Eine verhängnisvolle Begegnung

Bad Berleburg. In ihrem Schlusswort brachte es die 25-jährige Bad Berleburgerin treffend auf den Punkt: Sie bereue es, diesen Mann jemals kennengelernt zu haben. Der habe sie belogen und betrogen. Gemeint war der 33-jährige Mitangeklagte aus dem Rheinland, der gestern Morgen gemeinsam mit der derzeit arbeitslosen Frau auf der harten Anklagebank des Bad Berleburger Amtsgerichtes Platz nehmen musste.

Dem Duo warf Oberamtsanwältin Judith Hippenstiel von der Staatsanwaltschaft Siegen Diebstahl in zwei Fällen sowie Sachbeschädigung vor. Beide sollen sich Ende April 2009 bei einer Erndtebrücker Autovermietung einen VW Bus T 5 gemietet haben, um damit ins Rheinland zu fahren. Dort soll das Paar zwei Gasflaschen gestohlen haben, um über den Pfand zu Bargeld zu kommen. Eine Gasflasche, die im Fahrzeug nicht befestigt gewesen sei, habe an dem VW-Bus einen Schaden in einer Größenordnung von über 2700 Euro verursacht. Zurück in Bad Berleburg, sollen sich beide an der Frühlieferung des Rewe-Marktes an der Sählingstraße „bedient“ haben – und zwar vor der Geschäftsöffnung, als die Ware noch im Außenbereich gelagert worden sei. Schaden hier: 573,06 Euro.

Die ihr zur Last gelegten Taten räumte die Berleburgerin in vollem Umfang ein. Mindestens ebenso interessant war für das Gericht, wie es für die junge Frau zu der verhängnisvollen Begegnung mit dem vielfach vorbestraften Mitangeklagten gekommen war, der momentan eine Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Remscheid absitzt. Sie habe als Raumpflegerin in einer Bad Berleburger Klinik gearbeitet, wo der 33-Jährige eine Therapie absolviert habe: „Zu dieser Zeit kriselte es in meiner Ehe, ich wusste nicht so recht, wo ich mit meinen Gedanken war. Er war scheinbar eine starke Persönlichkeit und hat mir zugehört“, sagte die Frau gestern unter Tränen.

Julia Kusztelak, Anwältin des 33-Jährigen, erklärte für ihren Mandanten, dass er die Straftaten komplett einräume. Die gestohlenen Lebensmittel am Rewe-Markt sollten offenbar zu Geld gemacht werden, um davon Drogen zu kaufen, ergänzte die Juristin. Seine Therapie in Bad Berleburg hatte der 33-Jährige nach nicht einmal vier Wochen abgebrochen. Es folgte der Rückfall in die Abhängigkeit – mit Amphe- taminen, Haschisch und Heroin.

Im Urteil von Richter Torsten Hoffmann machten sich die enormen Vorstrafen des 33-Jährigen bemerkbar: Er wurde gestern zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Außerdem sprach der Vorsitzende eine dreijährige Führerscheinsperre gegen den Mann aus, die Judith Hippenstiel sogar auf lebenslänglich beantragt hatte.Auch für die 25-jährige Frau aus Bad Berleburg wird der „Abrutscher“ ins kriminelle Milieu teuer: Sie muss eine Geldstrafe von 90 Tagessätzen à 20 Euro zahlen.

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Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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