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Franzi Schneider und Jakob Limper in Richstein
Ein Stall und ein Wohnhaus aus Käferholz

Mit schwerem Gerät wurde der massive Fachwerkbinder von den vielen fleißigen Helfern millimetergenau in den im Giebel bis zu sieben Meter hohen Holzrahmenbau eingepasst.
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  • Mit schwerem Gerät wurde der massive Fachwerkbinder von den vielen fleißigen Helfern millimetergenau in den im Giebel bis zu sieben Meter hohen Holzrahmenbau eingepasst.
  • Foto: Lars Lenneper
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

ll Richstein. Etwas ungläubig steht Franzi Schneider vor der imposanten Holzkonstruktion, die sich auf den Höhenzügen des idyllischen Örtchens Richstein bei Arfeld erhebt. Mit dem Handy hält die 27-Jährige den Moment fest, an dem gerade mit schwerem Gerät ein massiver Fachwerkbinder millimetergenau in den im Giebel bis zu sieben Meter hohen Holzrahmenbau eingepasst wird. „Das ist schon ein Mordsprojekt“, stellt die gebürtige Bad Laaspherin treffend fest und zeigt dabei auf das nahezu fertiggestellte Grundgerüst für den Stall mit Pensionspferden und „Rotem Höhenvieh“, der hier entsteht.

Dabei ist es die junge Frau selbst, die für dieses „Mordsprojekt“ verantwortlich zeichnet. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes.

ll Richstein. Etwas ungläubig steht Franzi Schneider vor der imposanten Holzkonstruktion, die sich auf den Höhenzügen des idyllischen Örtchens Richstein bei Arfeld erhebt. Mit dem Handy hält die 27-Jährige den Moment fest, an dem gerade mit schwerem Gerät ein massiver Fachwerkbinder millimetergenau in den im Giebel bis zu sieben Meter hohen Holzrahmenbau eingepasst wird. „Das ist schon ein Mordsprojekt“, stellt die gebürtige Bad Laaspherin treffend fest und zeigt dabei auf das nahezu fertiggestellte Grundgerüst für den Stall mit Pensionspferden und „Rotem Höhenvieh“, der hier entsteht.

Dabei ist es die junge Frau selbst, die für dieses „Mordsprojekt“ verantwortlich zeichnet. Und zwar im wahrsten Sinne des Wortes. Die Bauingenieurin hat den Grundriss quasi am Reißbrett (beziehungsweise mit dem Programm „AutoCAD“ am Computer) entworfen und freut sich gemeinsam mit ihrem Freund Jakob Limper darüber, dass ihr außergewöhnliches Bauvorhaben derzeit konkret Gestalt annimmt. Praktischerweise ist ihr Partner zugleich von Berufs wegen Zimmermann, sodass er nahezu alle anfallenden Arbeiten selbst erledigen kann.

Holzrahmenbau für den Stall in Richstein steht bereits

Und das sind so einige, denn was seit April dieses Jahres auf der ehemaligen Wiesenfläche in Richstein entstanden ist, ist in der Tat bemerkenswert. Der Holzrahmenbau für den Stall beispielsweise ist bereits fertiggestellt. „Ich kann es gar nicht mehr erwarten, bis die Pferde endlich das erste Mal im Stall sind“, berichtet die passionierte Springreiterin Franzi Schneider voller Vorfreude. Neben ihrem eigenen Pferd „Beppa“ ist Platz für weitere vier Tiere, zwei Boxen sind bereits vermietet, zwei weitere stehen für Pensionspferde noch zur Verfügung.

Franzi Schneider und Jakob Limper sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft vor Ort und dankbar für die große Unterstützung.
  • Franzi Schneider und Jakob Limper sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft vor Ort und dankbar für die große Unterstützung.
  • Foto: Lars Lenneper
  • hochgeladen von Christian Schwermer (Redakteur)

Zudem soll auf dem Gelände ein Reitplatz entstehen, sogenannte „Paddocks“ sollen zudem befestigte Auslaufmöglichkeiten bieten. Da ihr Freund Jakob ebenfalls ein ausgewiesener Tierfreund ist und bereits von klein auf bei der Nebenerwerbslandwirtschaft seines Großvaters mitgeholfen hat, möchte der 25-Jährige auch bis zu zehn Mutterkühe der Rinderrasse „Rotes Höhenvieh“ in dem Stall unterbringen. Diese für den Wittgensteiner Raum einstmals typische Rinderrasse wurde vom Opa noch selbst gezüchtet, ist mittlerweile aber vom Aussterben bedroht. Ein Grund mehr für den Enkel, in die Fußstapfen seins Großvaters zu treten.

In Richstein kommt ausschließlich Käferholz zum Einsatz

Eine echte „Familiensache“ ist auch die Beschaffung des Baumaterials für das gesamte Vorhaben. Zum Einsatz kommt ausschließlich Käferholz aus dem Waldbestand von Jakobs Opa aus Fischelbach.
Insgesamt 70 Kubikmeter seien alleine für den Stall notwendig, erklärt Franzi Schneider. Dass sie allerdings fast 1,5 Hektar eingeschlagen haben, hat einen anderen Grund: Denn sobald das Stallprojekt abgeschlossen ist, will das Pärchen in unmittelbarer Nähe der Anlage ein Wohnhaus für sich errichten – natürlich ebenfalls aus dem Käferholz.

Doch bevor die Beiden an ihre eigenen vier Wände denken können, benötigen zunächst die Tiere zeitnah ein Dach über dem Kopf, um schnellstmöglich in ihr neues Zuhause „einziehen zu können“. Dieses soll in der kommenden Woche an der Reihe sein. Auch hier erfolgen die Arbeiten in Eigenleistung. Nebenberuflich, versteht sich – denn parallel zu ihrem Bauprojekt gehen die beiden Bauherren auch noch ihrem Job als Bauingenieurin beziehungsweise Zimmermann nach. „Unsere Couch kennt uns schon gar nicht mehr“, hatte Jakob Limper angesichts der vielen zeitfressenden Arbeit kürzlich mit der notwendigen Portion Galgenhumor zu seiner Freundin gesagt.

"Ihr habt doch 'nen Knall"

Auch im Freundes- und Bekanntenkreis stieß die Idee, die vor rund zwei Jahren geboren wurde, zunächst nicht nur auf Gegenliebe. „Da waren schon ein paar, die gesagt haben: Ihr habt doch ’nen Knall – aber wir machen trotzdem mit“, berichtet Franzi Schneider lachend. Überhaupt ist das junge Pärchen überwältig von der Hilfsbereitschaft von Familie, Freunden, Arbeitskollegen oder auch der gesamten Dorfgemeinschaft. „Es ist einfach unglaublich, welche Unterstützung wir hier erfahren und wie viele Leute uns vor Ort helfen. Einige haben sich sogar extra Urlaub dafür genommen oder sind gerade selber zu Hause mit Bauen beschäftigt. Dafür kann man gar nicht genug danken. Alle packen mit an“, so Franzi Schneider. Ein Projekt der tausend Hände eben.

Mit schwerem Gerät wurde der massive Fachwerkbinder von den vielen fleißigen Helfern millimetergenau in den im Giebel bis zu sieben Meter hohen Holzrahmenbau eingepasst.
Franzi Schneider und Jakob Limper sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft vor Ort und dankbar für die große Unterstützung.
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Lars Lenneper

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