Einen Trend für Ausbildung setzen

Fachraum für neuen Ausbildungsgang am Berufskolleg Wittgenstein gestern vorgestellt

awe Bad Berleburg. Ein Trend sollte es gar nicht erst werden: Anders als im Siegerland oder etwa im Kreis Olpe ist die Ausbildungsquote in Wittgenstein rückläufig, weniger Betriebe nehmen hier neue Auszubildende an. Das stellten gestern Landrat Paul Breuer und der Schulleiter des Berufskollegs Wittgenstein, Karl Heinrich Bremer, dar und sie benannten auch gleich eine Maßnahme, die den Schulstandort Wittgenstein stützen soll: Jetzt können sich junge Leute am Berufskolleg bewerben für einen weiteren Ausbildungsgang, der dort ab August 2007 angeboten wird. Wer die Fachoberschulreife besitzt, kann dann die dreijährige Ausbildung zum Staatlich geprüften Kaufmännischen Assistenten, Fachrichtung Betriebswirtschaftslehre, aufnehmen.

Die Tendenz zu solchen Bildungsgängen ist auf jeden Fall steigend: Früher besuchten fast ausschließlich Berufsschüler das Kolleg am Breitenbach, heute teilen sie sich das Kolleg zur Hälfte mit den Fachschülern. Insgesamt besuchten in diesem Jahr 800 Schüler das Kolleg, rechnete Karl Heinrich Bremer: eine Spitzenzahl in den letzten 25 Jahren.

Bei den Realschülern blieben ungefähr 60 bis 70 Prozent eines Jahrgangs ohne Ausbildung, ihnen biete das Kolleg die Möglichkeit, die Höhere Handelsschule oder Fachoberschule zu absolvieren. Trotz der Zusatzqualifikationen fänden viele Jugendliche in Wittgenstein nur schwer oder eben gar nicht einen Ausbildungsplatz. Das sei ein Alarmsignal, warnte Karl Heinrich Bremer. Der neue Bildungsgang im Angebot soll nun das Ausbildungs-Spektrum für die Jugendlichen erweitern. Wer am Ende die Abschlussprüfungen zum Staatlich geprüften Kaufmännischen Assistenten ablegt, erwirbt damit gleichzeitig als zweite Qualifikation die Fachhochschulreife – die Lizenz zum Studieren. Außerdem kann mit dem landesrechtlich anerkannten Abschluss in einer weiteren Prüfung vor der IHK eine Prüfung, beispielsweise zum Industriekaufmann, abgelegt werden. Im Ergebnis macht dies drei Abschlüsse in einem Ausbildungsgang.

So ausgerüstet, sollen die jungen Kaufmännischen Assistenten aus Wittgenstein dann den Arbeitsmarkt erobern. Der biete jungen Leuten deutlich zu wenig, bedauerte der Schulleiter: Laut IHK gäbe es in Wittgenstein 90 Betriebe, die theoretisch ausbilden könnten, es aber nicht tun. Ärgerlich fanden er und Paul Breuer dies auch, weil gleichzeitig im Siegerland und in Olpe die Ausbildungsquoten stiegen. Aber Karl Heinrich Bremer stellte sich die Zukunft nicht ohne Heizkosten für Berufs- und Fachschüler in Bad Berleburg vor. Der neuen Ausbildungsgang soll demnächst in Schulen vorgestellt und beworben werden. »Diese Form der Ausbildung ist auch für den technischen Bereich vorstellbar«, erklärte der Schulleiter, dafür seien aber höhere Investitionen erforderlich, beispielsweise um eine Lehr-Werkstatt einzurichten.

Für das neue Angebot wurde ein Raum saniert und mit moderner Computertechnik ausgestattet. Die neue Ausbildung wird komplementär zu vorhandenen angeboten, in Siegen-Wittgenstein konnte man sich bisher nicht als Kaufmännischer Assistent prüfen lassen, das Wittgensteiner Angebot ist hier einzigartig. Eine Klasse mit 25 Schülern, die im neu gestalteten Fachraum ihre Ausbildung aufnehmen, wünschte sich Karl Heinrich Bremer für den kommenden August.

Nicht nur ihnen kommen die 42000 e zugute, die der Kreis hier investiert hat. Außer dem neuen wurde noch ein weiterer Fachraum mit frischer Hard- und Software ausgerüstet, hier werden vorrangig 3D-CAD- und CAM-Anwendungen unterrichtet.

Autor:

Archiv-Artikel Siegener Zeitung aus Siegen

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