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Hunderte Exponate aus über 330-jähriger Geschichte
Ein Museum im Försters Hof

Heinrich Höse aus Weidenhausen ist aktuell dabei, sein Hofmuseum auf dem Försters Hof einzurichten. Im Spätsommer, so der Plan, könnte Eröffnung sein – wenn die Pandemie hoffentlich vorbei ist.
  • Heinrich Höse aus Weidenhausen ist aktuell dabei, sein Hofmuseum auf dem Försters Hof einzurichten. Im Spätsommer, so der Plan, könnte Eröffnung sein – wenn die Pandemie hoffentlich vorbei ist.
  • Foto: howe
  • hochgeladen von Marc Thomas

howe Weidenhausen. Könnte der Försters Hof in Weidenhausen Geschichten erzählen, er würde bestimmt ganze Bücher füllen. So viele Generationen mit kinderreichen Familien haben hier gelebt, meistens von der Landwirtschaft oder vom Handwerk. Der Name des Hofes zeugt von vier Generationen, deren Hausherren Förster waren. Was könnte man nicht alles erzählen. Heinrich Höse gehört zur 5. Höse- und 14. „Försters“-Generation, die das altehrwürdige, sicher um die 330 Jahre alte Haus bewohnen. Mehr noch: Heinrich und seine Frau Sylvie kümmern sich liebevoll um den Hof.

Besonders Sylvie Lob-Höse hat dem Försters Hof eine Handschrift gegeben.

howe Weidenhausen. Könnte der Försters Hof in Weidenhausen Geschichten erzählen, er würde bestimmt ganze Bücher füllen. So viele Generationen mit kinderreichen Familien haben hier gelebt, meistens von der Landwirtschaft oder vom Handwerk. Der Name des Hofes zeugt von vier Generationen, deren Hausherren Förster waren. Was könnte man nicht alles erzählen. Heinrich Höse gehört zur 5. Höse- und 14. „Försters“-Generation, die das altehrwürdige, sicher um die 330 Jahre alte Haus bewohnen. Mehr noch: Heinrich und seine Frau Sylvie kümmern sich liebevoll um den Hof.

Besonders Sylvie Lob-Höse hat dem Försters Hof eine Handschrift gegeben. Über die Grenzen des Ortes und der Region Wittgenstein hinaus bekannt sind ihre offenen Gärten – wenn sie im Sommer die Gäste am Hof bei Kaffee und Kuchen begrüßt und die Leute die Blumen- und Pflanzenpracht drumherum bestaunen können. Für die Bücherstube baute sie gemeinsam mit ihrem Mann ein Drittel des früheren Stalls zu einer gemütlichen Lesestube aus (die Siegener Zeitung berichtete).


"Meine Vorfahren haben nichts weggeworfen."
Heinrich Höse
Hausherr im Försters Hof

In Heinrich Höse schlummerte seit langem auch ein Wunsch. „Es gibt viele, die Landwirtschaft haben und dann auch so ein großes Gebäude besitzen“, sagt er. Sein großer „Schatz“ befindet sich aktuell auf dem riesigen Dachboden der Scheune. Ein paar Treppenstufen die massive Holztreppe hinauf geht es in einen Raum, der schon ganz schön urig ist. Meterhoch erstrecken sich die Balken in alle Richtungen. Von der Größe her würden hier Lastwagen hineinpassen. Schaut man über den kompletten Dachboden, könnte man meinen, in einer alten Kirche zu stehen. Beeindruckend ist die Ausstattung.

Kleines landwirtschaftliches Museum in früherer Heuscheune

Denn Heinrich Höse ist aktuell dabei, Försters Hofmuseum zu errichten. In der früheren Heuscheune hat er ein „kleines landwirtschaftliches Museum“ eingerichtet, wie er sagt. Klein? Mehrere Hundert Maschinen, Einrichtungen, Geräte und Werkzeuge sind ausgestellt. „95 Prozent der Sachen sind vom Hof“, stellt Heinrich Höse fest. Sie dokumentieren die über 300 Jahre alte Geschichte des Försters Hof. Dort waren die Gerätschaften auch allesamt im Gebrauch. Einen Schwerpunkt der Ausstellung bilden der Anbau und die Weiterverarbeitung von Getreide und Flachs.

Pflüge, Eggen oder Sähmaschinen finden hier oben ihren Platz, ebenso Mähmaschinen mit Ochsenzug, sogar eine kleine Mühle gibt es, die das Korn gleich per Hand zu Mehl verarbeitete. „Das Ganze hat einen Vorteil“, berichtet Heinrich Höse, „meine Vorfahren haben nichts weggeworfen.“ Im Haus befinden sich noch unzählige Dinge. Neben den größeren Gerätschaften und Maschinen sind es Gegenstände fürs tägliche Brotbacken, Buttern, fürs Schlachten, für die Verarbeitung von Milch, für die Schafschur und vielem mehr. „Wir haben viel Zeug“, lacht Heinrich Höse. Mehrere Nähmaschine mit Fußpedal könnten heute noch zum Einsatz kommen. Noch nicht ausgepackt hat er das viele Porzellangeschirr, teils alte Kaffeekannen. Dazu gesellen sich kleine Mühlen, der Fleischwolf, Tellerchen, Besteck und vielerlei Kleines. „Irgendwann war der Dachboden voll“.

Alter Webstuhl ist wahres Prunkstück

Die Geschichten erzählt der Försters Hof über die Exponate. „Mein Großvater und mein Vater waren Ochsenzüchter“, berichtet Heinrich Höse. Das Geschirr dafür existiert noch heute. Vier Ochsen habe der Försters Hof immer besessen. Zwei davon seien jeweils verkauft worden. „Das war immer eine große Einnahme.“ Sogar die alten Skier aus Holz mit den Bindungen zum Festziehen gibt es noch. Heinrich Höses Vorfahren haben sie aufgehoben. „Damit wollen wir in unserem Museum eine kleine Wintersportecke einrichten.“ Ein wahres Prunkstück, das aber sicher nochmal generalüberholt werden müsste, ist der alte Webstuhl. Der füllt einen großen Teil des Raumes. Und da kann man sich fast gar nicht vorstellen, dass diese riesige Web-Anlage einst in der Wohnstube der Leute gestanden hat. „Da war es warm, da konnten dann meistens die Frauen dem Weberhandwerk nachgehen“, weiß Heinrich Höse.

Mit der Bücher- und Kaffeestube und Försters Hofmuseum wollen die Höses auch ihrer Nachbarschaft, dem ganzen Dorf und der Umgebung etwas bieten. Die offizielle Eröffnung lässt noch etwas auch sich warten. Familie Höse möchte erst die gegenwärtige Pandemie überwinden. „Dann können wir hoffentlich im Spätsommer eröffnen“, sagt Heinrich Höse. Termine und die Öffnungszeiten werden rechtzeitig bekanntgegeben.

Autor:

Holger Weber (Redakteur) aus Wittgenstein

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