etablieren. Noch während der „Biethalbestunde“ vor dem Amtsgericht Bad Berleburg nahm er Gespräche mit dem Teileigentümer des weiteren Gebäudes auf, der im vergangenen Jahren die entsprechenden Wohnungen ersteigert hatte.

Denn: Der ehemalige Eigentümer des Gesamtkomplexes hatte seinerzeit bauliche Veränderungen vorgenommen, um den Gastronomiebereich zu vergrößern – auf Kosten der Wohnungen, die ebenfalls in seinem Besitz waren.

Im Grundbuch sind diese Veränderungen allerdings nicht eingetragen. Der Teileigentümer und der mögliche neue Eigentümer des Gastronomiebereichs verhandelten daher bereits am Montag über mögliche Tauschgeschäfte von Flächen, die die Interessen beider Seiten erfüllen. Diese sollen dann künftig auch Eintragung ins Grundbuch erhalten, um eine Rechtssicherheit herzustellen. Dass es dem Breidenbacher mit seinem Gebot ernst war, daran ließ er tatsächlich keine Zweifel.

Quasi mit Beginn der Zwangsversteigerung hatte er eine Bietsicherheit in Höhe von 19 500 Euro – rund zehn Prozent des Verkehrswertes – pünktlich auf die Sekunde auf einem entsprechenden Konto hinterlegt und auf diese Weise überhaupt erst den Weg für ein Gebot freigemacht. Nachdem er nun die Gespräche mit dem Teileigentümer aufgenommen hat, will er die Situation vor Ort ausloten – gemeinsam mit einem Architekten. Auf diese Weise will er eine Fläche für einen Gastronomiebetrieb mit Perspektive schaffen. Das Gespräch dürfte er allerdings auch mit der Gläubigerbank suchen, denn auch wenn die Grenzen gefallen sind: Das letzte Wort beim Kaufpreis hat am Ende noch immer die Sparkasse Wittgenstein.

Autor:

Timo Karl (Redakteur) aus Erndtebrück

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